Der Gestalter allen Daseins formte die Erde unter größtem Opfer aus dem urzeitlichen Meer des Nichts, Mit mannigfaltigen Schätzen ausgestattet und mit Almosen für das Leben genährt Wurde die Erde den Menschen geschenkt, damit sie ihr anzustrebendes Schicksal erkennen. Prithivi Sukta
Die Erde ist eine Art symbolischer Kristallisation des universalen Lebens, eine Reduzierung, eine Konzentration, damit die Aufgabe der Evolution leichter vollbracht und befolgt werden kann. Die Mutter Die Erde ein Symbol Sri Aurobindo erkannte ebenso wie die vedischen Rishis, daß das ganze Universum eine bloße Objektivierung des Höchsten ist. Das Höchste brachte sich hervor, weil es sich erfahren, sich leben und sich wie in einem kosmischen Spiegel sehen wollte. Das Sein wird sich in einer ewigen Selbstwerdung schrittweise Seiner Selbst bewußt. Das Ziel dieses Werdens ist nichts anderes als eine stufenweise Vereinigung des Erschaffenen mit dem Schöpfer - eine in absoluter Freiheit erreichte Vereinigung
voller Bewußtsein und liebender Bereitschaft. Die Erde ist in diesem ewigen Werden das ausgewählte Zentrum des materiellen Universums und seiner Evolution. Sie ist die "symbolische Kristallisation des universellen Lebens". Sie war und ist eine Reduktion, eine Konzentration, ein Brennpunkt des gesamten Universums und enthält in sich die konzentrierte Kraft und das sich entwickelnde, erwachende Geheimnis, das schließlich eine vollständige Manifestation des höchsten Geistes enthüllen
wird, der tief in der Materie verborgen ist. Die Erde symbolisiert das göttliche Potential in der Materie, und da sie das verborgene göttliche Bewußtsein enthüllt, ist das gesamte materielle Universum beteiligt und unterstützt das Fließen des Lichtes, des Bewußtseins und der Freude. Die Transformation der Materie manifestiert die Geheimnisse des Geistes, denn über die Bedeutung der Erde wird gesagt: "Der Geist der Erde soll die Heimat des Lichtes werden,
Das Leben der Erde ein gen Himmel wachsender Baum, Der Körper der Erde ein Tabernakel Gottes." Sri Aurobindo, Savitri (B. 11.C4) Wie auch immer, es gibt eine Methode in dieser "Bedeutung der Erde": es ist der große Prozeß, die Evolution. Aufstrebende Evolution oder besondere Schöpfung "Spirituelle Evolution, die Entfaltung des Bewußtseins in der beständigen Selbstentwicklung der Materie bis zur Enthüllung des der Form innewohnenden Geistes ist der Grundgedanke, das signifikante Motiv der irdischen Existenz. Am Anfang ist diese Bedeutung verhüllt in dem noch unentfalteten Geist, der göttlichen Realität, durch eine dichte materielle Unbewußtheit." (Sri Aurobindo, The Life Divine, P.824) Nach Sri Aurobindo ist die kosmische Manifestation das Ergebnis der Bewegungen von Involution und Evolution. Involution ist die erste Bewegung, bei der sich die höchste Bewußtseinskraft einem Prozeß der Selbstbegrenzung und zugleich der Selbstverdichtung unterziehen muß, bis sie die Form einer dichten materiellen Unbewußtheit annimmt. Während des Involutionsprozesses formen sich zwischen der Ebene des höchsten Bewußtseins und der
Unbewußtheit viele Bewußtseinsebenen und universale Prinzipien und Welten, die jede für sich durch bestimmte Kräfte und Formen des Bewußtseins charakterisiert sind. Die höchste, dreifach bestimmte Ebene Satchidananda - die Einheit der göttlichen Existenz, die Stärke des göttlichen Bewußtseins, die Energie in der Glückseligkeit göttlichen Entzückens - bildet die Basis der Manifestation und befindet sich normalerweise jenseits der Reichweite des menschlichen Verstandes. Die vermittelnde Ebene des Supermind folgt darauf, sie kann als sich selbst bewirkendes Wahrheitsbewußtsein charakterisiert werden, es ist das Rita der Veden. Nach einer abwärts gerichteten Folge von Ebenen gelangen wir zu den drei niederen Ebenen des Verstandes, des
Lebens und der Materie. Auf der niedrigsten Ebene der Unbewußtheit wird der Geist verneint. Aber genau wie in einer Luftschicht haben sich die höher und tiefer liegenden Segmente ineinander geschoben, so daß auch alle Energien und Ebenen oberhalb der untersten Ebene in die Unbewußtheitverwickelt sind. Die Evolution ist der entgegengesetzte Vorgang, bei dem die Bewußtseinsenergie Schritt für Schritt wieder in
Erscheinung tritt, sich Ebene für Ebene zum Vorschein bringt und sich auf dieser Ebene des Bewußtseins manifestiert. Daher beginnt die Evolution mit dem Unbewußten, aus dem heraus unter dem Druck der darin verwickelten Bewußtseinsenergie und dem Druck der physischen Ebene diese Materie auftaucht. Sie entwickelte sich allmählich zu dem uns bekannten physikalischen Kosmos, dessen symbolische Repräsentation der materiellen Evolution die Erde ist. Dann wurde die unbewußte Materie bis zu einem Spannungspunkt heftig bewegt und gebar das Leben unter dem Druck der darin verwickelten Bewußtseinsenergie und des Lebensprinzips. Die träge Materie verwandelte sich in den Ausdruck des Geistes. Nach der Übergangszeit mit den weder zum Mineralreich noch zum Pflanzenreich gehörenden Arten erschienen die halb-bewußten Pflanzen auf der Erdoberfläche. Über Millionen von Jahren konzentrierten Ausreifens
