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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert


Fünf Gelübde und sechs Avashyakas

-- Grundzüge der Jaina-Ethik --

Prof. Dr. Klaus Bruhn


Redaktion: Carla Geerdes

Einleitung
Avashyaka1
Avashyaka2
Avashyaka3
Avashyaka4
Avashyaka5
Avashyaka6
Erloesung
Resumee
Postskript
Literatur


Avashyaka I: Samayika3

Das erste Avashyaka ist ein moralisches Bekenntnis. Es basiert auf einer alten Formel der Jaina-Überlieferung, die geringfügig erweitert wurde, um als selbständiges Glied der sechsfachen Avashyaka-Kette verwendet zu werden.

Beichte und Reue (vgl. den letzten Satz des Samayika und Avashyakas III-V) sind wichtige Themen in der Jaina-Literatur. Dennoch wurde der Jainismus von seinen Anhängern nie als Religion der Reue dargestellt, und viele Texte behandeln (trotz ethischer Ausrichtung) das Thema "Reue" nur am Rande oder überhaupt nicht.

Text

 

Übersetzung

karemi bhante Samaiyam:

 

Ich mache, Ehrwürden, das Samaiya:

savvam savajjam jogam paccakkhami javaj-jivae

 

Alles Tadelnswerte verdamme ich zeitlebens

tiviham tivihenam: manasa vayasa kayasa, na karemi, na karavemi, karentam pi annam na samanujanami.

 

 

in dreimal dreifacher Weise: das in Gedanken, das in Worten, das in Werken, nicht tue ich es, nicht veranlasse ich Jemanden es zu tun, nicht billige ich es, wenn Jemand es tut.

tassa bhante padikkamami nindami garihami appanam vosirami.

 

Seinetwegen, Ehrwürden, bereue ich, tadle, schelte und kasteie ich mich.

savajja joga (zweite Zeile) ist in wörtlicher Übersetzung "tadelnswertes" Verhalten. Gemeint ist damit aber falsches Verhalten schlechthin.

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3Betone: Aváshyaka (Samáyika, Caturvímshatistáva, Vándana, Pratikrámana, Kayots árga, Pratyakhyána). - Ferner: Ahímsa, Anúvrata, Mahavíra, Mahávrata, Samsára, Sámyama.

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