Das Universum ist ein großes Mysterium und der Mensch sein größtes Wunder. Seit seinem Erscheinen auf der Erde hat der Mensch das
Universum mit Freude, Angst und Verwunderung beobachtet. Sein Glanz und seine Erhabenheit haben die Aufmerksamkeit eines jeden empfindsamen Geistes in Beschlag genommen. Seine sich wandelnde Ordnung und sein ordentlicher Wandel haben Dichter, Philosophen und Wissenschaftler gleichermaßen fasziniert. Poesie ist der spontane Ausdruck, den ein Dichter seiner Beobachtung und seinem Verständnis des Universums verleiht. Dennoch ist der gesamte Korpus der Sprache und Literatur, Wissenschaft und
Philosophie, Bilder und Symbole nicht adäquat genug, um das Geheimnis des Universums zu enthüllen. Wenn die Vernunft versagt, erkennt der Mensch, daß Wissenschaft nicht alles ist. Er wird introvertiert und beginnt über die innere Welt des Unveränderlichen zu spekulieren. Seine Aufmerksamkeit verlagert sich von dem flüchtigen Rahmen der Sinneswahrnehmung und Vernunft hin zu dem unvergänglichen Bereich der
Lieblichkeit und des Lichtes. Diese spekulative Herangehensweise an ein Verständnis der höchsten Natur des Menschen und des Universums ist als Mystizismus oder Spiritualität bekannt. Aus der kulturellen Weltgeschichte geht hervor, daß sich das menschliche Bewußtsein zwischen diesen beiden Extremen hin und her bewegt. Es gibt in der Geschichte des Mystizismus Momente, in denen Mystizismus die Wissenschaft überragt.
Und es gibt Momente, in denen das Gegenteil zutrifft. Nun sind wir an dem Punkt angelangt, an dem beide Punkte zu einer Synthese gebracht werden müssen. Einzig der Veda ist in der Lage, die bestehende Kluft zu überbrücken und die gesamte, vereinte Vision des Universums zu präsentieren. Aldous Huxley behauptete, " Wissen sei eine Funktion des Seins". Jeder Mensch möchte Wissen erlangen. Seine Suche
nach dem Geheimnis des Universums war und ist in jedem Zeitalter ein dominantes Anliegen des Menschen. Das Wort Veda leitet sich von der Wurzel "vid" ab, was soviel bedeutet wie: Wissen mittels aller gegebener Möglichkeiten der individuellen Wahrnehmung, d.h. der fünf Sinne, des Geistes, der Vernunft und des Ego, aufnehmen und erkennen. Es kennzeichnet den natürlichen Lernprozeß, ebenso wie den Prozeß der Wahrheitsentfaltung in allen Phasen: den Wandel, die Unveränderlichkeit und die Einheit. Veda steht für die direkte Erfahrung der Realität: anubhava.
Wenn diese Erfahrung ihren natürlichen Ausdruck in Worten findet, dann birgt sie Weisheit und Vision in sich. Sie besitzt die Kraft, dem Wahrheitssuchenden Visionen zu vermitteln. Solche poetischen Äußerungen nennen wir Veda-mantras. Denjenigen, der diese mantras empfing, begriff und verfaßte, nannte man Rishi, oder Tattvadarsin. Das Rig Samhita repräsentiert den ältesten Schriftenkorpus der Welt, in dem wir Hinweise auf diese Seher finden, die ihre Botschaft der ewigen Wahrheit an die Menschheit weitergaben. Mit ihrem empfindsamen Geist waren sie in der Lage, die blitzartigen Augenblicke der Weisheit und der Vision zu empfangen, die das Universum aussendet. Sie haben der Realität ins Auge gesehen. Sie erlebten das gesamte Universum als lebenden Organismus. Sie sahen das universelle Gesetz und die kosmische Ordnung als Manifestation der Wahrheit und achteten sie als Rita.
