I. Die Erziehung und der Reichtum der Nationen: - Seit den ersten Tagen der Entwicklung ökonomischer Grundsätze begannen
Wirtschaftswissenschaftler, die Natur und die Gründe des Reichtums der Völker zu untersuchen. Die Merkantilisten betrachteten den Handel als die einzige Quelle ökonomischen Wachstums. Später, zur Zeit der Physiokraten, wurde der Boden als der wichtigste Faktor ökonomischen Wachstums identifiziert. Mit Ende des 18. Jahrhunderts brachten klassische Wirtschaftswissenschaftler eine neue Theorie ökonomischen Wachstums heraus, die das Kapital begünstigte. Die marxistischen
Wirtschaftswissenschaftler sangen Loblieder auf die Arbeit.. Am Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dank Joseph Schumpeter die Unternehmerschaft zum hochgeschätzten Faktor in der Theorie des Wachstums. Zu Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts erbeuteten Wirtschaftswissenschaftler unter Führung des Nobelpreisträgers Theodore Schultz (1961) die Krone. Schultz´s „menschliche Revolution der ökonomischen Gedanken", wie sie treffend bekannt ist, führte zur Anerkennung der
Erziehung als gewinnbringendem Sektor und dazu, daß die Ausgaben für die Erziehung als eine „Investition" anerkannt wurden, die „menschliches Kapital erzeugt, welches mit physischem vergleichbar ist."
II. Erziehung in den alten Kulturen : - Tausende von ägyptischen Handschriften, Denkmälern und Mumien, die durch die trockene Luft und den trockenen Sand, durch die Haltbarkeit des Aufbaus oder die Sorgfalt beim Einbalsamieren erhalten worden sind, bezeugen die Größe, zu der ihre Kultur, zehn Jahrhunderte vor der frühsten Periode der Griechen, entwickelt war. Grob kann dieser Zeitabschnitt auf 5000 vor Christus geschätzt werden. Es ist nicht viel über die Verfahrensweise der
Erziehung bekannt, die hauptsächlich durch Einprägen und Nachahmen erfolgte.
- Die Geschichte der Erziehung der babylonischen und assyrischen Kulturen geht auf kurz nach 3000 vor Christus zurück, und die Verfahrensweise war mehr oder weniger der der Ägypter ähnlich, das heißt Einprägen und Nachahmen.
- Es ist nicht viel über die Erziehung
im alten China bekannt. Was man aber mit Genauigkeit weiß, geht auf das siebte Jahrhundert zurück. Confucius setzt es auf 2357 vor Christus an, was aus seinen fünf Klassikern und seinen drei Büchern hervorgeht.
- In Indien geht die Geschichte auf die Zeit der Veden zurück, das heißt auf 5000 vor Christus. Es war die Lehrer-Schüler-Methode, wobei der Schüler üblicherweise für eine Zeitdauer von zwölf Jahren bei
seinem Lehrer (Gurukul, das heißt bei der Familie des Lehrers) wohnte. Es gab Lehrer, die sich in verschiedenen Lehrfächern spezialisierten, und zwar Waffen, Taktik, Literatur, Astrologie, Dichtung, Grammatik, Politik und so weiter. Obwohl die überwiegend übernommene Verfahrensweise Einprägen und Nachahmen war, unterstützen Handschriften der Schriften, die vor den heftigen Angriffen fremder Eindringlinge bewahrt wurden, ebenfalls den Gedanken der „geschriebenen Verfahrensweise".
- In Persien war das System nur in sofern mit dem indischen verwandt wie es das Einprägen und Nachahmen betrifft. Es war zwanglos, und es gab keine intellektuelle Erziehung.
III. Platon über Erziehung : - Lange vorher glaubte Platon, daß Erziehung unbedingt notwendig für die ökonomische Gesundheit einer guten Gesellschaft sei, da sie die Bürger zu „vernünftigen Menschen" mache. Da die Erziehung einen höheren ökonomischen Wert hat, argumentierte Platon, daß ein bedeutender Teil des Reichtums der Gemeinschaft in die Erziehung investiert werden müsse.
