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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert


Das Zeitalter des Friedens

Ansprache von Dr. Claes Nobel

Biologie
Frieden
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Hinduismus
Holismus
Kultur
Ökologie
Ökonomie

 

Ein altes Sprichwort sagt: "Wo keine Visionen sind, gehen die Menschen zugrunde." Wie es in dem Programm zum World Philosophers Meet steht, ist die Zielvorstellung für die Delegierten dieser wichtigen und im rechten Augenblick stattfindenden Konferenz , in einer verdutzten und krankenden Welt eine Botschaft und eine Methode, eine Vision zu sein, die "Eine neue Weltkultur, gestützt auf Ethik der Erde, Pflege der Erde und Einheit der Erde" gründen kann.

Überdies hoffen die Organisatoren der Konferenz, daß das Bekanntwerden dieses Treffens der Welt das Licht zeigen wird, das uns in das 21. Jahrhundert als eine goldene Epoche der Menschheit bringen wird, in dem Frieden und Harmonie sich durchsetzen werden und daß dies helfen mag, eine ganzheitliche Gesellschaft zu erschaffen.

Zu allen Zeiten und in allen Zeitaltern war die Menschheit heftig auf der Suche nach Frieden. Aber genau wie eine Fata Morgana in der Wüste, war dieser begehrteste Zustand von allen der am schwersten zu sichernde.

Diese Konferenz nennt sich ein Parlament der Wissenschaft, Religion und Philosophie, und ich fühle mich tief geehrt, ihr Ehrenvorsitzender zu sein. Es macht mich sehr zufrieden, ein Teil dieser besonderen Gruppe zu sein, die zusammengekommen ist auf der Suche nach beständigen Lösungen für die ernstesten Probleme der Welt.

In unserer Eigenschaft als Philosophen sind wir "Freunde der Weisheit". Indem wir den Mut haben, Weisheit, Mitgefühl und Wahrheit als Leitmotiv der Konferenz anzunehmen, vertraue ich darauf, daß wir gemeinsam die Tiefen unserer Herzen und unseres Geistes erforschen, damit die Zielsetzung der Organisatoren der Konferenz verwirklicht werden wird.

Unser Treffen erinnert an den 700. Jahrestag des indischen Philosophen und Heiligen Sankt Jnaneshwara, der trotz seines jungen Alters von 22 Jahren, in dem er in "Sanjeevan Samadhi" einging, ein voll entwickelter Mensch war, der mit großer Klarheit die Notwendigkeit hervorhob, daß zuverlässige Moral, soziale und umweltliche Qualitäten eingesetzt werden müssen bei der Schaffung jeder Kultur, die erwartet, lange zu dauern und ihrem Auftrag gut zu dienen.

Höchst passend fällt unser Treffen genau zusammen mit dem 100. Gedenktag von Dr. Alfred Nobel. Mein berühmter Verwandter hatte eine Vision von der Vervollkommnung der Menschen. Eine große Vision, die Realität wurde in Form des Nobelpreises. Diese Auszeichnungen für hervorragende Leistungen in Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden, und später ,1969, der Gedenkpreis in Wirtschaftswissenschaften, wurden Männern, Frauen und Organisationen in der ganzen Welt verliehen für überragende Fähigkeiten auf ihrem Fachgebiet.

Die Leistungen der Nobelpreisträger in den technologischen Lehrfächern sind in der Geschichte ohne Parallele. Milderung vieler menschlicher Leiden und Verbesserung des Lebensstandards sind nur zwei der Resultate. Jedoch hat die achtlose Anwendung unseres neuen Wissens oft ernste Probleme für die Umwelt geschaffen.

Wegen grober Mißwirtschaft im Umweltbereich und leichtsinniger Ausbeutung der Natur und der natürlichen Ressourcen sind menschliche Aktivitäten heute dabei, das zerbrechliche Lebenserhaltungssystem unseres Planeten zu zerstören. Ein höchst alarmierender Bericht von Dr. Edward O. Wilson, Harvard Universität, der das Wort Bio-Vielfalt prägte, stellt fest, daß die Erde zur Zeit 250 Spezies am Tag verliert. Das bedeutet Auslöschung. Und Auslöschung ist ein ernstes Wort ... es bedeutet, verschwunden für immer. Ein Planet, untauglich für Pflanzen, Vögel, Tiere und andere Lebensformen, wird eines Tages ebenfalls untauglich für die Menschheit werden. Lassen wir uns von dem Motto Dr. Albert Schweitzers inspirieren und folgen wir ihm: "Ehrfurcht vor dem Leben". Die Zukunft liegt in unseren Händen. Wir haben die Wahl.