Sie wußten um das harmonische Zusammenleben zwischen Wissenschaft und der Technik des Lebens. Es war das Zeitalter der Lieblichkeit und des Lichtes, fast vollständig befreit von Umweltverschmutzung, Korruption und Ausbeutung. Die Menschen dieses Zeitalters akzeptierten die Autorität der Veden, d.h. das anubhava oder aparoksamubhuti. Die Verfechter der Wissenschaft sind davon überzeugt, daß diese
direkte Form der Erfahrung nicht auf die fünf Sinne beschränkt ist. Der Geist ist subtiler als die Sinne, größer als der Geist ist die Vernunft (buddhi), und größer als die Vernunft das Ego (suksma kama) des Individuums. Die direkte Erfahrung wird mittels aller Gegebenheiten der individuellen Wahrnehmung, d. h. der fünf Sinne, des Geistes, der Vernunft und des Ego, erzielt. Wenn die individuelle Beobachtung und Auffassung auf die Erfahrung durch die fünf Sinne begrenzt ist, dann
nennt man diese Ebene des Verstehens carma-caksu oder sthula drsti. Wenn das Verstehen zum größten Teil durch die Reflexionen des Geistes beeinflußt wird, dann erreicht es die Ebene des manas caksu oder suksma Drsti. Wenn es diesen empirischen Radius übersteigt und vollständig von der Vernunft regiert wird, gelangt es auf die höhere Ebene des jnana caksu oder jnana drsti. Wenn die Erfahrungen der Sinne, des Geistes und der Vernunft voneinander
getrennt behandelt werden, kommt es häufig zu Konflikten. Werden sie hingegen zu einer einzigen Vision vereint, entsteht prajnana oder prajna-caksu. Dieses prajna (individuelles Talent) ist jedoch, unabhängig von seiner Brillanz, begrenzt. Individuelle Erfahrung tendiert immer zu Mystizismus. Sie ist subjektiv und wird daher svanubhava oder paroksa jnana genannt. Svanubhava wird häufig mit anubhavaoder aparoksamubhuti. verwechselt. Svanubhava muß jedoch unter der Anleitung eines Tattvadarsin,
der das individuelle Talent hervorhebt und es in Bezug zum Universum stellt, auf einer objektiven Ebene geprüft werden. Dieser Tattvadarsin ist der Satguru, der universelle Mensch, der die grundlegende Einheit zwischen dem Individuum und dem Universum aufzeigt und zudem die direkte Vision der Wahrheit offenbar werden läßt. Prajna, welches rein genug ist, um die Vision des Satguru zu empfangen, wird als Rtambhara prajna angesehen. Das anubhava des Satguru ist als göttliche Vision bekannt: Divya-caksu oder Divya-drsti. Divya-caksu ist der Höhepunkt der Evolution des menschlichen Bewußtseins.
Im elften Kapitel der Bhagavadgitawird erwähnt, daß Krishna Arjuna für sein Visvarupadarsin Dyvya-caksu zuteil werden läßt. Die Gita enthält jedoch keine Hinweise auf die Methode und Technik (Yoga-Yukti), die der Bhagvan Krishna anwendet, um Arjuna Divya-caksuzu offenbaren. Die meisten Kommentatoren haben der Bedeutung des Divya-caksunicht
genügend Aufmerksamkeit geschenkt. Sie haben dieses höchst wichtige Ereignis lediglich erwähnt, wobei einige von ihnen zur Mystifizierung tendierten. Sri Mayananda Chaitanya war der erste, der die Frage stellte: "Was ist Divya-caksu? Auf welche Art und Weise hat Krishna Arjuna Divya-caksu zukommen lassen?". Vorsichtig fragte er alle Heiligen und Weisen, die er traf. Niemand konnte ihm zufriedenstellend antworten, mit Ausnahme von Svami Visudhananda Sarasvati aus Kashi, der in der Tat erstaunt darüber war, diese bemerkenswerte Frage von dem 16-jährigen Svami Mayananda Chaitanya zu hören. Von seinem Talent beeindruckt, gab er ihm den Schlüssel für die Lösung des Rätsels des Divya-caksuund
machte ihm gleichzeitig auch bewußt, daß er als neunte Inkarnation eine göttliche Aufgabe hatte. Mit tiefem Respekt und Dankbarkeit akzeptierte Sri Mayananda Visuddhananda als seinen Satguru. Unter seiner Führung setzte er seine Forschung fort; er untersuchte alle sruti, smrti, sastras und puranas, um die fehlende Verbindung zu finden; und schließlich gelang es ihm, die Theorie des Divya-caksu mit praktischen Demonstrationen in seinem berühmten Werk Sarvanga-Yoga zu erklären, das im Jahre 1923 veröffentlicht wurde. Das von ihm demonstrierte einzigartige Experiment hinsichtlich des Erlangens und Weitergebens von Divya-caksuwar
