Die Welt, wie sie uns heute umgibt,
ist ein Produkt von Wissenschaft und Technologie, und deren Auswirkungen kann man in nahezu allen menschlichen Unternehmungen spüren. Die Leistungen der Wissenschaft können jedoch in positivem oder negativem Sinn genutzt werden, wobei lediglich die ökonomischen und politischen Organisationen der Gesellschaft bestimmen, ob der Einfluß der Wissenschaft wohltätig oder schädlich ist. Die Wissenschaft wächst und
expandiert mit unglaublicher Geschwindigkeit. Der Fortschritt in der Wissenschaft vollzieht sich derart schnell, daß das Wissen eines Universitätsabsolventen in Naturwissenschaften und Technologie schon am Tage seines Abschlusses überholt, eine gute Forschungsarbeit bei ihrer Publikation schon fast nicht mehr auf dem neuesten Stand ist, daß ein militärisches Waffensystem nahezu veraltet ist, wenn es in Gebrauch genommen wird, eine teure Forschungsausrüstung schon als unmodern gilt, sobald sie
gebrauchsfähig ist. Die wissenschaftliche Revolution hat durch ihre Wirksamkeit und ihre außergewöhnlichen Errungenschaften den Menschen zuneuem Optimismus verholfen. Kein Problem wird als zu schwierig für eine Lösung angesehen. Der Wissenschaftler glaubt, daß er mit Forschung und harter Arbeit viele Probleme lösen kann, die bisher dem Schicksal überlassen blieben. Mit solchem Optimismus und Glauben an die
Wissenschaft verspürt der Mensch einen neuen Drang, die gravierenden Probleme von Hunger und Armut zu lösen, die heutzutage zwei Drittel der Menschheit belasten. Darüber hinaus stehen Wissenschaft und Technologie für eine Rationalisierung menschlicher Geschäftigkeit. Der Fortschritt in diesen Bereichen basiert auf wesentlichen, unveränderlichen Fakten. Gefühl allein hat im wissenschaftlichen Denken keinen Platz.
Sogar die Intuition, die bei der Entwicklung von wissenschaftlichen Theorien eine große Rolle spielt, wird nur dann zweifelsfrei akzeptiert, solange sie nicht auf die eine oder andere Weise bewiesen oder gerechtfertigt worden ist. Wissenschaftliche Arbeit erfordert eine gewisse Strenge im Denken, eine Berücksichtigung der Objektivität bei der Bewertung von Fakten. Sie erzieht den Verstand zu einer gelassenen, leidenschaftslosen und objektiven Beurteilung von Ereignissen und Situationen.
Auf diese Weise hat das wissenschaftliche Zeitalter zu einer Reihe von Werten und zu unbesiegbarem Optimismus beim Bearbeiten menschlicher Probleme geführt, zu einer Rationalisierung der Bemühungen, um ein Maximum an Effizienz zu erzielen, menschliches Leid und menschliche Not zu lindern und ein Gefühl für die Gemeinschaft aller Menschen zu erzeugen. Diese Werte wurden zu einem Bestandteil der Traditionen einer
industrialisierten Gesellschaft und einer neuen Kultur, die gegenwärtig entsteht . Einer der wichtigen Abteilungen der Vereinten Nationen, die UNESCO, hat die bedeutende Rolle erkannt, die die Wissenschaft im Bereich von Erziehung und Kultur spielt. Vorbei sind die Tage, als Kultur und Verfeinerung das Monopol der wenigen Privilegierten mit Geld und Macht, Luxus und Freizeit war. Kultur ist nun mit Hilfe der
Wissenschaft auf der ganzen Welt Gemeingut der Massen geworden. Die Wissenschaft hat die Kultur abwechslungsreicher gestaltet und dezentralisiert und aus ihr das gemeinsame Medium internationaler Verständigung gemacht. Die Wissenschaft läßt die Menschen die Einheit spüren. Wissenschaft ist das ernsthafte Streben nach Wissen und Entdeckungen und eine rastlose und leidenschaftliche Suche nach der Wahrheit. Sie
entwickelt sich durch harte Arbeit. Sie ist kein Routineunternehmen. Sie kann auch nicht durch administrative Tricks oder durch Erteilung von Anordnungen und Instruktionen von der Regierung oder irgendeiner anderen Behörde manipuliert werden. Sie fordert hohe geistige Kompetenz und vor allem Mut und ständige Anstrengungen. Die heutige Welt ist auf Wissenschaft gegründet; und das gilt auch für die Entwicklung in der