- Es war ein
ertragreicher Punkt, den Platon in ‘Der Staat’ ganz am Anfang seiner Forschung nach der Natur der Gerechtigkeit ansprach, nämlich, daß wir sie zuerst als eine „umfassende Anweisung" sehen sollten. Nur dann können wir seinen auf das Leben einzelner Männer und Frauen abschweifenden Kurs erfassen. Was gemäß Platon an der Gerechtigkeit wahr ist, ist ebenso wahr für die Erziehung in einer vielschichtigen Gesellschaft von heute. Aus dem Ergebnis des Einzelnen wird es schwierig, das Wesen der
Erziehung zu erfassen. Um zu sagen, was es in der organisierten Vielfalt der Menschen bedeutet, müssen wir es erst in der„umfassenden Anweisung" sehen.
- Der offenkundige Umstand an „umfassender Anweisung" in der Erziehung ist, daß es den zivilisierten Zustand der Menschen unterstützt und fördert. Dies war immer wahr und ist niemals wahrer als es jetzt ist. Nehmen wir die indische Gesellschaft oder
heutzutage eigentlich jede Gesellschaft. Sie braucht Lehrer, Schriftsteller, Elektriker, Philosophen, Naturwissenschaftler und so weiter in großer Zahlen und manchmal in unheimlich großer Zahlen, wenn sie sich selbst als eine funktionierende Angelegenheit halten will, und sie gelangt dahin nur durch den erzieherischen Prozeß.
IV. Die klassische Ansicht eines Wirtschaftswissenschaftlers: - Ein bedeutender Beitrag zur Diskussion um die Rolle der Erziehung in der Entwicklung wurde von Adam Smith gemacht, der den ökonomischen „Kapital" Wert der Erziehung herausstellte. David Richardo und Thomas Malthus bevorzugten die Erziehung als ein Mittel zum Einschärfen guter Angewohnheiten, des Verlangens nach Selbst-Verbesserung, moralischer Verpflichtungen und eigener Verantwortung. Malthus glaubte darüber
hinaus, daß ein Mangel an Erziehung die Menschen arm mache, und die Armut sie unglücklich mache. John Stuart Mill hob die Wichtigkeit einer erzogenen Belegschaft hervor. Marshall betonte, daß das wertvollste Kapital das sei, das in menschliche Wesen investiert wird. Wie auch immer, diese lange Tradition ist vergessen worden und Schultz wird die Wiederentdeckung der Wichtigkeit der Erziehung zugeschrieben (Tilak, 1994).
V. Globaler Überblick : - Seither hat Erziehung als Schlüsselelement des Entwicklungsprozesses große Anerkennung auf der ganzen Welt erlangt. Die menschliche Anlage-Revolution in den ökonomischen Gedanken (Schultz, 1961), hat sich tatsächlich in den meisten Teilen
der Welt verbreitet, und in den letzten 3-4 Dekaden hat ein globales Erziehungswunder mit einer einmaligen Explosion an Beitrittserklärungen stattgefunden. Die Beitrittserklärungen der Welt auf allen Ebenen der Erziehung vergrößerten sich auf das Vierfache, von etwa 220 Millionen 1950 auf etwa 1000 Millionen1990. Während dieses Zeitraumes wurde ungefähr ein Drittel des Bevölkerungswachstums von erzieherischen Einrichtungen durch steigende Schülerzahlen in Anspruch genommen. Mehr als die
Hälfte der Weltbevölkerung in der Altersgruppe von 6-24 Jahren ist üblicherweise in Schulen und Universitäten. Die Anzahl der Erwachsenen, die des Lesens und Schreibens kundig sind, verdoppelte sich von 1.1 Billionen im Jahre 1960 auf 2.3 Billionen im Jahre 1985. Die Anzahl der Lehrer stieg von 7.9 Millionen im Jahre 1950 auf 51.4 Millionen im Jahre 1990 um das 6 ½ -fache. Die öffentlichen Ausgaben für die Erziehung wuchsen um etwa das 13-fache an, von 54 Billionen $ im Jahre 1960 auf 1.1
Trillionen $ (zu landläufigen Preisen) im Jahre 1991 als einen Anteil an der gesamten Weltproduktion (UNESCO,1993). Für die Ausgaben an Erziehung in den einzelnen Ländern nehmen Sie bitte Bezug auf Anlage 1.
- Es ist schwierig, sich irgendeine vergleichbare Zeitdauer in der Weltgeschichte vorzustellen, in der sich die Erziehung so rasch ausbreitete und in der die Anzahl der Einbezogenen so überwältigend war
(Patel,1985). Moderne Erziehungssysteme sind fast überall gegründet worden und die Ausbreitung des heutigen ökonomischen Wachstums hat sich sichtbar beschleunigt (Easterlin, 1981).