Vor einer Generation befaßten sich lediglich einige Visionäre mit der Krise des exponentiellen Bevölkerungswachstums, mit Umweltverschmutzung, mit der Erschöpfung der begrenzten natürlichen Ressourcen und mit der möglichen Zerstörung des lebensrettenden Ozonschildes des Planeten Erde.

Heutzutage sind informierte Menschen weltweit sich der Tatsache völlig bewußt, daß unsere Erde, diese blaue Perle im All, dieser zerbrechliche einzigartige Planet, der das Wunder des Lebens beherbergt, in ernsten Schwierigkeiten ist wegen schneller und massiver Umweltzerstörung.

DDT, PCB, Giftmüll, Treibhauseffekt, globale Erwärmung, saurer Regen, Abholzung der Wälder, Ausbreitung der Wüsten, Atommüll, Artensterben, Krieg, Gewalt, Terrorismus und Unterdrückung sind die erschreckend schwirrenden Wörter unseres allgemeinen Wortschatzes geworden.

Diese Wörter mitsamt den Ergebnissen, die sie darstellen, sollten nicht bloß als unklare Trugbildideen angesehen werden. Sie sollten nicht als Probleme angesehen werden, die zu groß, zu komplex sind und die als Weg jenseits der individuellen Kräfte liegen, wenn es darum geht, bedeutungsvoll zu ihrer schnellen und vollständigen Beseitigung zu handeln. Im Gegenteil, auf der persönlichen Ebene muß sich jeder von uns mit großer Entschlossenheit weigern, irgendein Problem anzunehmen, das die Gesundheit und das Wohlbefinden unserer lebenserhaltenden Umgebung aufs Spiel setzt. Arbeitsplätze, gesicherte Beschäftigung und ein beständiges Wirtschaftswachstum sind unaufhörlich in unseren Köpfen und haben erst kürzlich in der ganzen Welt Vorrang bekommen. Aber behalten Sie im Sinn, es kann niemals eine lebensfähige Wirtschaft ohne eine lebensfähige Umwelt bestehen.

Die erwähnten Ergebnisse sind nicht unvermeidlich handgearbeiteter industrieller und sozialer Fortschritt. Statt dessen schauen Sie auf diese Probleme als Warnsignale. Deuten Sie sie richtig, denn sie sind nichts weniger als tödlich ernst, keine sinnlosen Warnzeichen von Mutter Natur für sich selbst, sie sagen: "Menschheit, Stop, Halt, kehre um von dem Weg Deiner zerstörerischen Taten".

Daher sage ich mit allem Nachdruck, der mir zur Verfügung steht: " Die Menschheit muß aufhören, die Gesetze der Natur zu übertreten ... oder die Natur wird uns zugrunde richten".

Die dargelegten Probleme sind so ernst, daß sie jetzt nicht nur nachteilig unsere körperliche Gesundheit beeinflussen sondern offensichtlich auch die genetische Kraft der Menschheit. Eine neueste wissenschaftliche Studie zeigt, daß das männliche Sperma nur noch zu 50% zeugungsfähig ist... und daß eine genauso alarmierende Verminderung das natürliche Immunsystem Neugeborener beeinträchtigt.

Und, eine schwedische Untersuchungsgruppe stellte fest, daß Dioxin, eine der giftigsten Substanzen der Erde, in der Muttermilch gefunden worden ist. In diesem Fall wurde die Quelle des Dioxin-Ausstoßes auf Müllverbrennungsanlagen zurückgeführt.

Bezüglich der Fähigkeit des Lesens von Warnzeichen stellt der jüngst verstorbene Gouverneur Adlai E. Stevenson klug fest: "Der Mensch ist ein seltsames Tier, denn er kann die Handschrift an der Wand nur lesen, wenn er mit dem Rücken zu ihr steht."

