In
knapp vier Jahren werden wir das turbulenteste Jahrhundert seit Menschengedenken abschließen, das 20. Jahrhundert. Das 20. Jahrhundert wird für seine spektakulären Entdeckungen und Erfindungen auf dem Gebiet der Grundlagenforschung und der angewandten Wissenschaften in Erinnerung bleiben. Das 20. Jahrhundert wird auch für die entsetzliche Zerstörung in Erinnerung bleiben, die der Mensch über seine Mitmenschen und
seine Umwelt gebracht hat. Das 20. Jahrhundert wird auch in Erinnerung bleiben, weil jedes Vorankommen eine Gegenströmung von Elend, Zerstörung, Haß und wachsenden sozialen Spannungen, Konflikten, Kriegen und entsetzlicher Vernichtung hervorgerufen hat. Erforschen wir die Ursachen dieser doppelt widersprüchlichen Entwicklung in der Gesellschaft, das spektakuläre Wachstum einerseits und die Entfaltung entsetzlich
negativer Emotionen auf der anderen Seite, ist zu beobachten, daß die doppelt widersprüchlichen Entwicklungen das natürliche Ergebnis eines von der Gesellschaft angenommenen Philosophiebezuges sind, der auf der Aneignung von Kenntnissen, Materialien und Phänomenen außerhalb des menschlichen Geistes beruht. Der Eckstein dieser Philosophie hat das "Individuum" empfänglich gemacht für den Standpunkt der
Supra-Überlegenheit gegenüber seiner unterstützenden Umgebung und jeglicher beherrschender Natur. Der Eckstein dieser Philosophie hat "Erfolg" zum einzig objektiven Ziel des Individuums in der Gesellschaft degradiert. Diese Philosophie hat das Charakteristikum im menschlichen Geist gefördert, das die grundlegenden Wurzeln einer sozial dynamischen und friedvollen Gesellschaft zerschnitten hat, das menschliche Ego. Die größten Reichweiten des Kosmos und die Tiefen des Atoms sind untersucht worden; dennoch sucht die Teilchenphysik noch immer nach dem grundlegenden Verständnis der Natur der Materie. Die vergangenen 500 Jahre Forschung in den Tiefen der Materie haben eine beträchtliche Vielzahl von Fragen aufgeworfen, um deren Lösung die Wissenschaft kämpft. Während jeder Teil des
menschlichen Körpers untersucht und chirurgisch seziert worden ist, hunderte und Tausende verschiedener chemischer Stoffe in ihn gespritzt worden sind, um Krankheiten auszurotten, hat der Mensch in seinem Erwachen sich selbst über die Schwelle einer beachtlichen Grenze zu neuen Krankheiten mit unvorstellbaren Konsequenzen gebracht. Wohin wendet sich die Wissenschaft jetzt von hier aus? Wohin wird das Studium der
Elementarteilchenphysik führen? Wohin wird das Studium des Menschen, der Krankheiten und der Medizin führen? Nach Auffassung des Autors wird jede menschliche Anstrengung letzten Endes zum Studium, zur Disziplin und zur Entwicklung des menschlichen Geistes führen. Das Studium des menschlichen Geistes wird die Physik des 21. Jahrhunderts werden. Prüfen wir die Ereignisse der letzten 600 Jahre, stellen wir fest, daß sie uns veranlaßt haben, nach innen zu tendieren, wo wir die Lösungen für die grundlegende Natur der Materie finden können. "Cogito ergo sum"-"Ich denke, also bin ich", mit diesem Satz hat René Descartes, ein Mathematiker und Philosoph des 17. Jahrhunderts, ein System von
Wissenschaft und Philosophie in Bewegung gesetzt, das im Denken der gesamten westlichen Welt für einige folgenden Jahrhunderte vorherrschte. Das gesamte Gebäude der modernen Wissenschaft basierte auf der berühmten kartesianischen Sicht der Natur, die grundsätzlich in zwei getrennte und unabhängige Bereiche geteilt worden ist, Materie (res extensa) und Geist (res cogitans). Diese Denkweise ebnete den Weg für alle
Wissenschaftler, die Materie als unbelebt und getrennt vom individuellen Selbst zu behandeln und fernerhin die ganze materielle Welt als umfangreiche Ansammlung von individuellen Dingen mit von ihnen selbst getrennter Identität zu sehen, die eine riesige Maschine mit einem gewissen Ordnungssystem bilden. Diese mechanistische Weltsicht, getragen von dem Physiksystem Isaac Newtons, die auch klassische Physik genannt