VI. Der Ursprung neuzeitlicher Erziehung: - Vor etwa zwei Jahrhunderten hatte die Erziehung lediglich belehrenden Charakter. Der
Intellekt wurde zum Nachteil anderer Teile der Persönlichkeit entwickelt,. Das Kind sollte ruhig und aufnahmefähig zu bleiben; der Lehrer war ein Diktator. Der Lehrplan war gelehrt und streng und folglich hatte das Kind sich ihm anzupassen.
- Zu Beginn des achtzehnten Jahrhunderts fand eine beachtliche Reaktion gegenüber dieser engstirnigen Meinung von der Erziehung statt. Eingeführt von Rousseau und verfolgt von
Pestalozzi, Herbart, Froebel und Montessori, erreichte die moderne Reaktion auf dieses Konzept des Lernens ihren Höhepunkt und fand ihren überzeugendsten Vertreter in dem amerikanischen Philosophen und Pädagogen John Dewey.
- Jean Jacques Rousseau war der erste auf diesem Feld, er veröffentlichte „Emile", worin er drastische Veränderungen in Theorie und Praxis der Erziehung vorschlug. Während Kinder vorher als
von Geburt an böse betrachtet wurden, folgte Rousseau der entgegengesetzten Richtung und schrieb, daß sie von Geburt an gut sind. Diese neue Vorstellung vom Kind führte zu einer besseren Behandlung von Kindern in einer Anzahl von Haushalten und Schulen. Der größte Beitrag Rousseaus zur Erziehung war die Anerkennung des Unterschieds zwischen dem unreifen Kind und dem Erwachsenen. Sein Buch „Emile" diente jeder größeren Erziehungsreform seit dem achtzehnten Jahrhundert als leitende Fontäne
der Inspiration.
- Heinrich Pestalozzi (1746-1827) erweiterte Rousseaus Naturalismus, indem er konkrete Vorschläge gab, die in Schulen durchgeführt werden sollten. Pestalozzi versuchte Rousseaus individualistisches Ungleichgewicht auszugleichen, ohne zu vergessen, daß Kinder wie Kinder erzogen werden müssen bevor sie zu Erwachsenen werden. Er baute seine Schulen nach dem Modell der Familie auf, wobei er beibehielt,
daß es keinen Unterschied zwischen der Schule und dem Zuhause geben sollte. Der bedeutendste Beitrag Pestalozzis war die Schüleraktivität in einem vorher unbekannten Ausmaß von konstruktiver und kreativer Arbeit und die Schülerdiskussion.
- Johann Friedrich Herbart (1776-1841), der manchmal der Vater moderner Psychologie genannt wird, war ein deutscher Philosoph und Erzieher, dessen Vorstellungen von Erziehung in
der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts Impulse gaben. Das Neue bestand in der psychologischen Basis seiner Philosophie. Er glaubte, daß eine reine Ansammlung von Tatsachen unnütz sei und daß Tatsachen so gelehrt werden müßten, als ob sie für den Lehrer eine Bedeutung hätten. Dieses Lernen sollte zur Charakterbildung beitragen. Er erhielt aufrecht, daß das Ziel der Erziehung Moralisch und Ethik sei.
- Friedrich
Wilhelm August Froebel (1782-1852), ein deutscher Erzieher, ist bekannt als der Vater des Kindergartens. Wegen seiner Erinnerungen an die Leiden seiner frühen Jahre, in denen er vernachlässigt worden war, wollte er helfen, ein besseres Leben zu führen. Er schuf neuen Respekt vor der Individualität des Kindes. Er schärfte der Welt ein, daß die strenge Disziplin und die traditionelle Formalität der Schule aufgegeben werden müssen, um die dynamischen und aktiven Qualitäten der Natur eines Kindes
zu entwickeln. Froebels Kindergarten wurde als „die bei weitem originellste, attraktivste und philosophischste Form der Kleinkindentwicklung, die die Welt gesehen hat" angegeben.