Ich möchte gern anhand einer einfachen Geschichte erläutern, worin die Lösung vieler Probleme der Welt besteht. Es ist eine Fabel, die mir ein weißgekleideter Sanskrit-Lehrer aus Indien erzählt hat. Wir trafen uns während der Weltgipfelkonferenz in Rio 1992. Als ich den heiligen Mann fragte, was wir tun sollten, um den Planeten zu retten, sagte er in seiner weichen melodiösen Stimme:

"Herr Nobel, die Antwort auf Ihre Frage möchte ich Ihnen in Form einer Fabel aus meinem Land geben." Der Sanskrit-Lehrer sagte: "Nachdem Gott die Schöpfung der Erde beendet hatte, war er sehr zufrieden. Er wollte seine jüngste und schönste Schöpfung im Universum feiern. Daher entschied Er sich, ein großartiges Fest zu geben mit den schmackhaftesten himmlischen Speisen. Ambrosia und Nektar wurden serviert, Er lud alle Engel und alle Teufel zu einer aufwendigen Feier ein. Als die Gäste eintrafen, ließ er sie hochleben mit einer Begrüßungsrede. Unter anderem sagte Er:

Ihr mögt essen und trinken soviel ihr wollt ... und ... ihr werdet eine sehr gute Zeit verbringen. Dabei gibt es nur eine Regel, der ihr strikt gehorchen müßt; wenn ihr die Regel brecht ... dann müßt ihr gehen. Die Regel lautet: Während ihr hier seid und euch an dem Essen und dem Wein erfreut, dürft ihr niemals eure Ellenbogen beugen. Ihr müßt mit ausgestreckten Armen essen!

Die Teufel schrien: "Das ist empörend ... das können wir nicht... wir möchten nichts davon." Die Teufel gingen ... und dann ... begann das Fest. Die Engel fingen an zu essen und zu trinken, und sie hatten alle eine großartige Zeit ... und der Liebe Herr war sehr glücklich ... Er lächelte."

Wundern Sie sich, wie die Engel gegessen und getrunken haben? ... Ich sehe, Sie haben die Lösung auch gefunden ... und die Moral ... der Fabel ... Die Engel haben sich gegenseitig gefüttert.

Nun, die Menschheit ist noch sehr jung und wir sind unsere Teufel bis jetzt noch nicht losgeworden. Aber wir sind dabei, uns zu bessern. Wir beginnen, Ebenen des höheren Bewußtsein zu erreichen, die es uns gestatten, unser volles menschliches Potential zu entfalten. Vielleicht ist das Ziel, als Mensch geboren zu sein ... ein Mensch zu werden? Persönlich stimme ich mit dem alten Weisen aus Indien überein, daß die Lösung der meisten menschlichen Probleme und der Weg, die Erde zu retten, in der Vorstellung des Teilens und der Fürsorge bestehen.

Mit Gouverneur Stevensons Zitat und der Fabel des Sanskrit-Lehrers frisch im Kopf, möchte ich in aller Bescheidenheit vorschlagen, daß wir nächstes Mal, wenn wir ein Warnzeichen von der Natur erhalten, uns von Mut, Weisheit, Weitsicht und Mitgefühl in unserem persönlichen Handeln leiten lassen. Und daß wir der Warnung folgen, indem wir sofort jede Veränderung durchführen, die das wahre Wohlergehen beider, der Menschheit und der Natur, gleichermaßen schützt.

Ohne sofortige und tiefgreifende Veränderung wird die Erde bald hoffnungslos sein. Genau in diesem Augenblick müssen der Abbau der Umwelt und der moralische Abbau aufhören. Vollständig aufhören ... bevor die Probleme nicht mehr zu handhaben sind, bevor sie zu ernstem wirtschaftlichen Verfall, sozialer Störung und unwiderruflichem Zusammenbruch der Umwelt führen. Dies erfordert grundlegenden Wechsel und weltweites Handeln. Eine große globale Umwandlung, verbunden mit einem Wechsel der menschlichen Einstellung, muß beginnen.

Ich habe einige alarmierende umweltbedingte und soziale Tendenzen beschrieben, aber lassen Sie mich jetzt aufhören zu klagen. Statt dessen wenden wir unsere Aufmerksamkeit der anderen Seite der Münze zu, derjenigen, die sagt: Lebensfähiger Fortschritt für soziale Unterstützung und Erhalt der Umwelt.

Deshalb möchte ich in aller Bescheidenheit vorschlagen ... Eine Vision und einen Plan, der zuverlässig auf den Idealen der Pflege der Erde, der Ethik der Erde und der Einheit der Erde gründet. Die Vision zeigt zwei grundlegende Anregungen: Erstens, "Frieden auf der Erde" ist möglich. Zweitens, "Das Zeitalter des Friedens" wird kommen.