sein herausragender Beitrag zum Fortschritt des Lernens im 20. Jahrhundert. Die vereinte Vision des Universums, die er in seinem Sarvanga-Yoga offenlegte, ist wesentlich integraler und umfassender als die holistische Weltauffassung der modernen Wissenschaftler. Das Sarvanga-Yoga macht uns die vedische Vision: "Purusa eva idam sarvam" mit äußerster Präzision bewußt. Die vedische Trinität "asat-sat-sarvam" wird im Sarvanga-Yoga als "Tat-tvam-asi" oder "ksara-aksara-Purusottama" repräsentiert. Diese Trinität ist eine dreifältige Einheit: drei in einem und eins in dreien, wie es im gesamten System der Existenz vorzufinden ist. Es ist das natürliche Make-up des Universums. Sri Mayananda zieht es vor, in seiner
Herangehensweise äußerst objektiv zu sein und rät seinen Schüler, einige Zuckerstücke vor sich zu legen, die das Zentrum des göttlichen Experiments bilden. Von diesem Objekt ausgehend beginnt er seine Erläuterung. In der sichtbaren Form des Zuckerstückes werden acht Komponenten sichtbar. Seine Form, wie es sich anfühlt, sein Ton, Geschmack und Geruch sind durch die fünf Sinne: Augen, Haut, Ohren, Zunge und Nase, zu erfassen. Diese fünf Sinne sind die Repräsentanten der fünf großen Elemente: agni, vayu, akasa, apah und prthvi.
Die Form, das Anfühlen, das Geräusch, der Geschmack und der Geruch sind mit der Substanz untrennbar verbunden - auch wenn wir sie mit unseren Sinnen getrennt aufnehmen. Die fünf großen Elemente im Universum, die da sind: Feuer, Luft, Äther, Wasser und Erde, können nicht voneinander getrennt werden. Unsere fünf Sinne bringen uns gemeinsam die Erkenntnis einer einzigen untrennbaren Existenz. Sie machen uns unsere universelle Physis in Form von pancikarana bewußt. Die beschreibenden Wissenschaften können die diesseitige Welt der Sinneswahrnehmung nicht überschreiten. Die fünf Sinne haben keinen Zugang zu den subtileren Bereichen der drei gunas: sattva, rajas, tamas. Der menschliche Geist ist subtiler und stärker als die fünf Sinne. Der Geist ist von den Gunas erfüllt und daher fähig, sie hinsichtlich ihrer Beschaffenheit und Funktionen zu erkennen und zu erfahren.
Das Zuckerstück aus Butter entwickelt sattva, das Zuckerstück aus Wasser rajas und tamaskennzeichnet die Trägheit. Unser Geist empfindet sie als Genuß, schmerzvollen Genuß und Schmerz. Ähnlich erfaßt der Geist die dreifältige Energie als Wille - Handlung - Trägheit, die vom Makrokosmos und Mikrokosmos erfüllt ist. Die drei Gunassind alldurchdringend. In der Natur treten sie in der Form von
Licht - Dämmerung - Dunkelheit oder Leben - Geburt und Tod in Kraft. In den Lebewesen entwickeln sich die drei Gunas durch Nahrung in kapha, vata und pitta und sind der Ausgangspunkt aller Taten. Darüber hinaus manifestieren sie sich hier als Geist, Intellekt und Ego, um das Selbst zu erfahren. Aus der Nahrung entspringt alles Leben. Durch Nahrung wachsen, bestehen und vergehen alle
Lebewesen. Die fünf Elemente: prthvi, apah, agni, vayuund akasa und die drei Gunas: sattva, rajasund tamas sind die Nahrungsquellen der Natur. Das Zuckerbonbon, das wir fälschlicherweise als leblos ansehen, ist die Quelle des Lebens. Es gibt zwei Formen (eine feste und eine subtile) ein und derselben Realität, der Natur (prakriti). Masse - Energie, Materie - Geist sowie Lebendiges - Lebloses sind durchlässige Elemente. Sie
sind relative Begriffe, die voneinander abhängig sind. Diese acht Komponenten sind dynamisch; sie befinden sich ständig in kreisförmiger Bewegung, sie verändern sich ständig und stehen miteinander in Verbindung. Sie sind miteinander verbunden, um organische Einheiten, wie zum Beispiel einen Baum, zu bilden. Die Harmonie dieser acht Komponenten wird als Samayavastha (Ksara) bezeichnet. Dieses Ksara kennzeichnet das Entwicklungsstadium, in dem sich das Spiel der Schöpfung vollzieht. Es ist der Ort, an dem in wechselndem Rhythmus und rhythmischem Wechsel das kosmische Spiel stattfindet. Hier kann der individuelle Beobachter erkennen, daß er ein untrennbarer Bestandteil dieses Spieles ist. Er ist gleichermaßen Spieler und Beobachter dieses großen Existenzspektakels. Was auch immer wir mit unseren fünf Sinnen und unserem Geist erfahren, ist die kosmische Form, die sich in Myriaden von Verkleidungen offenbart und grenzenlos in unzähligen Welten und Galaxien entfaltet.