worden ist, wurde zum Fundament jeder Wissenschaft und diese Sichtweise dominierte jedes wissenschaftliche Denken. Parallel laufend zur mechanistischen Weltsicht der Wissenschaftler kam viel eher die Sicht eines monarchischen Gottes auf, der aus den fernen Reichweiten der Räume des Himmels über das Geschick allen Lebens hier auf der Erde und sonstwo überall herrschte und Gerechtigkeit verteilte, während die
Wissenschaftler begannen, die fundamentalen Gesetze der Natur als die Gesetze Gottes anzusehen. Die Erläuterungen der verschiedenen Phänomene durch die Newtonsche Physik und ihre Bestätigungen erwiesen sich nur bestärkend für die kartesianische Philosophie des "Cogito ergo sum" , so daß westliche Gesellschaften begannen, ihre Identität mit dem Verstand gleichzusetzen. Die klassische oder Newtonsche Physik und die mechanistische Weltsicht gründeten höchst erfolgreich eine ganze Wissenschaftskultur in westlichen Gesellschaften mit spektakulären Erfolgen auf den Gebieten der Physik, Biologie, Medizin und Chemie. Es übersteigt das Fassungsvermögen dieses Vortrags, die vielfältigen Erfolge der Philosophien auf der Grundlage der mechanistischen Weltsicht zu untersuchen, es genügt zu sagen, daß die gesamte Skala
wissenschaftlicher Bemühungen auf die Analyse von Material und Erscheinungen gerichtet war, die sinnlich wahrnehmbar waren und daß dieses Bemühen reduktionistisch, individualistisch und isolationistisch im Wesen war. Ungeachtet des materiellen Erfolges hat die reduktionistische, individualistische und isolationistische Natur dieser Anstrengungen für die Gesellschaft auch eine ganze Skala von sozialem, moralischem und wirtschaftlichem Leid gebracht, das Gegenstand der Diskussion in
verschiedenen Foren in der ganzen Welt ist. Es war hier in den Firmamenten des Kosmos und in den Grenzgebieten der Materie, wo die ersten dunklen Ahnungen von Grollen fühlen ließen, daß nicht alles gut war mit der mechanistischen Weltsicht und daß die Phänomene im Kosmos und im Innern der Materie nicht voll und ganz durch die Newtonsche Physik erklärt werden können. Einige der durch die Newtonsche Physik aufgeworfenen Fragen sind hier aufgezählt. - Was ist die grundlegende Natur der Materie?
- Warum verhält sich die Materie manchmal wie Wellen und manchmal wie Partikel?
- Warum ist die Lichtgeschwindigkeit die höchste Geschwindigkeit?
- Was ist der Ursprung des Universums?
- Die verblüffende Doppelnatur des Lichtes...
- Warum betrifft die Störung eines
Elektrons jedes andere Elektron im Universum? (Quantentheorie)
Ähnliche Entwicklungen finden auf den Gebieten der Chemie und der biologischen Wissenschaften statt. Die Nutzbarmachungen der Chemie sind konfrontiert mit den Resultaten der Ergiebigkeit des Bodens, des Tötens der Erde durch chemische Dünger, des
weiten Umfangs der Umweltzerstörung, der Verminderung der Ozonschicht, der Erzeugung von riskanten giftigen Chemikalien, die dem Wachstum ernsthaft Grenzen setzen. Die biologischen Wissenschaften sahen sich nicht weniger Problemen gegenüber. Die Behandlung des menschlichen Körpers durch äußere chemische Intervention unter Ausschließung der Rolle des Geistes und der gesamten Psychologie ist auf begrenzten Erfolg
gestoßen, was mehr Fragen aufgeworfen hat als sie zu lösen. Auf der Suche nach völliger Ausrottung der Krankheiten sehen sich die Medizin und die biologischen Wissenschaften heute Krankheiten gegenüber, die nur das Handwerk der modernen Wissenschaften zu sein scheinen. An Krankheiten psychiatrischen Ursprungs ist nur herumgepfuscht worden, ihre Ursachen und Heilverfahren entziehen sich noch immer der Menschheit. Was in den Bereichen des menschlichen Geistes vorgeht, sowie das menschliche