Diese visionären Vorhersagen zeigen weder einen wankelmütigen Geist noch ein unerreichbares Utopia. Genau das Gegenteil, sie kündigen einen sehr nötigen Entwicklungsschritt der Menschheit an. Sie sind die verdichteten Ergebnisse des Reichtums der Menschheit, wenn wir uns einmal auf das Wesentliche konzentrieren und einmal unsere Priorität richtig setzen.

Diese ziemlich optimistische Sichtweise auf die kommenden Ereignisse gründet sich auf ein grundlegendes Gesetz der Evolution, das besagt: "Eine Spezies muß sich ihrer Umwelt anpassen oder sie wird zugrunde gehen". Indem ich dafür eintrete, daß das Zeitalter des Friedens kommen wird, bin ich mir bewußt, daß ich mit einigen sogenannten Fachleuten zutiefst uneinig bin, die feststellen, daß es zu spät ist, die Erde zu retten und daß die Zukunft der Menschheit verloren ist.

Ich erhebe Einwände gegen die Verkünder des Jüngsten Tages, indem ich darlege: "Die Menschheit, einmal gut informiert und ausgebildet, hat die geistigen Fähigkeiten, die Weisheit und die Willenskraft, die verantwortungsvolle lebenserhaltende Wahl zu treffen, die ihr langanhaltendes und würdevolles Überleben auf dem Planeten Erde sicherstellt."

In diesem Zusammenhang sind wir gut beraten mit der Anerkennung der Tatsache, daß der grundlegende menschliche Instinkt für das Leben und das Lebendige genauso stark und unerläßlich ist wie unser Instinkt für Ernährung und Fortpflanzung. Dementsprechend habe ich keinen wie auch immer gearteten Zweifel daran, daß die Menschheit willens und in der Lage ist, sich jeden und allen Anforderungen der Umgebung und der Natur gleichermaßen anzupassen ... selbst wenn das einen grundlegenden Wandel und große Opfer für die Mehrheit der Weltbevölkerung mit sich bringt.

Die Frage ist gestellt worden: "Sind wir Menschen weise oder töricht?" Wie wir alle wissen, ist unsere Spezies, die Menschheit, von den Biologen als Homo sapiens eingeteilt worden. Kürzlich haben die Biologen den modernen Menschen neu eingeteilt. Unsere Spezies wird nun Homo sapiens sapiens genannt. Der doppelt weise Mensch. Diese Wahl des Namens bringt für mich einen gewissen Grad von Hybris zum Ausdruck.

Wenn man den Zustand der Welt heute betrachtet, kann man nicht umhin festzustellen, daß die Welt nicht nur an Umweltverschmutzung sondern auch an moralischer und spiritueller Verunreinigung leidet. Folglich erscheint es mir, als ob wir vorzugsweise in einem Paradies der Narren leben. Und vielleicht wäre eine geeignetere Bezeichnung für uns: "Homo stupidus stupidus". (Übs.: Der doppelt törichte Mensch)

Trotz aller Grausamkeiten, die der Erde und auf der Erde geschehen, weiß ich, daß hier viele Männer und Frauen und Jugendliche leben, die mit viel gutem Willen und einem ausgeprägten gesunden Menschenverstand gesegnet sind, und daß diese Persönlichkeiten, das Salz der Erde, beides haben, die geistigen Fähigkeiten und die innere Kraft, die mutigen Bewahrer der Erde zu werden.

Ich glaube fest, daß das Überleben auf dem Planeten von den Anstrengungen des Einzelnen abhängt. Und daß jeder Einzelne von uns einen kleinen Unterschied bewirken kann ... und daß wir alle zusammen einen gewaltigen Unterschied schaffen können.

Sie sehen, der Planet Erde, diese blaue Perle im All, ist ein außerordentlich seltener Planet. Er beherbergt ein Wunder ... das große Wunder des Lebens. Und Leben ... ist der empfindliche gemeinsame Faden, der alle Geschöpfe auf der Erde miteinander verbindet. Unser Planet ist ein geschlossenes System. Das bedeutet, auf der Erde ist alles miteinander verbunden, miteinander verwandt und voneinander abhängig.

Die Welt-Umweltkonferenz der Vereinten Nationen 1972 in Stockholm verdeutlichte gut die Idee des Einsseins, der Ganzheit und des Gleichgewichts in ihrem Motto, das hieß :"Nur die eine Erde". Nun dämmert unter vielen Menschen in der Welt ein neues Bewußtsein herauf, daß unsere Erde ... in der Tat eine "Vereinte Erde" ist.

