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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert


Begrüßungsrede zum World Philosopher’s Meet ‘96

Prof. Vishwanath D. Karad
Vorsitzender des Organisationskommitees des W.P.M.

Biologie
Frieden
Gentechnik
Hinduismus
Holismus
Kultur
Ökologie
Ökonomie

 

Eure Heiligkeit, der Dalai Lama, sehr geehrter Herr Claes Nobel, Vorsitzender des "World Philosophers Meet" ("Weltphilosophentreffen"), Eure Heiligkeit, Swami Vishveshathirta von Pejawar Muth, Udipi, sehr geehrter Herr Manohar Joshi, Chef-Minister von Maharashtra, sehr geehrter Herr Sharadraoji Pawar, früherer Chef-Minister von Maharashtra, sehr geehrter Herr Pramod Nawalkar, sehr geehrter Maulana Dr. Wahiduddin Khan, sehr geehrter Herr Shashikant Sutar, sehr geehrter Herr Sureshbai Kalmadi, sehr geehrter Herr Vize-Kanzler der Universität Poona, Dr. Vasantrao Gowarika, sehr geehrter Herr Dr. R. A: Mashelkar, sehr geehrter Herr Bürgermeister von Poona, Kamaltai Vyavahare, sehr geehrter Herr Ko-Ehrenvorsitzender M. A. Parthasarathi, hochgeachteter Prof. Barlingay, andere Würdenträger , religiöse Anführer, Wissenschaftler, Philosophen, und meine lieben Brüder und Schwestern, die sich heute hier aus der ganzen Welt versammelt haben zu diesem historischen "World Philosophers Meet", das organisiert worden ist, um des 700. Jahrestages des "Sanjeevan Samadhi" des großen Philosophen Sankt Shri Jnaneshwara von Indien zu gedenken. Im Namen der Organisatoren - Indischer Rat für philosophische Forschung, Indischer philosophischer Kongreß, Maharashtra Tatwajnana Parishad, Akhil Bharatia Darshan Parishad, afro-asiatische philosophische Konferenz, Internationaler Zusammenschluß der philosophischen Gesellschaften und MAEER´s, Maharashtra Institut für Technologie, Poona, ich heiße Sie willkommen in diesem Land des großen Philosophen Sankt Jnaneshwara, Sankt Tukaram und im Lande des großen Königs Chhatrapati Shivaji Maharj und Bal Gangadhar Tilak.

 Es erfüllt unsere Herzen mit Freude und Stolz, daß Sie alle hier versammelt sind an diesem angenehmen Sonntag, dem 24. November 1996. Wir betrachten es als unser Glück, daß MAEER´s M.I.T. Poona die Gelegenheit erhalten hat, ein so wichtiges historisches epochemachendes Ereignis des Jahrhunderts auf diesem schönen Campus des Instituts zu organisieren.

 Höchstwahrscheinlich sind die wissenschaftliche Öffentlichkeit mit einer Leidenschaft für Religion, Menschen der Religion mit wissenschaftlichen Visionen und wohlbekannte Philosophen aus der ganzen Welt zum ersten Mal mit Erziehungswissenschaftlern, Denkern, Akademikern und Gelehrten aus vielen Bereichen auf einer gemeinsamen Plattform mit einem gemeinsamen Anliegen für eine gute Sache zusammengekommen, dem Wohlergehen und dem Glück der gesamten Menschheit auf diesem schönen Planeten Erde.

 Dieses "Parlament der Wissenschaft, Religion und Philosophie" erinnert uns an das "Parlament der Religionen" in Chicago 1893, wo der große edle Sohn Indiens, Swami Vivekananda, seine historische Rede hielt, in der er darüber sprach, "Wie alle Religionen wahr und gleichwertig sind, führen alle von ihnen zu "Ihr", der größtmöglichen Wirklichkeit, dem äußersten Zustand der Materie, dem Bewußtsein, zu "Ihm", dem "Brahma", dem göttlichen Kosmos, dem Schöpfer, dem Herrn oder dem Gott." Dann sprach er auch über den Hindu oder die Indische Vedische Religion als einen Weg, ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen, die auch andere glücklich leben läßt.

 Freunde, Sie werden überrascht sein zu erfahren, daß dieser große Philosoph Sankt Jnaneshwara einer der großen Visionäre und ein höchstes menschliches Wesen war mit einer wissenschaftlichen Sichtweise für alles, mit einer angeborenen Begeisterung für das menschliche Wohlergehen. Er beginnt seine erste Strophe der "Jnaneshwari" (Bhagavadgita-Interpretation) mit

 


worin er sagt, daß wir zuerst über den äußersten Zustand der Materie, die Ultimative Realität, etwas wissen und zu verstehen versuchen sollten, und weiterhin sagt er, wir sollten zuerst das Bewußtsein des Selbst oder die wahre Natur der Seele verstehen.

 


Hier sagt Sankt Jnaneshwara, daß die göttliche und heiligste Sache der Welt die "Reine Intelligenz, das absolut wahre Wissen" ist.