brachte das Lebensprinzip allmählich nach einer anderen Übergangsphase aus dem, was nicht mehr Pflanze und noch kein Tier ist, das bewußte Tier hervor. Noch einmal wurde das Prinzip des Geistes durch das von oben Herabsteigende und durch Druck von unten in die physische Welt geboren, und der intelligente und selbstbewußte Mensch wurde vom Leben zur Welt gebracht. Anders als die früheren Arten kann der Mensch seine Zukunft erzwingen und formen. Die Evolution kann über kurz oder lang mit dem unvollkommenen und unwissenden Menschen nicht beendet sein. Der Mensch ist nur ein Übergangswesen, eine Sprosse auf der Leiter des sich entfaltenden Geistes und nicht der letzte Ausdruck der Evolution. Wenn die Materie das Leben gebar, was nur möglich sein kann, weil sie Lebensenergie enthält, und wenn der Geist sich auf derselben Basis der Lebensenergie anschloß und sich in das Leben einbrachte,
kann es nur wenig Einwände gegen einen weiteren Schritt in der Reihe geben, bei dem der Verstand selbst nur Form und Deckmantel für einen über ihn hinausgehenden höheren Zustand ist. Wenn das Tier der Natur als lebendiges Labor zur Gestaltung des Menschen diente, kann auch der Mensch "ein lebendiges und denkendes Labor sein, in dem und mit dessen bewußter Kooperation sie [die Natur] die Ausarbeitung des Supermenschen, des Gottes, bestimmt. Oder sollen wir eher sagen, Gott
manifestiert?" "Denn wenn die Evolution das in der Natur Enthaltene, in ihr Schlafende oder Arbeitende progressiv manifestiert, realisiert sie in gleicher Weise unverhohlen ihr verstecktes Sein. Wir können ihr dann in einem bestimmten Stadium der Evolution weder Einhalt gebieten, noch haben wir das Recht, sie mit den Religiösen als pervers und anmaßend zu verurteilen oder mit den Rationalisten jede an den
Tag gelegte Intention oder Anstrengung, darüber hinaus zu gehen, als Krankheit oder Wahnvorstellung zu mißbilligen. Wenn es wahr ist, daß der Geist in die Materie einbezogen und die vermeintliche Natur garantiert Gott ist, dann sind die Manifestation des Göttlichen in sich selbst und die Erkenntnis des Göttlichen im Inneren und im Äußeren das höchste und legitimste Ziel des Menschen auf der Erde." (Sri Aurobindo, The Life Divine, Vol. 18, P.4) In dieser evolutionären Aufwärtsentwicklung hat der unwissende und in bezug auf sein Bewußtsein und seine Fähigkeiten begrenzte Mensch das bewußte Sein aus sich hervorzubringen, "eine göttliche Menschheit oder eine spirituelle und supramentale Supermenschheit, die das nächste Produkt der Evolution sein wird." (Sri Aurobindo, The Life Divine, Vol. 19, P. 825) Dieser Übergang ist der Anfang einer neuen Evolution, sie führt anders als
der gegenwärtige Evolutionsprozeß von Wissen zu größerem Wissen und nicht von Unwissenheit zu Wissen. Dieses "anzustrebende Schicksal" legt die Erde dem Menschen vor, doch der Mensch ist wegen seiner Bindung an den unwissenden Verstand und an das Leben unfähig, sich selbst zu übertreffen, weshalb nur die Natur ihn übertreffen kann, und der Supermensch darf die Leitung der Schöpfung übernehmen. Mißbraucht
der Mensch jedoch das Vertrauen der Erde, fordert er die Katastrophe heraus, die über alle Arten hereinbrach, welche die Natur von der Erdoberfläche verschwinden ließ, weil sie überflüssig für ihre Absichten und ihre evolutionäre Reise geworden waren. Supermensch in der Evolution In Hinblick auf den bedauernswerten gegenwärtigen Zustand der Menschheit dürften viele Denker die Ansicht Beatrice Bruteaus teilen: "Vielleicht könnte Aurobindos Haltung des Optimismus und sein Glauben daran, daß sein Programm völlig durchführbar ist, als eine Verzerrung unserer Erfahrung erscheinen. Ist nicht seine Vermutung, daß das gnostische Sein [das
supramentaleSein] sich auf der Erde entwickeln wird und das göttliche Leben, wie er es beschreibt, hier gelebt werden wird, etwas phantastisch?" (Worthy is the World, p. 271) Sri Aurobindo selbst hat die Einwände und den Unglauben der Philosophen gegenüber seinen Visionen von der supramentalen Kastevorhergesehen. Die materialistischen Philosophen würden die Möglichkeit einer vergöttlichtenMaterie
ablehnen; die religiösen Philosophen würden die Fähigkeit der Erde zu einem göttlichen Leben anzweifeln, da sie nicht bereit sein würden, ihr Ideal eines vollendeten Himmels jenseits der Erde aufzugeben. Der normale Mensch kann nicht einmal an irgendeine Art des Übergangs der Erde in eine perfekte göttliche Erde denken. Jeder würde nach einem konkreten Beweis eines solchen supramentalenBewußtseins verlangen! Zu einer Bemerkung der zweifelndenThomasianer, die stolz auf ihren Rationalismus
waren und nur dem wissenschaftlichen Beweis vertrauten, schrieb Sri Aurobindo: "Einige wenige werden sehen, was keiner jetzt versteht; Gott soll sich entwickeln, während die weisen Männer sich unterhalten und schlafen; Die Menschen sollen die Ankunft bis zu der Stunde nicht wissen