Heutzutage, 1996 n. Chr., ist die Menschheit nur einen Atemzug entfernt von dem Eintritt in das dritte Jahrtausend. Das ist, als ob die gesamte Menschheit in eine neue Zeit geboren wird. Eine Zeit, die große neue Möglichkeiten anbietet sowie große Unsicherheit darüber, wohin unsere gemeinsame Zukunft uns bringen wird.

Auf die gleiche Weise, in der menschliche Geburt gewaltige Gefühle der Freude mit sich bringt sowie Schmerzen und Blutvergießen für die Mutter, für das Baby die plötzliche traumatische Veränderung der Lebensbedingungen, muß sich die Menschheit jetzt ähnlicher Qual und Freude unterziehen in ihrem Prozeß, in eine neue Welt geboren zu werden. In nur vier Jahren von jetzt an werden die unerbittlichen Kräfte der Zeit die Menschheit zu neuen Aufgaben zwingen, die neue Herausforderungen und große neue Möglichkeiten in einem solchen Ausmaß bieten werden, daß nur die kreativsten, einfallsreichsten Geister deren Reichweite erfassen können.

Die gegenwärtige Krise, die mit scheinbar niemals enden wollenden Kriegen und Konfrontationen zusammenhängt, die sich in fast jeder Sphäre menschlicher Aktivität breitmachen, hat das Podium aufgestellt für die neuen Anführer der Welt und für die neuen Helden der Welt, auf dem sie ihren lange erwarteten Auftritt haben werden.

Diese Persönlichkeiten, die weisen und mitfühlenden Anführer von morgen und unermüdlichen Sucher nach Frieden und Harmonie weltweit, werden der "inneren Stimme" folgen, die immer so sanft die ewige Wahrheit spricht in fast allen menschlichen Herzen. Indem sie aufmerksam ihrer "inneren Stimme" lauschen und indem sie die moralische Tapferkeit aufbringen, der Botschaft ihres Gewissens zu folgen, werden sie erfolgreich die verwirrenden Probleme der Welt rechtzeitig und friedlich lösen.

Auf dieselbe Weise, in der die Flamme der Kerze die Dunkelheit der Nacht vertreibt, wird das Licht der Wahrheit in jedem menschlichen Herzen die Unwissenheit, die Selbstsucht und die Machtgelüste zerstreuen. Die Wahrheit wird uns befreien. Es ist einfach absurd zu denken, daß die Menschheit, die durch Gottes Gnade mit solchen Qualitäten wie Liebe, Mitgefühl und Selbstlosigkeit gesegnet ist, scheitern wird im Erreichen des letzten Ziels, das bedeutet, Frieden und Harmonie zu kennen.

In diesen besonders schwierigen Zeiten, in denen das tatsächliche Wohlbefinden der Menschheit und unsere lebenserhaltende Umgebung in ernster Gefahr sind, wurde der Menschheit glücklicherweise, ein Fenster zur Hoffnung gegeben, und der langerwartete Moment in der menschlichen Entwicklung ist ganz nah, in dem die Völker der Erde bereit sind, die persönlichen, freiwilligen, angemessenen Sprünge zu einer neuen jubelnden Epoche ihrer Geschichte zu unternehmen.

In der Tat, ich male es mir nicht nur aus, sondern ich fühle es in jeder Zelle und in jedem Knochen meines Körpers, daß die Menschheit heute auf der Schwelle zu einer Neuen Welt, einer Neuen Menschheit und einer Neuen Weltkultur steht.

Wir Menschen haben die Fähigkeit und die Kräfte, eine Vereinte Erde zu schaffen, eine friedvolle, gut funktionierende Gesellschaft, in der die Menschen im Einklang mit sich selbst und im Einklang mit der Natur leben. Diese lebenserhaltende Gemeinschaft, in der viele Kräfte zusammenwirken, wird das Zeitalter des Friedens begründen.

Mit einer solchen Vision im Kopf werden sich die Völker der Welt die Hände reichen, von ihren verschiedenen Regierungen, Religionen, Rassen, Kulturen und Wirtschaftsunternehmen weltweit vertreten, indem sie eine globale Umwandlung zum Besseren schaffen werden. Diese feste, friedvolle Bewegung hin zum Zeitalter des Friedens ist gegründet auf Qualitäten und Werten.