Gehirn lag bis vor kurzem außerhalb der Aufmerksamkeit der medizinischen Wissenschaften. Weiterhin hat sich die Biologie bis jetzt noch nicht ernsthaft länger aufgehalten mit der Natur des Lebens. Die allgemeine Wirkung der Bemühungen der medizinischen Wissenschaften in ihrem gegenwärtigen Ablauf hat die reale Möglichkeit geschaffen, eine große Anzahl iatrogenischer Krankheiten hervorzubringen, an denen tatsächlich mehr als 70% der menschlichen Bevölkerung dauerhaft leiden. Ich zögere hier noch, mich an die sozialen Folgen dieser Sicht der Menschheit und der Welt zu wagen. Das wäre sicher ein Thema für eine beachtliche weiterführende Arbeit. Bei dieser Lage der Dinge wäre es sehr sachdienlich, die Wissenschaftsmethode genau zu beobachten und zu kommentieren. Wenn der Beitrag der Wissenschaft für die Gesellschaft ausgewertet
werden soll, dann ragt ein Beitrag über alle anderen hinaus, ich spreche von der Methode der Wissenschaften, der "Wissenschaftlichen Methodologie". Die wissenschaftliche Methodologie hat systematisch Wissenschaftler von ihrem Ehrgeiz Tag für Tag in die Welt geführt, zum Mikrokosmos und Makrokosmos und von dort zur Akzeptanz einer existierenden neuen Realität für die Physik, Chemie und Biologie und für das
Bewußtsein. Wissenschaftler heute nehmen Kenntnis von der Existenz einer Wesenheit genannt Bewußtsein während ihrer Studien der Physik und anderer Wissenschaften. Aber wie will die Wissenschaft versuchen, das Bewußtsein zu untersuchen, zu erforschen, zu quantifizieren und auszuwerten? Das ist die Billion-Dollar-Frage. Wird die Physik sich
ein ultraempfindliches superintelligentes Werkzeug ausdenken, das die Signale oder die Aura der Existenz individuellen Bewußtseins erfassen kann? Wird die Wissenschaft einige solcher Sensorien finden, die das Bewußtsein "quantifizieren" können? Zwecks tieferen Einblicks in diese Fragen beschäftigen wir uns vorübergehend mit "Maya" und "Samadhi". Unser traditionelles Verständnis sagt
uns, daß "Maya" Nicht-Realität ist. Aber was ist dann Realität? Bis wir nicht wissen, was "Realität" ist, können wir nicht erwarten zu wissen, was "Nicht-Realität" ist. Aber die Streitfrage ist hier, daß uns zuerst gesagt wird, daß alle mit den Sinnen wahrzunehmenden Phänomene, die materielle Welt, Raum, Zeit und unsere Sinneswahrnehmungen, Nicht-Realität sind, und dann können wir vom Zustand der Nicht-Realität zur Realität voranschreiten. Uns wird nur gesagt,
daß Realität ein alles erfüllendes Bewußtsein ist. Durch die Forschungen der Quantenphysik sagt uns die Wissenschaft, daß diese Welt und alles darum herum nur anscheinend ist. In anderen Worten, Bewußtsein nach traditionellem Verständnis durchdringt alles und jedes, und jede Zelle in diesem Universum hat sich selbst in die "Form"
oder "Gestalt" projiziert, wobei die "Form" oder "Gestalt" sich selbst als "Realität" erscheint; wie versagt die "Form", die nur eine Projektion des Bewußtseins ist, sich selbst als Bewußtsein zu identifizieren oder sich selbst als "grobstofflicher Rest" der "Form" zu realisieren, wo doch der "grobstoffliche Rest" das ist, was von den Sinnesorganen erfaßt wird? Von der traditionellen Lehrmeinung wissen wir, daß der Schlüssel zum eben Gesagten im menschlichen Geist liegt. Ist der menschliche Geist "getrübtes Bewußtsein", getrübt durch den Schleier der Maya oder eine gespenstische Projektion, darauf wartend, durch Anwendung von Intelligenz und geeignete Maßnahmen vom "grobstofflichen Rest" und seiner Umgebung gereinigt zu werden? Das traditionelle Wissen sagt uns, daß diese
geeigneten Maßnahmen Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Pratyahara, Dharma, Dhyana, Samadhi, Bhakti-Yoga, Karma-Yoga, Jnana-Yoga u.s.w. sind. All diese Maßnahmen dienen nur dazu, den Weg zu ebnen für diese "Form", diesen "grobstofflichen Rest", um den Zustand von Samadhi zu erlangen. Unser traditionelles Wissen besagt, daß der Zustand von Samadhi die Verbindung oder Erkenntnis des individuellen