und Glaube soll nicht sein, bis die Arbeit getan ist." Sri Aurobindo, Savitri (Vol. 28, P. 55) Der ursächliche Kern dieses Unglaubens und der Unsicherheit ist unsere unvollständige Vorstellung von Spiritualität, die auf ihrem Höhepunkt von unserem Intellekt
konstruiert wurde in Unkenntnis der vollständigen Wahrheit der Welt. Wir stellten uns den Geist größtenteils als etwas Überirdisches vor, das auf uns blickt und unsere Aufmerksamkeit für etwas außerhalb der irdischen Existenz erregt. Natürlich kommen wir zu dem Ergebnis, daß der Aufbruch von der Erde die beste Lösung ist, die einzige Befreiung. Oder wir überzeugen uns selbst, daß die Welt voller Leiden und Unwissenheit ist und die einzig lohnende Zukunftsperspektive für den Menschen in der
Flucht in den Himmel besteht: es gibt für uns auf der Erde keinen göttlichen Ausblick! Schauen wir uns den Prozeß der vergangenen Evolution auf der Erde näher an, bemerken wir, daß jeder Schritt den nächsten andeutet. Das Pflanzenleben beinhaltet eine undeutliche Möglichkeit des bewußten Tieres; der tierische Geist ist in der Grundlage der Gefühlsbewegungen, der Wahrnehmung und der Rudimente der Vorstellungskraft
dem des denkenden Menschen ähnlich. In gleicher Weise erkennen wir, daß sich die evolutionäre Bewußtseinsstärke bemüht, aus ihm das supramentaleWesen zu entwickeln, dessen erste Anzeichen im Menschen sind die Betonung seiner Spiritualität, die Erkenntnis seiner Unvollkommenheit und seine begrenzten Bemühungen um das Transzendieren seines jetzigen Zustandes. Dieses Bestreben, sich selbst zu transzendieren, nach göttlicher Erfüllung, nach Vervollkommnung seines Körpers, seines Geistes und
seines Lebens kann nicht erfüllt oder vollendet werden ohne die Übertragung des höheren Bewußtseins in die Materie "nicht mehr als der Lotus im Schlamm entstehen kann ohne die Kraft des Schlammes. Das Sonnenlicht wird benötigt." Das Sonnenlicht, das die Menschheit für ihren weiteren Aufstieg braucht, nennt Sri Aurobindo den Supermenschen. "Es liegt keine abschließende Gültigkeit," argumentiert
Sri Aurobindo, "in der Schlußfolgerung, daß solch ein Übergang [vom Menschen zum Supermenschen]... überhaupt nicht erreicht werden kann, weil dies eine Welt der Unwissenheit ist.... Diese Schlußfolgerung könnte nur vollends gültig sein, wenn Unwissenheit die gesamte Bedeutung, Substanz und Kraft der Manifestation in der Welt wäre.... Aber die Unwissenheit ist nur ein Teil dieser Weltnatur; sie ist nicht die ganze, nicht die ursprüngliche Kraft oder Schöpfung.... Im universellen Geist
selbst sind höhere Kompetenzen unserer Geistesverfassung enthalten, Instrumente des kosmischen Vermögens zur Erkenntnis der Wahrheit, und dahin kann das mentale Wesen sicherlich aufsteigen; denn es erhebt sich schon unter überdurchschnittlichen Bedingungen in ihre Richtung oder empfängt von ihnen.... Intuitionen, spirituelle Andeutungen, Erklärungen oder spirituelle Fähigkeiten. All diese Kompetenzensind sich des über sie Hinausgehenden bewußt, und die höchste von ihnen ist direkt zum
Supermenschen offen, im Klaren über das Wahrheitsbewußtsein, das ihn übertrifft". (The Life Divine, Vol. 19, p. 845) Worauf Sri Aurobindo anspielt, sind Spiritualität und die Ebenen außerhalb des Geistes, die kaum etwas mit Religion zu tun haben, wie sie heutzutage praktiziert und verstanden wird. Es ist offensichtlich, daß der Verstand nicht das lenkende Licht, das regelnde und harmonisierende Prinzip, das
höchste Vorbild für das tiefste Verlangen der Menschen sein kann, nämlich für seinen Drang, das Unendliche, das Transzendente, das Universelle, die Einheit zu erreichen. Die legitime Funktion des menschlichen Verstandes ist die Rechtfertigung und Erklärung seiner verschiedenen Erfahrungen und der Glaube und die Überzeugung, an der Erweiterung seines Bewußtseins festzuhalten. Er kann letzten Endes nicht zur letzten Wahrheit gelangen, da "er weder zur Ursache der Dinge gelangen, noch die
Gesamtheit ihrer Geheimnisse annehmen kann". "Seine Grenze ist erreicht," sagt Sri Aurobindo, "seine Aufgabe ist erfüllt, wenn er dem Menschen sagen kann, es gibt eine Seele, ein Selbst, einen Gott in der Welt und einen im Verborgenen wirkenden Menschen, seine Selbstverhüllung und seine allmähliche Selbstentfaltung. Sein Minister war ich, um euch langsam die Augen zu öffnen ... bis nur mein
eigener leuchtender Schleier zwischen dir und ihm ist. Entferne ihn und vereine die Seele und die Natur des Menschen mit diesem Göttlichen..." (The Human Cycle, Vol. 15, p. 114) Die Weisen des menschlichen Lebens und der menschlichen Gesellschaft gelangten wegen dieser inhärenten Begrenzung des Verstandes zur Religion. Abgesehen von ihrem äußeren Apparat des Glaubensbekenntnisses, des Kultes, der Zeremonien und