Weiterhin hält solch eine globale Umwandlung die Hoffnung aufrecht, große Teile der Weltbevölkerung dazu zu ermuntern, die folgenden drei Qualitäten zu entwickeln:

1. Die vollständigen menschlichen Anlagen für Rechtschaffenheit

2. Die "beste Verfahrensweise" für "Einheit in der Verschiedenartigkeit"

3. Den Glanz der Seele, um ihre vorherbestimmte Herrlichkeit der höheren

 Bewußtseinsebenen zu erreichen

Gesunder Menschenverstand und gemeinsames Handeln für unsere gemeinsame Zukunft sind das Leben verschönernde Vorstellungen, die bald unsere Welt leiten werden, und von diesem neuen fruchtbaren Geist wird eine beständige Neue Weltkultur auf der Erde gegründet werden. Charakter und Tugendhaftigkeit sind die goldenen Werkzeuge, mit denen die Menschheit ihre fürsorgliche und gemeinsam wirkende Gesellschaft aufbauen wird und indem neue Felder ehrlicher Erziehung für Erwachsene und Jugendliche gleichermaßen verfügbar werden, wird das Grundübel allen menschlichen Leidens angesprochen. Folglich können wir die langersehnte Hoffnung der Menschheit erlangen, indem Furcht, Unterdrückung und Hoffnungslosigkeit ausgetauscht werden durch ihr Gegenteil von aufrichtiger Würde und allumfassender Freiheit.

Wie der sprichwörtliche Phoenix, der aus der Asche steigt, wird die Menschheit aus der chaotischen Welt von heute eine neue Weltkultur erschaffen. Das bedeutet, daß das Zeitalter des Friedens kommen wird.

Wenn wir über Frieden sprechen, müssen wir im Kopf behalten, daß der Frieden in diesem Zusammenhang mehr als die bloße Abwesenheit von Krieg darstellt. Er steht für die Gesamtheit des Friedens in vier charakteristischen Bereichen, nämlich:

Erstens. Das friedvolle Zusammenleben mit uns selbst. Hier haben wir es mit dem inneren Frieden zu tun, den ein Einzelner in sich und mit sich hat. Er bezieht sich auf das richtige Handeln und ethisches Verhalten, das wir uns selbst gegenüber haben. Es handelt davon, wie wir Menschen auf einer persönlichen Ebene rechtmäßig mit unseren Körpern, unserem Geist, unseren inneren Bewegungen, unseren Gefühlen und unseren Einstellungen umgehen und damit zurechtkommen.

Zweitens. Das friedvolle Zusammenleben mit anderen. Hier sprechen wir den Frieden und die richtige ethische Beziehung zu unseren Familien, unseren Freunden, unseren Nachbarn, Mitarbeitern und anderen Gruppen an. Es geht um unser richtiges Verhalten und die richtige Beziehung gegenüber anderen Kulturen, Religionen, Rassen, Nationen und Minderheiten.

Drittens. Das friedvolle Zusammenleben mit der Natur. Dieser Wirkungskreis des Friedens befaßt sich damit, wie wir mit der Umwelt umgehen, wie wir die Umwelt achten und wie wir auf die Umwelt einwirken. Dies bedeutet unsere richtige ethische Beziehung zu den vielen Lebensformen, die die Bio-Sphäre ausmachen. Das ist unsere fürsorgliche Beziehung zu Pflanzen, Tieren, zur Luft, zum frischen Wasser, zu den Ozeanen und zum Land.

Viertens. Das friedvolle Zusammenleben mit dem Universum. Dies ist unser Friede, unsere Achtung, unsere Ehrfurcht und unsere richtige ethische Bezziehung zu Gott und den schöpferischen Kräften des Universums. Folgen wir wirklich dem Ewigen Gesetz des Kosmischen Bewußtseins? Oder sind wir lediglich selbstsüchtige Heuchler? Im wesentlichen ist Frieden tief verwurzelt in der Ethik der Erde, was der normale Weg zu einer besseren, sichereren und gesünderen Welt ist. Ethik der Erde steht für eine Welt, in der Menschen und Nationen in Harmonie miteinander und mit der Natur leben. Das Zeitalter des Friedens und das Konzept der Ethik der Erde steht für eine Welt ohne Gewalt, eine Welt, in der Menschen die Wahrheit in Gedanken, Worten und Taten ausdrücken.