 


Hier ist es sehr faszinierend zu bemerken, daß Sankt Jnaneshwara über Stadtplanung, Ökologie und Umweltwissenschaft spricht.
Weiterhin sagt er sehr nachdrücklich und bestimmt im folgenden Vers, daß man ein Verständnis der Wissenschaft haben muß, wenn man das wirkliche Wissen mit Weisheit erreichen möchte.

 


In diesem Vers gibt Sankt Jnaneshwara die Begriffserklärung für Wissenschaft und wahres Wissen. Er sagt, daß das Verstehen oder Wissen über alle Dinge außerhalb der Seele oder über den Gehalt der Seele Wissenschaft ist und daß das richtige Verständnis des "Selbst", der "Seele" oder das "Bewußtsein des Selbst" wahres Wissen ist. Er stellt weiterhin fest, daß diejenigen Menschen unwissend sind, die denken, daß Wissen oder Information oder Verstehen aller Dinge außerhalb der Seele wahres Wissen ist.

 


Ohne jeden Zweifel sagt er, daß die Sonne fest steht und die Bewegung der Sonne am Himmel vom Osten zum Westen eine Illusion ist. Er sagte dies vor 700 Jahren.

 Er legt das Naturgesetz dar, wenn er sagt, daß Schöpfung und Vernichtung Teil eines Kreislaufs sind.

 Das wichtigste an Sankt Jnaneshwaras Philosophie ist, daß er immer an das Wohlergehen und das Glück aller Menschen und aller Geschöpfe auf diesem Planeten Erde denkt und dafür betet. Er denkt hinaus über Kasten, Glaubensbekenntnisse und Grenzen der Nation in seinem Gebet , "Pasayadan" genannt, mit dem er seine "Jnaneshwari" abschließt.

 Jede Nation hat eine Nationalhymne, wenn das ganze Universum ebenfalls eine Hymne hätte, dann könnte möglicherweise das "Pasayadan" von Sankt Jnaneshwara die Universale Hymne werden, denn es geht wirklich über jegliche Kasten-, Glaubens- und Religionszugehörigkeit und Nationalgrenze hinaus.

 Freunde, Sie alle sind sich der Tatsachen des Lebens heute bewußt, daß da sehr viel mehr Chaos, Verwirrung, Terrorismus, Blutvergießen und Massaker stattfinden in der ganzen Welt im Namen von Kasten-, Glaubens- und Religionszugehörigkeit, Nationalgrenzen oder von nichtigen Angelegenheiten oder selbstsüchtigen materialistischen Zielen als jemals zuvor bezeugt.

 Einerseits haben wir die wahnwitzigsten wissenschaftlichen und technologisch/industriellen Entwicklungen wie künstliche Intelligenz, Internet, Roboter und was nicht alles zurückzuführen ist auf die rasche Entwicklung in Elektronik und Computern. Das alles läßt die Welt wirklich aussehen wie ein globales Dorf, wie weit auch immer Verstand und Herz sich davon entfernt haben.

 Obwohl wir für uns beanspruchen, hochgebildet und kultiviert zu sein wegen des modernen Ausbildungssystems, speziell ausgedacht von großen Wissenschaftlern, Pädagogen, Denkern und Akademikern der Welt, hat es jedoch nicht wirklich dazu beigetragen, das Ego, die Gier, den Neid, den Haß und den Zorn auf ein Minimum herabzusetzen, statt dessen hat es dazu geführt, daß die Menschen egozentrischer, egoistischer, macht- und geldgieriger geworden sind, daß die jüngere Generation im Begriff ist, Vertrauen und Zuversicht in ihre ehemaligen Vorbilder zu verlieren, ebenso ihren eigenen Ethos, ihre eigene Kultur und ihre eigenenTraditionen, die der Prüfung durch die Zeit widerstanden haben und Ergebnisse der Erfahrungen von Generationen sind.

Freunde, es ist wahr, daß wir in einer Welt leben, die Dickens "Harte Zeiten" nannte. Sorgen und Anspannung gehen einher mit ökonomischem Wachstum, nagen an unserem Wertesystem, das wesentlich mit unserem Ethos verbunden war. Wir fühlen uns angesprochen von den alten Werten, die in unseren Epen und Schriften enthalten sind. Einige von uns liegen noch nicht in den Fesseln des gegenwärtigen Materialismus und versuchen, unser Allheilmittel in ihren von der heutigen Zeit hochgeschätzten Gedankensplittern zu entdecken, ohne dem rückwärts gewandten Sog des Wiederauflebens zum Opfer zu fallen.

 Das Wertesystem ist im Begriff, schnell zerfressen zu werden. Die Familien lösen sich auf, was den Untergang von Millionen von Menschen überall auf der Welt verursacht. Worte wie wahre Liebe, Ethik, Treue, Zuversicht, Ehrfurcht, Achtung vor Lehrern und Älteren, gegenseitiges Vertrauen verlieren ihre Bedeutung und Wichtigkeit. Wirklich, wir alle fühlen uns betroffen und denken darüber nach und untersuchen, was wir falsch gemacht haben und was vor uns liegt!