der Symbole ist das Wesentliche der Religion die Suche nach Gott. Sie lehrt die Menschen, die wahre und tiefe Beziehung zwischen Mensch und Gott auszuleben. Aber unglücklicherweise ist diese spirituelle und innersteErfahrung von Religion immer verhüllt durch besondere Glaubensbekenntnisse, Kulte, Sekten, religiöse Gemeinschaften oder Kirchen, die schließlich zu religiösem Fanatismus werden - ein anderer Name für Aberglaube, Verirrung, Gewalt und Verbrechen, die durch die besondere religiöse
Überzeugung sanktioniert, bejaht und unterstützt werden. Die heutige Religion hat als Ratgeber für das menschliche Leben versagt, weil sie das Wesentliche mit dem Nebensächlichenverwechselt und wahre Religion mit Religiosität. Wahre Religion ist spirituelle Religion, eine Suche nach Gott, das Öffnen des tiefsten Seelenlebens für den innewohnenden Gott, die ewige Allgegenwart. Spiritualität hat deshalb nichts mit
Verzicht und Kasteien des Lebens zu tun, sie bietet nur an, drängt dem Menschen aber keine moralischen Kodexe wie Hilfen oder Requisiten auf. "Spiritualität respektiert die Freiheit der menschlichen Seele - weil sie selbst mit Freiheit erfüllt ist; und die größte Bedeutung von Freiheit ist die Kraft zur Vergrößerung und zum Wachstum hin zur Perfektion, eingeschränkt durch die Gesetze der eigenen Natur, des dharma". (The Human Cycle, Vol. 15, p. 170) "In der Spiritualität würde dann unsere letzte und einzige Hoffnung zur Perfektion des individuellen oder kommunalen Menschen liegen," schließt Sri Aurobindo, "eine Spiritualität, die in sich menschlichen Rationalismus, Ästhetik,
Ethik, Vitalität, Körperlichkeit, Streben nach Erkenntnis und Perfektion, Attraktion zu Schönem, Verlangen nach Liebe, Stärke und Vollständigkeit des Lebens und Seins birgt ... ist eine Macht, die sogar der sich selbst so genügende menschliche Verstand akzeptieren kann, oder er kann wenigstens dahin gebracht werden, es als das höchste zu akzeptieren und ihr eigenes höchstes Licht und ihre eigene unbegrenzte Energiequelle zu sehen." (Ibid p. 171) Nach Sri Aurobindo war der Supergeist bis jetzt die höchste spirituelle Kapazität im Menschen, doch der Mensch kämpfte auf seiner Suche nach dem Zenit seines Bewußtseins mit der Manifestation - dem Supergeist. Sri Aurobindo bemühte sich sein ganzes Leben lang um die höchste Manifestation, ein Abstieg in das Bewußtsein der Erde vom höchsten evolutionären Zustand in die Unwissenheit - den Supergeist. Seine reale Erfahrung des leuchtenden
Schicksals: "Es ist diese Sicherheit, die uns zu dem Glauben bevollmächtigt," sagt Sri Aurobindo, "daß auch Geist und Menschlichkeit zu einer Realisierung tendieren, die fernab von unseren gegenwärtigen Träumen der Perfektion liegen. Ein Geist des Lichtes wird die gegenwärtige Verwirrung und Unruhe dieses irdischen Unwissens ersetzen; es ist wahrscheinlich, daß sogar die Teile der Menschheit, die ihn
nicht erreichen können, sich seiner Möglichkeiten bewußt werden und sich ihm zuneigen. Nicht nur, daß das Leben der Menschheit durch dieses strahlende Prinzip [das supramentale Prinzip] erleuchtet, emporgehoben, beherrscht und harmonisiert wird, sogar der Körper wird viel weniger kraftlos, weniger unklar, weniger tierisch und statt dessen in seinen Neigungen befähigter zu neuer und harmonisierter Perfektion." (The Supramental Manifestation, Vol. 16, P. 65) Nietzsche prägte zuerst das Wort "Übermensch" und bestand auf der dringenden Notwendigkeit, die menschliche Rasse durch eine stärkere zu ersetzen. Für Nietzsche ist der Übermensch die Verkörperung absoluter Macht, hat den besten Sinn für das Ego und lebt gefährlich. Er ragt weit über die große Masse der Menschen hinaus und hat die Macht, ihnen seinen eigenen souveränen Willen aufzuzwingen. Der Übermensch wehrt alles Leid und Elend
überheblich ab und kennt nicht das Ideal des Dienens unter Schmerzen als befreiende Kraft. Nietzsches Konzept des Übermenschen ist völlig ohne Wissen und Liebe erdacht worden, und der Übermensch wird zu einer destruktiven und boshaften Kraft. Er wird zu der Vergötterung des Dämon im Menschen. "Im Gegensatz dazu ist das hervorragende
Merkmal des Supermenschen oder des göttlichen Menschen in Sri Aurobindos Vorstellung die Erfahrung der sorgfältigen göttlichen Transformation auch der gröbsten Bereiche seiner verkörperten Existenz. Er wird über die grenzenlose Kraft Gottes verfügen, aber er wird sich nur mit Widerwillen daraus einen persönlichen oder egoistischen Nutzen verschaffen. Als Spielgefährte des Göttlichen wird er ohne Einschränkung seinen Körper, sein Leben und seinen Geist offen als plastische Werkzeuge für die
Hand Gottes anbieten, so daß das Leben auf der Erde in ein heiliges Gedicht von göttlicher Ekstase verwandelt werden kann. Wieder ist der Supermensch nicht wie in Nietzsches Vorstellung die höchste Verkörperung der biologischen Kraft der Natur, nicht einmal als Modifizierung und Kultivierung durch die ästhetischen und aristokratischen Tugenden, zu denen die höheren Reichweiten der Menschheit fähig erscheinen." (V. Madhusudan Reddy, Sri Aurobindo`s Philosophy of Evolution, p. 333)