Welt. Vor allem im Westen entwickelten sich die fortschrittlichen Länder schnell und florierten, weil die Wissenschaft nicht auf Akademiker, Politik und Wirtschaft beschränkt war und sich auf soziale und kulturelle Gebiete ausdehnte. Darüber hinaus übertrugen sie der Wissenschaft die Aufgabe, all ihre Probleme zu lösen. Die Wissenschaft hat in diesen Ländern die gesamte Lebensauffassung revolutioniert und wurde zu ihrer Lebensart. Während wir den Westen nachäffen und Maßnahmen ergreifen,
unsere Vorstellung zu globalisieren, sind wir engstirnig und beschränkt, voreingenommen und befangen. Wir glauben alles in blinder Zustimmung ohne kritisches Denken. Wir glauben an Dogmen und übernatürliche Dinge. Psychologisch sind wir dem Westen nicht nahe, während wir uns mit ihnen auf jedem Gebiet messen wollen. Wir müssen erkennen, daß die Wissenschaft zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit jedem
Menschen, unabhängig vom Status gewaltige Vorteile und Möglichkeiten bietet. Sie hat eine beispiellose Kraft, die Armut, die Arbeitslosigkeit, die Unwissenheit und die Krankheit zu beseitigen. Dies zwingt dem modernen Staat die Verpflichtung auf, die große Macht der Wissenschaft für das Gemeinwohl und für die Weiterentwicklung der Menschheit als Ganzes einzusetzen. Weise angewandt kann die Wissenschaft nicht nur den Lebensstandard sondern auch die Lebensqualität erhöhen. Sie hat die
Produktionsweise sowie die Art des Denkens revolutioniert. Sie bietet einen neuen Lebensstil, neue Werte und eine neue Kultur, die Wissenschaftliche Kultur. Die Wissenschaftliche Kultur ist der traditionellen Kultur nicht entgegengesetzt. Keine Nation kann überleben oder gedeihen, wenn sie über ihre eigene Tradition hinwegsieht. Es gibt keine ausschließlich moderne oder traditionelle Gesellschaft als solche. Man
kann die traditionelle Gesellschaft nur modernisieren. Genauso weist eine wissenschaftliche Religion wie der Buddhismus eine andere Religion nicht als unwissenschaftlich zurück. Religion, sei sie wissenschaftlich oder unwissenschaftlich, entstand immer gemäß den Bedingungen einer bestimmten Gesellschaft zu einem bestimmten Zeitpunkt der Geschichte. Ebenso sind Wissenschaft und Spiritualität nicht gegensätzlich. Spiritualität ist auch als eine Wissenschaft anerkannt. Moderne Wissenschaft
erforscht neben der physischen auch die innere Seite des Menschen. Die modernen wissenschaftlichen und technologischen Innovationen müssen vollständig auf alle sozio-ökonomischen Sektoren angewandt werden, da sie weniger Rohstoffe und Energie verbrauchen und die Umwelt weniger belasten. Sie können am besten unseren Entwicklungszielen dienen und die Lebensqualität verbessern. Trotz unserer Unzulänglichkeiten sind wir große Schritte vorangekommen durch die Nutzung moderner Wissenschaft und Technologie. Wir haben durch die Grüne Revolution die Selbstversorgung in der Nahrungsproduktion erreicht und aus der Weißen Revolution Nutzen gezogen. Vom Export landwirtschaftlicher Güter haben wir uns zum Export von Kapitalgütern, technischen Gütern, Konsumgütern usw. weiterentwickelt; wir garantieren schlüsselfertige Projekte
und helfen den Entwicklungsländern. In gewissem Umfang entwickelten wir einheimische Technologie und erlangten Selbständigkeit in High-Tech-Bereichen. Ebenso übernahmen wir wissenschafts- und technologiepolitische Beschlüsse, um die bedeutende Rolle der wissenschaftlichen Gemeinschaft bei unseren Bemühungen, eine Nation aufzubauen, anzuerkennen und um das moderne wissenschaftliche und technologische Fundament in unserem Land zu stärken. Wir werden jetzt als hochindustrialisierte Nation
eingeordnet. Was die Menschen Indiens heute brauchen ist die Kultivierung von wissenschaftlicher Wesensart und die vollständige Teilnahme am globalen Marsch der Wissenschaft und Technologie, um unseren Planeten zu einem lebenswerten Platz zu machen und eine neue gesellschaftliche Ordnung aufzubauen, die auf Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit gegründet ist, durch den umsichtigen Gebrauch von Wissenschaft
und Technologie. top |