Die ganze Welt der Sprache, Literatur, Wissenschaft und Philosophie, Bilder und Symbole endet im Ksara, dem wechselnden Aspekt des Universums, in dem sich unvergänglich das kosmische Spiel des Universums vollzieht. Dies ist unsere niedere Natur: apara, prakriti oder maya, die allen sichtbar ist, aber nur von einigen wenigen Erleuchteten auch erkannt wird. Dann enthüllt er uns den unveränderlichen Aspekt des Universums, den Bereich der Lieblichkeit und des Lichtes, der in der Gita und den Upanishaden als Aksara-brahmanbeschrieben wird. Indem er erneut auf das Zuckerstück zeigt, verdeutlicht er: die sichtbare Form des Zuckerstückchens ist ständig verschiedenen Veränderungen unterworfen. Es kann verschiedene Formen, wie etwa Kristall, Puder, Granulat, Tabletten, Sirup
usw. annehmen. In all diesen sich verändernden Formen bleibt die Süße jedoch unverändert. Bei der Süße handelt es sich nicht nur um den süßen Geschmack, den die Zunge kostet. Selbst wenn ein Klumpen Zucker zu Asche zerfällt oder in eine beliebig andere Form verändert wird, die Süße bleibt in Form von asti-bhati-priyatva unverändert. Es ist liebenswert und in jeder Form nützlich. Asti bedeutet das Dasein der Dinge, die durch nichts zerstört werden kann; sie können niemals in Nichts verwandelt werden. Diese Süße, die für den Geist und die individuellen Sinne unsichtbar ist, kann dem intellektuellen Auge sichtbar gemacht werden, wenn es durch einen erleuchteten Lehrer, z.B. den Satguru,
offenbart wird. Der menschliche Intellekt (die reine Vernunft) versteht und bestätigt asti als selbstverständlich und als in allen Existenzformen enthalten; bhati ist das Licht des Bewußtseins unseres Wesens, priyatva ist die liebenswerte Süße, die allen Dingen innewohnt. Es ist unsere höhere Natur, para prakriti, die uns in jeder Erscheinungsform so nahe steht, unser unsichtbares, unsterbliches Wesen, das in allen Manifestationen sichtbar wird. Dieses
alldurchdringende, omnipotente Aksara setzt das kosmische Rad der Aktion (Ksara ) und somit den göttlichen Tanz des Shiva oder die maya in Bewegung. Jenseits dieser Einheit und Multiplizität herrscht das "Höchste", das vereinte Ganze, in dem das Stetige und das Veränderliche untrennbar koexistieren. Die sichtbare Form des Zuckerstückes ist achtfältig; und die Süße, die
untrennbar im Zuckerstück vorhanden ist, ist mannigfaltig. Die Süße kann von der Form des Zuckerstückes unter gar keinen Umständen getrennt werden, denn beide sind für sich keine unabhängigen Einheiten, sondern untrennbare Aspekte eines Dinges, das sich Zucker nennt. In dem Augenblick, in dem wir das Wort "Zucker" aussprechen, bringen wir augenblicklich die Elemente der Süße und der Form zusammen. Beide Begriffe verlieren in dem Namen Zucker ihre Identität. Keines der Konzepte (der
Form oder der Süße) genügt, um den Begriff "Zucker" zu erklären. Sie können dies nur zusammen tun. So wie der Name eines Individuums seine ganze Persönlichkeit darstellt - seinen Körper, seinen Geist und seine Seele - so kennzeichnet der Name "Universum" alles, was existiert: das Stetige, das Veränderliche und das vereinte Ganze. Dies ist die Vision des Visvarupadarsana Yoga, wie es von Sri Mayananda dargelegt wurde. Es steht in perfekter Harmonie zum Veda und zu der Gita.