Sri Aurobindos Supermensch ist im Wesentlichen eine neue Art, die nach vermittelnden Stadien menschlicher Umgestaltung kommen wird. George Bernard Shaw betont in seinem Stück "Mensch und Supermensch" die Notwendigkeit der allgemeinen Evolution vom Menschen zum Supermenschen, "wenn irgendein echter Fortschritt über den schon
erreichten hinausgehen soll. Wir brauchen heutzutage am meisten die Demokratie des Supermenschen," sagt Shaw, "wenn wir die Möglichkeit von sich wiederholenden Katastrophen beseitigen wollen. Wir müssen das yahoo ausschließen oder sein Ruf wird den Commonwealth zerstören." (Bernard Shaw, Man and Superman, p. 218) Shaw betont ganz richtig die radikale Veränderung der menschlichen Natur, aber er glaubt, daß diese Veränderung des Menschen durch "die Allmacht der objektiven
Umstände menschlichen Lebens" erzwungen wird. Sri Aurobindo hingegen besteht auf einer völligen Umwandlung, einer Verwandlung des menschlichen Lebens und Bewußtseins von innen nach außen. Das kann nur durch das dynamische Prinzip des wahren Bewußtseins, den Supergeist, für den der Geist nur ein schlechter Vertreter ist, geschehen. Prof. Alexander nähert sich mit seinem Konzept des "vierten Prinzips",
"der Gottheit", Sri Aurobindo vielleicht ein wenig mehr. "Wir sind nicht imstande zu sagen, was die Natur der Gottheit ist, unsere Gottheit aber ist sicher nicht der Verstand, oder wenn wir den Begriff Geist gleichbedeutend mit Verstand benutzen, ist die Gottheit nicht der Geist, aber etwas von ihm in gleicher Weise Verschiedenes." (Samuel Alexander, Space, Time, and Deity, Vol. 11, p. 348) Nach Prof. Alexander hat die Dringlichkeit der Gottheit die früheren Arten nicht
bewegt. Die Zwischenzeit, Matrix, bleibt für die neuen Arten ein festgesetzter Rückfall. Das Schicksal des Menschen ist folglich besiegelt, da er sich nicht selbst zu höheren Prinzipien oder Rassen entwickeln kann. Solcherart ist das traurige Leidensschicksal der Menschen. Aber für Sri Aurobindo ist es das Schicksal des Menschen, ein höheres Bewußtsein und die Umwandlung in einen göttlichen Menschen zu erreichen.
Das Erscheinen des Supermenschen würde nicht nur für die menschliche Art, sondern für alle Wesen auf der Erde ein großes Ereignis voller Freude und Harmonie sein. Die Ankunft des Supermenschen und gnostischer Lebewesen würde daher "der krönende Abschluß des fortschreitenden Prozesses der Selbstmanifestation des Geistes unter materiellen Bedingungen" sein, sagt Sri Aurobindo. Schließlich etwas über Jivanmukta und den Supermenschen: während der Supermensch von Sri Aurobindo ein Jivanmukta Purusha sein muß, sind nicht alle Jivanmuktas Supermenschen. Die Supermenschen sind ein weit wertvolleres Konzept und eine größere Leistung als die Jivanmuktis. Es gab in der Tat zahlreiche Fälle von Jivanmuktis in der Vergangenheit, doch der Supermensch wird sich jetzt im Verlauf der Evolution weiter entwickeln. Befreit vom Drängen des Verlangens steht der Jivanmukti außerhalb des Stroms der Evolution. Befreit von den Fesseln des Körpers unterläßt er den höchsten Versuch, den Körper in ein perfektes Ebenbild des Göttlichen oder in ein Werkzeug der geistigen Manifestation in der Materie umzuwandeln. Begeistert von der aufsteigenden Bewegung der Seele zu Gott bemerkt er die absteigende Bewegung Gottes zur Selbstobjektivierungnichtund erkennt in der Folge die Bedeutung des kosmischen Prozesses nicht. Der Jivanmukta verharrt in ewiger Erwartung des Königreiches der Perfektion, was folglich eine lähmende Wirkung auf das Leben und seine Beschäftigungen ausübt. Und während "der Jivanmukta sich selbst nur durch Glaubenmachen identifiziert...mit einem Körper, der für die kosmischen Absichten Gottes beibehalten wird zur Ausführung von Handlungen", beginnt der Supermensch die bewußte Kooperation mit der göttlichen Kraft, die insgeheim den Prozeß der Evolution lenkt. (Sri Aurobindo`s Philosophy of Evolution, p. 337-38)
Die Ziele der Erde Prithivi Sukta sagt: "Die Erde ist die Matrix
vieler Dinge, das weite Feld des menschlichen Kampfes mit der Dunkelheit. Die Gottheiten haben ihre Ziele festgesteckt, damit sie zunehmend erreicht und erfüllt werden können. Möge der Herrscher über das Leben uns all ihre Religionen zugänglich machen und erfüllen." Das nächste Ziel der Erde ist in der Vorstellung Sri Aurobindos eine "neue Menschheit", ein von Unwissen befreites neues
Menschengeschlecht, ergriffen vom "Geist des Lichtes". Diese Menschheit würde Bestandteil des späteren göttlichen Lebens auf der Erde sein, beherrscht von der supramentalen Rasse. Diese neue Menschheit wäre keine Ausnahme in der Evolution der Natur, sondern gehörte zwangsläufig dazu. Diese neue Menschheit wird wahrscheinlich die dominierende Kraft des kommenden spirituellen Zeitalters sein. In seinem Buch
"The Human Cycle" zeichnet Sri Aurobindo den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft anhand von charakteristischen psychologischen Stadien nach, die er als - symbolisch
- charakteristisch
- konventionell
- individualistisch
- subjektiv und
- spirituell bezeichnet.