"getrübten Bewußtseins" mit dem Höchsten alles durchdringenden Bewußtsein ist, das das Universum durchdringt; falls der Begriff "Universum" die Bedeutung von Endlichkeit vermittelt, möchte ich sagen, daß das Oberste Bewußtsein die Unendlichkeit durchdringt. Nun, eine der Bedingungen, die von allen traditionellen Erkenntnissen als sine qua non zur Erreichung von Samadhi oder des Superbewußtseins
dargelegt wird, ist zuerst das Praktizieren von Yama oder Niyama. Was bewirkt die Praktik von Yama oder Niyama innerhalb der physio-psycho-chemischen Zustände auf der zellularen Ebene und der Mikroebene, bei der das Bewußtsein ausgerichtet wird auf einen rezeptiven Zustand und von dem Obersten Bewußtsein durchdrungen wird? Noch einmal, die traditionellen Lehren sagen uns, daß das konstante Shanten von Mantras wie
„OM" die Vereinigung des individuellen Selbst mit dem Höchsten Selbst bewirken. Heißt das, daß der Zustand der Rezeptivität des individuellen Selbst (des individuellen Bewußtseins) dem Höchsten Selbst (dem Obersten Bewußtsein) gegenüber zurückzuführen ist auf eine Form von pulsierender Energie, und daß nur wenn die Schwingungen des individuellen Selbst in einer Art von Resonanz mit den Schwingungen des Höchsten Selbst sind, der Zustand des Superbewußtseins oder Samadhi erreicht wird?
Weiterhin sagen uns die traditionellen Lehren, daß der Ausgangspunkt jeder Reise zur Erreichung eines superbewußten Zustandes das völlige Aufhören von Gedankenvibrationen des menschlichen Geistes ist (Patanjali-Yoga). Heißt das, daß ein normaler menschlicher Geist solch einen statistisch zufällig desorganisierten Zustand von Schwingungen wie „geistigen Nullzustand" nicht erreicht, wohingegen die Erfordernisse unter
Patanjali-Yoga im Geist bewirken, eine Nullspannung zu stabilisieren, unter der gewisse physio-psycho-chemische Reaktionen völlig gehemmt werden, was der Anlaß für die Einrichtung von den Bedingungen ist, die es erlauben, in das Superbewußtsein abzuheben? Dann wiederum stellt sich die Frage, wie sich das individuelle Bewußtsein mit dem Höchsten Bewußtsein verbindet, wenn solche Bedingungen oder Zustände erreicht
worden sind. Ich impliziere zweifellos keine „physische Verbindung" hier. Die Hindu Philosophie sagt uns, daß das individuelle Bewußtsein fünf Stufen oder Hüllen (Koshs) des grobstofflichen Körpers durchläuft. Konstituieren diese Hüllen oder „Koshs" ein notwendiges Verbindungsglied zwischen dem individuellen Bewußtsein und dem Höchsten Bewußtsein? Sind diese Hüllen Einrichtungen desselben Bewußtseins aber mit unterschiedlichen Schwingungsebenen und Dichten, deren grobstoffliche
Schicht den menschlichen Körper bildet und deren äußerste die zartesten Schichten sind, das Höchste Bewußtsein? Welche Rolle spielt der menschliche Geist, diese fünf Schichten zu öffnen oder darauf auszurichten, sich mit dem Höchsten Bewußtsein zu vereinigen? Zusammenfassend fühle ich, daß die Physik fragen sollte, welches diese
physio-psycho-chemischen Bedingungen im menschlichen Körper, im menschlichen Geist und im individuellen Bewußtsein sind, die das individuelle Selbst veranlassen, sich dem Obersten Bewußtsein anzuschließen, sich mit ihm zu verbinden, es korrekt wahrzunehmen, wenn die geeigneten Maßnahmen praktiziert werden. Die Physik hat durch die Erkenntnis der Existenz des Bewußtseins ein umfangreiches neues Forschungsgebiet
geöffnet, das gleichzeitig Geheimnisse des Mikrokosmos und des Makrokosmos erschließt, die dem Menschen seit undenklichen Zeiten schwer begreiflich sind. Der menschliche Geist verspricht der Hauptspielplatz der Physikforschung des 21. Jahrhunderts zu werden. Möglicherweise werden die Forschungen über den menschlichen Geist die Antworten erschließen für Fragen, die der sich Mensch gestellt hat, seit er die Frage nach seiner Existenz hier auf Erden gestellt hat. Vielleicht liefern diese
Forschungen dem Menschen eine Theorie für alles. Möglicherweise ist die Erschließung des menschlichen Geistes das Ende der Suche nach der Wahrheit. top |