Das Sarvanga-Yoga zeigt, daß die untrennbare Verbindung zwischen Mikro- und Makrokosmos und dem ganzen Komplex des Ksara eine "homogene Produktionsstätte, in der Materie und Energie, Materie und Geist nicht voneinander zu unterscheiden sind und alle Formen der Bewegung, vom langsamen Drehen der Galaxien, bis hin zu den wilden Kämpfen der Elektronen, zu einfachen Veränderungen in der Struktur und Konzentration der uranfänglichen Energie werden" ist. Das Aksara-brahman, wie es uns im Sarvanga-Yoga offenbart wird, macht uns unsere Unsterblichkeit und Ewigkeit in Form von Schönheit und Wahrheit bewußt. Das Sarvanga-Yoga erreicht den Höhepunkt der Erleuchtung, wenn es uns Purusottama als das vereinte Universum, in dem die Relativität des jada-caitanya, sat-asat, prakriti-purusa und jagat-brahman vollständig verschwindet. Das Sarvanga-Yoga zeigt uns "sarvam
khalu idam brahman". In der direkten Erfahrung ist nichts irreal. Irrealität existiert nie und hört gleichzeitig nicht auf zu existieren. Aus diesem Grund kollabiert die scheinbar unwiderlegbare Philosophie des Vedanta; "brahma satyam jagat mithya" innerhalb von kürzester Zeit, wenn es mit Divya-caksu konfrontiert wird. Sri Mayanandas vereinte Vision der Realität überschreitet
die systematischen und holistischen Sichtweisen des Universums, wie sie von modernen Wissenschaftlern vorgelegt werden, bei weitem. Sie geht noch tiefer als die zutiefst ökologische Sichtweise der Umweltschützer. Sie ist erhabener als der kult-orientierte Mystizismus der Spiritualisten. Divya caksu ist über all diese sektiererischen Ansichten erhaben. Es entfaltet alle Aspekte des Universums und stellt sie in Harmonie zueinander. Die Basiseinheit zwischen Mensch und der Vision des Veda wurde hier auf den neusten Stand gebracht.
Divya caksu macht uns unsere universelle Form bewußt: Visvarupa. Das höchste Bewußtsein "Ich bin das gesamte vereinte Universum" ist die Quelle aller menschlichen Werte. Es inspiriert uns mit unerschütterlichem Mut und Vitalität, mit Demut, Sensibilität und Intelligenz, den Grundlagen unseres Charakters. Es enthüllt uns, daß karma, jnana und bhaktieine dreifältige Einheit sind,
die den Menschen von der Korruption durch Gedanken und Handlungen befreit. Es lehrt den Menschen, wie er mit sich selbst und der Umwelt in Harmonie leben kann. Es vermittelt uns die Möglichkeit, über die kritischen, sozialen, ökonomischen, erzieherischen, kulturellen, moralischen und spirituellen Angelegenheiten der Menschheit zu reflektieren. Es unterschätzt weder die Wissenschaft, noch glorifiziert es den Mystizismus, vielmehr bemüht es sich, ihre goldene Mitte zu finden. Es ist der Ort, an
dem sich Wissenschaft und Mystizismus begegnen, um gemeinsam für die Entwicklung des menschlichen Potentials einzustehen. Wenn diese Weisheit und Vision richtig aufgefaßt werden und in Taten umgesetzt werden können, dann können sie der Menschheit wirklichen Nutzen und Solidarität bringen. Es gibt keine Abkürzung zu sozialer Regeneration und nationaler Rekonstruktion. Dies kann nur durch Erziehung erfolgen. Erziehung ist der Schlüssel zur neuen Welt; und Sarvanga-Yoga ist der Grundstein der Erziehung.
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