Der evolutionäre Aufstieg brachte die Elite der Menschheit erfolgreich in das subjektive Zeitalter. Doch die sich auf das Leben auswirkende
"Evolution des Geistes entwickelte die Aktivität des Geistes und den Gebrauch der Materie" dergestalt, daß sie nun anfing, die Menschen zu belasten, und das menschliche Fassungsvermögen kann die innere Entwicklung des Bewußtseins nicht länger ohne das nahe bevorstehende Wachstum im Inneren tragen. Die Belastung durch die Materialisation scheint für "den engstirnigen Geist und die schwachen Lebensinstinkte" zu groß zu sein und die Menschheit scheint unter "dem Drängen
des unerläßlichen Ego" gefahrvoll auf "eine Finsternis der sich gewaltsam umgruppierenden Unsicherheit" zuzustürzen. Die Natur im Menschen scheint sich selbst mit einer "kritischen Wahl" und einem "Platz für die egozentrische menschliche Individualität" zu konfrontieren, ein gebieterisch Einheit, perfekten Anteil von beiden und Harmonie forderndes Lebenssystem, das sogar in der Assoziation trennend wirkt," warnt Sri Aurobindo. Glücklicherweise scheint die Wahl für die Menschen von ihren spirituellen Pionieren getroffen worden zu sein, und die Elite der Menschheit steuert auf das Zeitalter der Spiritualität zu, erklärte Sri Aurobindo. Das ist der Übergang zu einem neuen Zeitalter, einer neuen Periode menschlichen Fortschritts, der die Kernursache für das gegenwärtige Durcheinander in der Menschheit ist. Die gegenwärtig sichtbare Krise ist im wesentlichen
eine Krise der Evolution, und wie immer "ist das Ende einer Phase der Evolution," sagte Sri Aurobindo 1910, "gewöhnlich durch eine machtvolle Verschlimmerung in allem spürbar, was aus der Evolution hervorgehen muß." Diese "Verschlimmerung in allem, was aus der Evolution hervorgehen muß", wird heutzutage von der ganzen Welt erfahren. Es nimmt verschiedene Formen, Namen und Entschuldigungen an, aber im Grunde genommen wird überall in gleicher Weise "die
geistige Führung der Intelligenz durch die spirituelle Führung des Bewußtseins" ersetzt. Offensichtliche und unwiderlegbare Zeichen dieser Umstellung der Führung finden sich im Stadium allumfassender Spannung, das den Punkt erreicht hat, daß es "durchbrechen muß und als ein ... neues Bewußtsein auftritt" oder ansonsten zurückgehen muß und eine Beute von Dunkelheit und Trägheit wird. "Wir können dies als ein sicheres Zeichen der Infusion der Materie in ein Prinzip der
Stärke, des Bewußtseins und der Macht nehmen, die durch ihre bloße Anwesenheit diesen akuten Zustand hervorruft," stellte Die Mutter fest. "Das Schicksal des Menschen und der Menschheit besteht dann darin, in die höheren Erhebungen des Bewußtseins aufzusteigen, die über das Mentale hinaus nicht von den Prinzipien der Einheit, der Identität, der Gegenseitigkeit und der Gesamtheit gelenkt werden. Mit anderen
Worten wird er seinen Platz im Status seiner Seele einnehmen, seinem innersten und geheimsten Dasein, seiner göttlichen Persönlichkeit, wo er mit allen Lebewesen und der Welt eins ist. Die ist für den Menschen, wie er heute ist, eine seltene und gefährliche Erkenntnis, aber morgen wird es seine gewöhnliche Natur sein." (Nolini Kanta Gupta, Collected Works, Vol. 1, p. 237) Die poetische und prophetische Ausdrucksweise Sri Aurobindos:
"Die angezweifelte Zukunft der Erde versteckt unserer Erbe: Das noch weit entfernte Licht soll gebürtig hier wachsen, Die uns besuchende Kraft eine kameradschaftliche Energie; Das Unaussprechliche soll eine geheime Stimme finden,
Das Unvergängliche soll durch den Schutz der Materie brennen, Wobei sie diesen sterblichen Körper zu dem der Gottheit macht. Die Größe des Geistes ist unsere zeitlose Quelle Und sie soll für endlose Zeiten unsere Krone sein."