- Dr. Maria Montessori (1870-1952) ist die nächste Theoretikerin in dieser Reihe von Romanzen des Kindes. Ihre Methoden der Kindererziehung basieren auf ihrer Arbeit mit Schwachsinnigen. Dr. Montessori trainierte ihre Kinder zum
Arbeiten, aber es gab kein Aufzwingen von Arbeit und keine Belohnungen und keine Strafen. Dies faßt ihre These zusammen: „Jedes blöde Kind und jeder blöde Mensch sind Produkte von Verhinderung".
- John Dewey (1859-1952) galt als großer Philosoph, Erzieher und Humanist. Er übte einen tiefgreifenden Einfluß auf das amerikanische Erziehungssystem seiner Zeit und ebenso auf andere Philosophen und Erzieher der Welt
aus. Dewey betonte das Lernen durch Erfahrung und Tätigkeit. Ihm zufolge läuft das Kind vor Interesse über. Aus seinem Interesse muß für die Erziehung Nutzen gezogen werden.
- Rabindranath Tagore (1861-1941) war ein großer Erzieher des Ostens, der zu der Theorie und Praxis der Erziehung beitrug. Tagore ist Indiens Rousseau, Pestalozzi und Froebel, alle zusammen genommen. Wie sie verwandelte er sich in einen Rebell.
Noch einmal stand er für die Emanzipation des Kindes und machte dessen Recht geltend, für sich selbst zu leben. Tagore war der erste Erzieher der Welt, der glaubte, daß der Lehrer eine neue Rolle in dem internationalen Wirkungskreis spielen müßte, da die meisten Probleme heute international sind.
- Der Philosoph und Pädagoge Mahatma Gandhi (1869-1948) befürwortete die Grundlage der Erziehung im Osten. Wohingegen
Dewey alles nützliche Wissen mit Geschicklichkeit in Beziehung brachte, lieferte Gandhi mit der Einführung der Geschicklichkeit als dem Zentrum der Wechselbeziehung einen ursprünglichen Beitrag zur Welt der Pädagogik. Es war nicht Erziehung und Arbeit, sondern Erziehung durch Arbeit.
- Der Einfluß von bedeutenden Erziehern auf die indische Erziehung dieser Milchstraße - Rousseau, Pestalozzi, Herbart, Froebel,
Montessori, Caldwell Cook, John Dewey, Mahatma Gandhi, Rabindranath Tagore - ist in beidem, im Geist und in der Methode, so in die Struktur der Erziehung verwebt, daß es fast unmöglich wäre, die Beitragsleistungen von all diesen zu trennen. Insbesondere indische Erziehung und das System der Erziehung in fast allen Ländern der Erde im allgemeinen, ist durch den Beitrag von all diesen großen Lehrern der Menschheit unendlich viel reicher. (Kochhar, 1988)
VII. Die sozioökonomischen und kulturellen Aspekte: - Erziehung ist untrennbar mit anderen sozioökonomischen Handlungsfäden verflochten und in eine Gesellschaft mit jeder Struktur ihres Wesens eingegliedert. Es ist ein Sub-System des größeren Systems, daß das
Sub-System erhält und abwechselnd von ihm erhalten wird.
- Wir sagten vorher, daß es Erziehung ist, die die Zivilisation des Menschen unterstützt und fördert. Sie tut das, indem sie Männer und Frauen an bestimmte Rollen in der Gesellschaft anpaßt. Um die Natur der Erziehung zu verstehen, müssen wir deshalb verstehen, was es bedeutet, eine Person darauf vorzubereiten, eine Rolle in einem Rollensystem einzunehmen, so
daß das Rollensystem eine zivilisierte Gesellschaft begründet.
- Kulturelle Eintracht, Respekt gegenüber anderen Kulturen, Erhaltung von Zivilisation etc. Obgleich wir von der Zivilisation einer Gruppe oder eines Landes sprechen, hilft das Wesen kultureller Grundlagen im Einzelnen den Grund für die kulturelle Eintracht zu legen, für zweckmäßige gegenseitige Beeinflussung in einer Gruppe und für ein geplantes,
entschlossenes Zusammenleben. Unterschiede in den kulturellen Grundlagen zwischen den Personen und Konflikte mit den Werten und Zielen im Innern einer Person führen oft zu Spannungen und Veränderungen von kulturellen Merkmalen und Werten.