1987 habe ich die "Globale Erklärung zur Ethik der Erde" entworfen. Dieses Dokument ist nun von Tausenden von Menschen in der ganzen Welt unterzeichnet worden. Hier einige Auszüge:

Wir, Männer und Frauen, aus vielen Nationen und Regierungen rund um die Welt und aus verschiedenen Erwerbszweigen, Berufen und Organisationen und Wir, die Jugend und Kinder der Welt, die wir alle sehr starken und tiefen Anteil nehmen an der heutigen äußerst ernsten Bedrohung der Zukunft von Menschlichkeit, Kultur der Erde;

Wir stellen fest, daß der Weltfrieden und die Weltharmonie gesichert werden können, wenn unsere Gedanken, Worte und Taten sich auf Ethik gründen. In dem Begriff der Ethik finden wir Liebe, Mitgefühl und Wahrheit verbunden mit Achtung und Weisheit; überragende Qualitäten, die auf friedliche Weise den gegenwärtigen Zustand der Welt angreifen können, von einem ständigen Zustand der Krise und des bevorstehenden Chaos in eine Welt, die Frieden und Harmonie widerspiegelt.

Wir warnen mit tiefer Aufrichtigkeit und außerordentlicher Dringlichkeit, daß das größtmögliche Verbrechen, die Auslöschung der Menschheit, in greifbarer Nähe ist ... wenn wir nicht den Zustand der Welt und das Schicksal der Menschheit zu unserer vordersten Angelegenheit machen.

Wir drängen des würdevollen Überlebens des Homo sapiens wegen, der Angelegenheiten aller jetzt gefährdeten Spezies wegen, daß eine bedeutende Veränderung der Einstellung gegenüber dem Leben, gegenüber der Erde und gegenüber dem wahren Ziel des Lebens auf der Erde stattfindet, daß künftige menschliche Taten zu "richtigen Taten" werden, die die wahre Bedeutung und den wahren Geist dieser Erklärung widerspiegeln ... die sich gründen auf der Ethik der Erde.

Wir bitten Menschen aller Nationen und aller Regierungen, sich unseren Anstrengungen anzuschließen und ihnen Geltung zu verschaffen: "Weltfrieden und Weltharmonie als Ethik der Erde". Die Mittel: Richtige Gedanken ... Richtige Worte ... Richtige Taten ... Jetzt .. und hier. Das bedeutet: "Denken Sie global, handeln Sie lokal und verpflichten Sie sich persönlich".

Ich möchte kurz die Aufgabe von United Earth (Vereinte Erde) beschreiben, deren Organisation ich 1974 gegründet habe. United Earth ist eine nicht am Profit orientierte, regierungsunabhängige internationale Organisation, die die Vordringlichkeit der Umwelt und menschenfreundliche Bestrebungen anerkennt und unterstützt.

 

United Earth steht für:
Führung, Partnerschaft und Verwaltung.
Die hauptsächlichen Tätigkeiten sind:
Anerkennung, Bildung und Dienstleistungen.


United Earth hat bis jetzt drei Erdpreisverleihungs-Zeremonien in den USA durchgeführt: Eine in der Versammlungshalle der Vereinten Nationen, in der unter anderen Empfängern UNICEF und Mr. Ted Turner von CNN und Turner Broadcasting System ausgezeichnet worden sind. Eine zweite Zeremonie in der großen Kathedrale von St. John the Divine in der Stadt New York, bei der Seine Heiligkeit der XIV Dalai Lama von Tibet geehrt wurde. Und eine dritte im John-F.-Kennedy-Center für darstellende Künste in Washington, DC, in der die Entwicklungsprogramme der Vereinten Nationen, die Umweltprogrammme der Vereinten Nationen und Mr. Maurice Strong, Generalsekretär der Rio-Konferenz von 1992, Anerkennungen erhielten. Ebenso hat United Earth zwei Preisverleihungszeremonien für Dienste an der Erde durchgeführt, eine für ein Jugendprogramm, das "Reiche dem Wasser die Hand" heißt, und eine, bei der Mr. Erik Eweson ausgezeichnet worden ist, für die Entwicklung einer sanften Umweltkompostierungstechnologie für die ungefährliche Beseitigung von Dauerabfall und Abwasser-Klärschlamm.