(Sri Aurobindo, Savitri Vol.28 -p.110) Diese von Sri Aurobindo in seinen Studien der psychologischen Kreisläufe der menschlichen Gesellschaft analysierten Visionen und Prophezeiungen des nächsten Ziels der Erde und des menschlichen Verlangens finden ihr Echo in anderen Theorien kosmischer und astrologischer Perioden, wie von den Indern und
anderen alten Kulturen klar formuliert. Die Hindutradition der Yugas behauptet, daß der Kali yuga der negativste und dunkelste der vier Yugas ist. Wie auch immer, da wir nun die Schlußphase dieses Yugas erreicht haben, "wird sich nun ein menschlicher und planetarischer Übergang zwischen dem alten Zeitalter der Dunkelheit und dem Aufschwung des Bewußtseins zum neuen Zeitalter des Lichtes ereignen". Moira Timms bemerkt, daß es manchmal das Goldene Zeitalter genannt wird. Und ihre interessante Schlußfolgerung, ähnlich der von Sri Aurobindo, ist folgende :
"Die menschliche Rasse wird vollständig ausgerüstet sein, um den Rest des Aufenthaltesauf der Erde in einem Zustand der Perfektion abzuschließen: Harmonie untereinander, mit dem Schöpfer und der Natur. Mit dem Antritt der Herrschaft über die physische Ebene wird diese Lebenswoge bereit sein, zu einer höheren Sphäre der Existenz auf ihrer evolutionären Reise vorzurücken." (Prophecies to take into Twenty-First
Century, p. 33) In Amerika gibt es eine Tradition der Hopi Schöpfung, die auch von vier erfolgreichen Welten spricht. Diese Tradition erwähnt ebenfalls, daß diese vierte Welt, die gegenwärtige Erde, durch den großen Geist gereinigt worden ist. Seien es die Traditionen der Mayas, der Inkas, der Griechen, alle von ihnen sprechen
gleicherweise von Reinigung, die im "gegenwärtigen Zeitalter" stattfinden wird, eine Reinigung, die als das Ende der Welt erscheint, tatsächlich jedoch das Ende der alten Welt darstellt und den Anfang der Geburtsschmerzen des "Neuen Zeitalters". "Jedenfalls können sie genauer als heilende Krise und Säuberung der Erde beschrieben werden, und das Karma, das vor der neuen Phase fällig und zahlbar ist, können wir handhaben. Wie nur das reinste Wasser zu Dampf
werden kann, so wird es mit uns Menschen sein, die wir in diesem evolutionären Prozeß gefangen sind." (Moira Timms, P. 34) Gemäß den astrologischen Kreisläufen ist Polaris unser gegenwärtiger Polarstern, und er "verkörpert den Polaritätspunkt zwischen kosmischem Sommer und Winter, zwischen Nacht und Tag, zwischen Wassermann und
Fisch. Er lenkt die erneute Polarisation des Bewußtseins der Erde.... Wenn der Wassermann die Wasser des Lebens weiter aus der Fülle seines Kessels schüttet, wird die Erde durch seine Gabe gereinigt. Aber wenn die Wasser sich gelegt und beruhigt haben werden, sollten wir in ihrer Reglosigkeit die Spiegelung einer neuen Realität sehen. Eine sich ausdehnende Phase der Harmonie und Weisheit wartet, wenn sich die neue Ordnung der Zeitalter stabilisiert." (Moira Timms, p. 55) Wahrhaftig "kommt nach einer Zeit des Verfalls der Wendepunkt", sagt das I Ging. Die Zeit des Verfalls ist jetzt, und die Periode des Erwachens der größten spirituellen Möglichkeiten der Menschheit ist ebenso jetzt. Die Verehrung der Götter und der Materie haben das menschliche Bewußtsein geknetet und die Materie sich selbst weniger bewußt gemacht und mehr für das intensive Spirituelle Bewußtsein interessiert, das den Weg
für die völlige Manifestation des göttlichen Bewußtseins ebnet. Sri Aurobindos Vision von einem göttlichen Leben auf der Erde scheinen Erfüllung und Höhepunkt aller vorhergehenden Prophezeiungen und Überlegungen von einer neuen Welt, einer neuen Erde, einer neuen Rasse zu sein. Der entscheidende Unterschied zwischen Sri Aurobindo und den Meinungen Anderer ist seine Betonung des radikalen Wandels der menschlichen
Natur. Ohne eine innere Veränderung ist der Mensch der gigantischen Entwicklung des äußeren Lebens nicht länger gewachsen. "In unserem augenblicklichen Leben der Natur, in unserer zum Ausdruck gebrachten Oberflächenexistenz ist es die Welt, die uns zu erschaffen scheint; aber in der Drehung zur spirituellen Welt sind wir es, die uns und unsere Welt erschaffen müssen. In dieser neuen Formel der Schöpfung wird das Innenleben am allerwichtigsten, und der Rest kann nur dessen Ausdruck und
Resultat sein". (The Life Divine, p. 1108) In der Praxis wird damit erstmals neues Leben auf der Erde erschaffen und eine neue Ordnung von Lebewesen eingeführt – nach der Gestaltung des Innenlebens werden die Gedanken, Gefühle und Handlungen in der dynamischen Welt in ein perfektes Werkzeug dieser inneren Erkenntnis umgewandelt. Als nächstes werden die spirituellen und pragmatischen Beziehungen zwischen
Individuum und Kollektiv vervollkommnet. Dies kann nur in vollendeter Universalität und Einheit mit allen Lebensformen auf der Erde geschehen. Die dritte und letzte Sehnsucht ist dann eine neue Welt, ein neues Leben auf der Erde, eine neue Rasse, die den Menschen und den Supermenschen miteinander verbindet. "Dies erfordert nicht nur das Auftauchen einzelner zur Entfaltung gelangter Individuen, die in der unentwickelten Masse handeln, sondern auch das vieler Individuen voller Erkenntnis,