 Wir haben rücksichtslos die Natur zerstört und dabei eine entsetzliches ökologisches Ungleichgewicht geschaffen. Es ist wahr, daß die Natur immer wieder versucht, ein Gleichgewicht wiederherzustellen, wenn jedoch eine gewisse Grenze überschritten wird, ist der Prozeß unumkehrbar und kann die menschliche Rasse gefährden.

Wir dürfen nicht vergessen, daß die Gesetzesregeln jeder Nation eng mit den Lebensregeln der Menschen zusammengehen müssen, die Lebensregeln der Menschen müssen eng zusammengehen mit den Regeln von Mutter Natur, weil die Regeln von Mutter Natur die Regeln des Kosmos sind, des Schöpfers, des "Brahma", der höchsten Macht oder der Lebenskraft, bekannt als Bewußtsein, das das Leben in diesem Universum im Gleichgewicht hält.

 Wir glauben, daß allein die Verbindung von Wissenschaft und Religion im wahren Sinn des Wortes der Menschheit Frieden und Harmonie bringen wird.

 Weiter glauben wir, daß die Heiligen, die Weisen, die Seher und die Wissenschaftler der Welt immer ein gemeinsames Anliegen und ein gemeinsames Ziel haben, das Wohlergehen und das Glück der gesamten Menschheit. Diese verstandesmäßig Gebildeten mit großen Visionen versuchen immer, sich die fundamentalen Grundsätze und Gesetze der Natur und des Lebens vorzustellen, zu erarbeiten und zu erfinden oder zu entdecken. Ein Wissenschaftler entdeckt die atomare Struktur, ein Gesetz wie E = mc² oder das Gesetz der Gravitation und gibt es in Form der physikalischen Formel oder der mathematischen Gleichung wieder, was nichts anderes als die Gesetze der Natur und des Lebens enthüllt, während die Heiligen, die genauso intelligente und fähige Visionäre sind, durch ihre außergewöhnliche Kraft oder Wahrnehmung und Intuition von den Gesetzen und Grundsätzen der Natur und des Lebens erzählen, vielleicht nicht in Form von Gleichungen und mathematischen oder physikalischen Formeln aber in Form einer poetischen verständlichen Sprache.

 Jemand, der denkt und seinen Verstand anwendet, große Heilige oder Wissenschaftler, hat immer geholfen, das Schicksal der menschlichen Rasse zu lenken und für ihr Wohlergehen zu sorgen.

"Das Hauptanliegen der Religion ist nicht, einen Menschen in den Himmel zu bringen, sondern ihm den Himmel zu bringen."
- (Thomas Hardy)

 Das Hauptanliegen der Wissenschaft ist nicht, die Menschen in den Himmel zu bringen und ihnen nur materielle Bequemlichkeit zu verschaffen, sondern sie ein glückliches und zufriedenes Leben führen zu lassen.

 Unglücklicherweise gibt es zur Zeit wenig Wechselwirkung zwischen der wissenschaftlichen Öffentlichkeit und den religiösen Menschen und den Philosophen wegen des einen oder anderen Grundes, dennoch haben sie weiterhin in dem menschlichen Wohlergehen das gleiche gemeinsame Anliegen.

 Nach unserem Dafürhalten ist es jetzt höchste Zeit, daß alle gleichgesinnten Menschen zusammenkommen müssen aus Wissenschaft, Religion, Philosophie, Pädagogik, sozialen und politischen Bereichen, die Anteil am Wohlergehen der Menschheit nehmen, um über die Mißstände zu beraten, die die Gesellschaft in Mitleidenschaft ziehen, und um Hilfsmaßnahmen zu ergreifen wie z.B. die Entwicklung eines universalen Erziehungssystems, das helfen wird, eine holistische Gesellschaft aufzubauen, gegründet auf Ethik der Erde, Achtsamkeit für die Erde, Einheit der Erde und der Philosophie "Die Welt als eine Familie".

Ich möchte gern die Worte von Herbert Spencer zitieren. "Niemand kann völlig frei sein bis alle frei sind, niemand kann völlig moralisch sein bis alle moralisch sind; niemand kann völlig glücklich sein bis alle glücklich sind".

 Vor all meinen Brüdern und Schwestern, die hier versammelt sind, verneige ich mich im Namen der Menschlichkeit, im Namen aller Religionen der Welt, im Namen des Schöpfers und bitte diese Schar von Wissenschaftlern, Denkern, religiösen Menschen, Gelehrten und Philosophen sich gegenseitig zu beeinflussen, zu denken, zu untersuchen, Schritte vorzuschlagen und ein neues Erziehungs- und Ausbildungssystem auszuarbeiten, das letzten Endes hilft zu verstehen, daß "Menschlichkeit die einzig wahre Religion ist".

Noch einmal stelle ich demütig fest, daß dieses Weltphilosophentreffen oder Parlament der Wissenschaft, Religion und Philosophie organisiert ist auf der Suche nach dem menschlichen Geist, auf der Suche nach universeller Harmonie und universellem Frieden.

 Wir hoffen und wünschen, daß die Beratungen und Diskussionen hier helfen werden, sich der edlen Sache des Friedens im Innern und des Frieden auf diesem Planeten, unserer MUTTER ERDE, zu nähern und sie zu erreichen.

 

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