Heute, als Vorsitzender und Gründer von United Earth, ist es mir eine ausgeprägte Ehre und eine große Freude bekanntzugeben, daß dank der begeisterten, pausenlosen und erneuernden Unterstützung meiner geschätzten Kollegen, Professor V. D. Karad und Dr. S. R. Kulkarni, sowie mit der zuverlässigen Unterstützung, die United Earth von vielen führenden Persönlichkeiten Indiens auf dem Gebiet der Pädagogik, der Religion, des Handels, der Wissenschaft, der Medien und der Politik zuteil wurde, daß Pläne, in Indien ein Zentrum von United Earth und eine United Earth Friedens-Universität einzurichten, nun schon weit fortgeschritten sind.

Die United Earth Friedens-Universität in Indien wird die erste einer Folge von weltweiten Universitäten sein, die sich einzig dazu verpflichten, selbst-integrierte, globale Bürger auszubilden, die die gängigen zerstörerischen Verläufe der Menschheit umkehren werden.

Die anfängliche Zielgruppe der Studenten wird die Hauptrichtung der Verwaltungsangestellten und Fachleute in allen größeren sozialen Einrichtungen sein, wie z. B. in der Industrie, im Handel, in den Medien, in der Regierung, beim Militär, in den politischen Parteien, in den religiösen und pädagogischen Institutionen. Die Zielvorstellung ist, die Zielgruppe von oftmals unzweckmäßigen und zerstörerischen Tendenzen wegzubringen und sie zu hilfsbereiten, wirksamen und konstruktiven Verhaltensweisen zu befähigen. Die geschätzte Dauer für Lehrpläne und Aufbau des Universitätsgeländes wird ca. 3-5 Jahre betragen.

Ich möchte meine Bemerkungen schließen, indem ich eine Botschaft von Mr. Dennis Weaver vorlese, einer Hollywood-Berühmtheit und einem Umweltschützer, die er übermittelte, als er einen U.S. Senator aus Wisconsin spielte, der sich an seine Kollegen wandte:

Der Senator sagte: "Die bedenklichste Frage, vor der wir alle stehen ... ob wir alt, jung, schwarz, weiß, reich, arm sind ... Demokraten oder Republikaner .... ist ... wie wir unsere gemeinsame Heimat retten ... diese Erde ... auf der wir alle leben.

Weil ... wenn wir nicht begreifen, wie es zu tun ist ... das Defizit sicherlich nichts mehr ausmacht ... auch nicht der Haushalt ... Arbeitslosigkeit ... Steuern ... Zinsen. Sie sehen, meine Freunde, wenn wir nicht die Umwelt schützen ... die einfache Wahrheit ist ... daß wir uns über diese Fragen keine Sorgen mehr zu machen brauchen ... weil niemand von uns mehr hier sein wird. Ja, wir sind das einzige Tier, das zerstört ... die Grundlage unseres Lebens ... Wie dumm können wir noch werden?"

Der Senator fuhr mit seiner Rede fort: "Ich bin nicht hier, um ein Bild der Verdammnis und Schwermut auszumalen, aber um auf das Ausmaß unserer Möglichkeiten hinzuweisen ... Sie sind hervorragend ... Da ist nichts ... absolut nichts, was wir nicht tun können, wenn wir unsere Zeit, unsere Energie und unser Geld in einer vernünftigen Weise benutzen ... wenn wir unsere Angelegenheiten in Ordnung bringen. Da ist keine Zeit dafür, mit dem Finger zu zeigen, da wir alle schuldig sind ... Wir sind alle ein Teil des Problems gewesen ... Und wir alle fangen besser damit an, ein Teil der Lösung zu werden. Und ich spreche über: Arbeit, Industrie, Wissenschaftler, Künstler, Fachleute ... und Politiker. Sie sehen, wir standen noch nie einer Situation wie dieser gegenüber. Die Frage ist ... Werden wir überleben? ... Werden wir als Spezies fortbestehen?"

Zum Schluß verlasse ich Sie mit einem letzten zum Nachdenken anregenden Zitat meines Freundes, dem verstorbenen britischen Wirtschaftswissenschaftler Dr. E. F. Schumacher, dem Autor von "Bescheiden ist schön":

Dr. Schumacher sagte: "Können wir darauf vertrauen, daß ein Umschwung vollbracht werden wird ... durch genügend Menschen ... schnell genug ... um die moderne Welt zu retten? Diese Frage ist oft gestellt worden, aber wie auch immer die Antwort lautet ... sie führt in die Irre. Die Antwort "Ja" würde zu Selbstgefälligkeit führen ... die Antwort "Nein" zu Verzweiflung. Daher ist es erstrebenswert, diese Verwirrung hinter uns zu lassen und an die Arbeit zu gehen".

 

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