die eine neue Art von Lebewesen und ein neues Gemeinschaftsleben formen, welches der gegenwärtigen individuellen und gemeinschaftlichen Existenz überlegen ist." (Sri Aurobindo`s Philosophy of Evolution, p. 343) Die Erfüllung der dritten Sehnsucht ist Sri Aurobindos Mission und der Sinn seines Lebens. Er ist der Vorbote der Revolution des neuen Bewußtseins. "Seit Beginn der Geschichte der Erde," sagt Die Mutter, "in der einen oder anderen Weise, unter dem einen oder anderen Namen, berichtete Sri Aurobindo schon immer über die terrestrischen Transformationen." Und auch dieses Mal ist er gekommen, um die neue Zukunft des irdischen Schicksals zu erfüllen, und die Kinder der neuen Rasse der zweiten Evolution zu begrüßen. Über seine eigene Arbeit für die neue Erde schrieb Sri Aurobindo einmal in einem Gedicht: Meine Gottheit nötigend, bin ich heruntergekommen hier auf die elende Erde... Doch Gott ist dort in meiner sterblichen Brust,
die mit Fehlern und dem Schicksal ringt. Die Höhen und Tiefen entstellende Kluft ist überbrückt und die goldenen Wasser ergießen sich... Des Himmels Feuer ist Licht in der Brust der Erde
und die unsterblichen Sonnen brennen hier nieder Wie Flammen für die Königreiche der Wahrheit und der Glückseligkeit: Ein Weg im rotgoldenen Treppenhaus Für die leuchtenden Kinder des Paradieses
das Ende der Dunkelheit einläutend. "Aufgabe eines Gottes" Sri Aurobindo wies die Richtung für das Schicksal der Erde und bereitete den Weg für all jene, die gern diesen sonnenbeschienenen Weg voller Bewußtsein gehen und die goldene Zukunft der Erde
beschleunigen möchten. In einfachen Worten, der Anwärter auf die neue Welt muß als erstes seine eigene niedere Natur zunehmend meistern und im Selbst heimisch werden. Zweitens muß das Individuum sein ganzes inneres Dasein in vollem Bewußtsein, willentlich und freudig dem neuen Licht, der neuen Wahrheit, der supramentalen Kraft, übergeben. Drittens müssen die innere Harmonie und die Vereinheitlichung des Daseins bis zum kosmischen Bewußtsein reichen. Wie Die Mutter es ausdrückt, "muß
zuerst das Bewußtsein transformiert werden, dann das Leben, dann die Formen. In dieser Reihenfolge wird die neue Schöpfung geschehen." Wer diese Schritte der Selbsttranszendenz und Selbsttransformation befolgt, begibt sich auf den Weg zur Supermenschheit. Der größte Teil der Menschheit dürfte noch lange zufrieden und glücklich mit seiner nur zum Teil angehobenen menschlichen Natur bleiben. Aber dies bildet eine
ausreichend gute Basis für die Ankunft einer neuen Rasse. "Auf jeden Fall wären dies nur die Anfänge, die nicht die Fülle des göttlichen Lebens auf der Erde ausmachen können, sie gäben eine neue Orientierung des irdischen Lebens, wären aber nicht der Höhepunkt seines Wandels. Deswegen muß es die souveräne Herrschaft eines supramentalen Wahrheitsbewußtseins geben," sagt Sri Aurobindo. "Das Schicksal
der Erde vollendet sich, wenn der Körper zu einem treuen und tüchtigen Werkzeug geworden ist, das auf den Geist reagiert; wenn die Materie sich als Werkzeug der Manifestation zu erkennen gibt, wenn der Geist Souveränität über seine eigenen Werkzeuge, Besitz von sich selbst und Besitz des Lebens unter der Herrschaft des Geistes erlangt, ein neues Bewußtsein, mit der die Menschheit über sich selbst hinaus gelangt und Selbsterfüllung findet durch die Enthüllung der Gottheit, die in ihrem Inneren
um ihre Geburt kämpft. Dies ist die einzig wahre Supermenschheit und die einzig wahre Möglichkeit für einen Schritt vorwärts in Richtung der evolutionären Natur." (The Life Divine, Vol. 19, p. 1068) "Wenn es in der materiellen Natur eine Evolution gibt und wenn in der Evolution des Daseins Bewußtsein und Leben als ihre zwei Schlüsselbegriffe und Kräfte gelten, müssen diese Fülle des Daseins, diese Fülle
des Bewußtseins und diese Fülle des Lebens auf die Entwicklung zielen, auf die wir zusteuern, und sich früher oder später in unserem Schicksal manifestieren. Das Selbst, der Geist und die Realität, die sich aus der ersten Unbewußtheit des Lebens und der Materie enthüllen, würden ihre vollständige Wahrheit des Daseins und des Bewußtseins in diesem Leben und in dieser Materie entfalten. Sie würden zu sich selbst zurückkehren - oder wenn ihr Ende als Individuum die Rückkehr zum Absoluten
bedeutet, ist auch das möglich - nicht aufgrund einer Frustration im Leben, sondern aufgrund einer spirituellen Vervollkommnung ihrer selbst im Leben. Unsere Evolution in der Unwissenheit mit ihren abwechslungsreichen Freuden und Schmerzen der Selbstentdeckung, ihrer halben Erfüllung, ihres permanenten Findens und Verlierens, ist nur unser erster Zustand. Er muß zwangsläufig zu einer Evolution der Erkenntnis, der Selbstfindung und Selbstentfaltung des Geistes führen, zur Selbstenthüllung der
Gottheit in den Dingen mit dieser wahren Stärke der eigenen Natur, die für uns immer noch eine Supernatur ist. (The Life Divine, Vol. 19, p. 1069-70) Wenn dies die goldene Sakristei der neuen Erde ist, laßt uns zu Gott beten: O Gottheit, Mutter des Ganzen, Schöpferin vieler Rassen, Die überall in deinen umfangreichen Ausdehnungen leben, O Erde, Erhöre all unsere Gebete: Möge der Herrscher über alles, Der Richtige, der Personifizierte, dir alles geben, was du brauchen könntest. Mögen all deine Religionen unabhängig sein von Verschwendung oder Niedergang
O Erde, wachse immer üppig, damit wir erfolgreich werden. Eine ganze Lebensspanne wollen wir stets bewußt und wachsam Dir beständig unsere liebende Ehrerbietung darbringen. O Erde, süße Spenderin menschlichen Schicksals,
Gewähre mir ein leuchtendes Los, damit ich in Frieden lebe - Mit mir selbst und in Harmonie mit den Himmelskräften. Sei mir, o Mutterseher, gnädig und mache mich bereit für das Transformieren der Wahrheit. Prithivi Sukta top |