- Weltweite Werte setzen sich aus all diesen Werten zusammen, die sachdienlich und bedeutungsvoll für den weltweiten Frieden und die weltweite Ordnung, die Solidarität, die
Freiheit und die Gerechtigkeit aller, die vollständige Abrüstung und die Abschaffung aller Arten von Sklaverei, Folter und Todesstrafe sind (Griffin & Pareek,1970).
VIII. Das indische Szenario: - Lord Macaulays berühmte
Augenblicke der Erziehung von 1835 legten die Grundlage für eine neuzeitliche Methode der Erziehung in Indien. Diese Methode wurde hauptsächlich eingeführt, um die Kraft der Menschen für das Aufrechterhalten von Recht und Ordnung in den Ländern auszubilden, um die Infrastruktur zu erhalten, die für freigelegte Mittel benötigt wird, und um einen Absatz für ihre Produkte zu finden, mit dem Ziel ein bequemes Leben für die gewerbliche Gesellschaft des Vereinten Königreiches zu beschaffen. Lange
davor hatte Raja Ram Mohan Roy die Einführung der europäischen Methode der Erziehung im Lande befürwortet.
- Die Billigung der (heute) allgemeinen Vorlage 10+2+3 für Schulen und Universitäten wurde als eine wichtige Reform in der Methode der indischen Erziehung hervorgehoben und wurde zuerst von der Kommission der Universität von Kalkutta (1919) empfohlen.
- Nach der Unabhängigkeit untersuchte die Kommission für universitäre Erziehung (1948) unter dem Vorsitz von Dr. S. Radhakrishnan die Angelegenheit zum ersten Mal. Das Hauptanliegen des Berichts war unter anderem die Universität als Organ der Zivilisation, des intellektuellen Abenteuers , der einheitlichen Lebensweise, der Weisheit und des Wissens und des Ziels der sozialen Ordnung. Um den Bericht zu zitieren: „um die Worte „Upanishads" zu
benutzen, müßten wir Texte (Mantravit) kennen, und nicht das Ich (Atmavit)." Platon unterscheidet zwischen tatsächlicher Information und Verständnis. Keine Menge tatsächlicher Information würde einen gewöhnlichen Menschen zu einem erzogenen oder tugendhaften Menschen machen, wenn nicht etwas in ihm erweckt wird, eine angeborene Fähigkeit, das Leben der Seele zu leben."
- Alle indischen zweitrangigen
Erziehungskommissionen unter dem Vorsitz Dr. A.L. Mudaliar legten ihren Bericht 1953 vor. Die einfachste Reform, was den Bericht betrifft, würde es gewesen sein, ein Jahr zu einem Kurs für den Erwerb eines akademischen Grades hinzuzufügen und die zwei Jahre des dazwischenliegenden Kurses auf die Schulphase zu übertragen. Aber wegen verschiedener Gründe und hauptsächlich aus finanziellen Gesichtspunkten heraus kann dies nicht getan werden. Statt dessen wurde die Empfehlung des Sargent-Berichts
zu einem elften Jahr der Höheren Sekundar-Schule, gefolgt von einem dreijähriger Kurs für den ersten akademischen Grad, wieder in Erinnerung gebracht und die Vorlage von 8+3+3 gebilligt.
- Der ganze Standpunkt wurde noch einmal von allen indischen Erziehungskommissionen, unter dem Vorsitz von Dr. D.S. Kothari, überdacht und die Kommission kam, nachdem sie die bestehende Situation untersucht hatte, zu dem Schluß, daß
es äußerst erstrebenswert wäre, den einheitliche Vorschlag von 10+2+3 für Schulen und Universitäten überall im Land zu billigen.
- Eine neue Erziehungspolitik (National Policy on Education) wurde von der Regierung Indiens 1986 eingeführt. Etwas später gab die Regierung Indiens eine nationale politische Erklärung über Erziehung für das Land im Jahre 1988 heraus, wobei sie die Empfehlung der indischen
Erziehungskommission im Geiste trug.
- Mit der Absicht, durch die Weltgemeinschaft aufeinander einzuwirken und der „Internationalisierung der Erziehung", wie von Tagore im Geiste gesehen, werden eine Zahl von Austauschprogrammen, gemeinsamen Forschungsprojekten, Programmen und zweisprachigen Protokollen von der Regierung, halboffizieller und autonomer internationaler Behördenebene vollzogen. Um ein paar
anzuführen: Sammlung von Quellenmaterial von Forschungsarbeiten im Vereinigten Königreich und anderen Ländern, Ausführung der kanadischen Studien, Indo-US Kameradschaftsprogramme, CSIR-CNRS (Frankreich) Austausch von Wissenschaftlerprogrammen und im Commonwealth wissenschaftliche Lehrkörper, Forschungsarbeiten etc.
IX. Dr. Parnekar`s Gedanken über Erziehung:
- Dr. Ramchandra Pralhad Parnekar,Ph.D. (1916-1980), der nicht mehr lebt, war einer der ursprünglichen Denker im zeitgenössischen Indien. Dr. Parnekar war als „Maharaj" bekannt und respektiert und Tausende seiner Schüler folgen ihm. Er, der ein „Maharaj" ist, gehört zu der ruhmreichen spirituellen Tradition Indiens. Während er mit den alten spirituellen Traditionen Indiens fortfuhr, kleidete er
seine eigenen Grundsätze in einen sehr klaren, verständlichen und nicht-dogmatischen Stil des Denkens auf dem Feld der Philosophie, des Spiritualismus, der Wirtschaftswissenschaften, der Erziehung, der Kosmogonie etc. Laßt uns nun Dr. Parnekars Meinung zu dem Thema Erziehung untersuchen:
- Des Menschen Geburt ist Wunsch des Allmächtigen, aber seine Ernährung ist es nicht. Man muß sich die Mühe machen, sich bei
Kräften zu halten. Nur mit systematischer Anstrengung kann man sich bei Kräften halten, anders nicht. Und wie man sich systematisch anstrengt, ist eine Sache des Lernens. Um sich dieser „Erziehung" zu unterziehen, hat der Mensch eine Vielfalt von Wissenschaften entwickelt, und zwar Dharma, Moral, Logik, Philosophie, Wirtschaftswissenschaften, Politik, Soziologie, Psychologie, Erziehungswissenschaft, Medizin und so weiter. Er hat diese Wissenschaften entwickelt, um zu lernen, „wie es
möglich sein würde" oder wie „man sich erhält". Er befaßt sich heutzutage mit all diesen Wissenschaften. Unglücklicherweise hat er trotzdem das Objekt seiner Studien vergessen, nämlich, daß er lernen muß, wie man sich erhält.
- Er macht um die Einzelheiten zu viel Aufhebens, was auf die Tatsache zurückzuführen ist, daß er nicht von der Notwendigkeit überzeugt ist, überlegte Bemühungen zu unternehmen, um
Weisheit zu erlangen.
- Lesen und Schreiben werden von den Sozialwissenschaftlern als unerläßlich betrachtet, um einen Menschen „menschlich" zu machen. Aber für niemanden ist es wichtig festzustellen, ob und in welchem Maße diese zwei ihn verwandeln.
- Erziehung, früher einmal eine sehr gottesfürchtige Einrichtung, ist heutzutage
wenigstens in Indien der Schauplatz völliger Verwirrung, und, von ein paar Ausnahmen abgesehen, ist es in anderen Ländern und (insbesondere) Entwicklungsländern nicht viel anders.
IX.(a) Die alten Zeiten: - Früher besaß der
Menschen beschränktes Wissen, aber er vertraute unbedingt darein und üblicherweise war es seine Anstrengung, dieses Wissen zu behalten und zu fördern, bis er den letzten Atemzug tat. Er lernte „durch Vertrauen". Heute lernen wir „durch Zweifel".
- Es gibt heute unter den Gebildeten die falsche Vorstellung, daß Weisheit durch nichts als das Lesen von Büchern erreicht werden kann. Manchmal scheinen sie das
Vergnügen und den Hochmut zu besitzen, den Inhalt des Buches nur durch das Lesen des „Vorwortes" aufgenommen zu haben. Und dies hat sich in der jüngeren Generation durchgesetzt, die, unter dem Vorwand zu Hause zu „lesen", in der Klasse unaufmerksam ist, und die Lehrer sind Subjekte ihres „Vergnügens".
IX.(b) Die schwierige Lage der Eltern: - Der ökonomische Zwang und das Unvermögen der Eltern ermutigen das aufsässige Verhalten der Mündel. Spielprotokolle zählen als Anzeiger ihrer Intelligenz. Die Eltern machen sich nicht die Mühe, ihre Kinder zu bewerten. Das Kind ist sich bewußt, daß es nicht fähig sein wird zu genießen, wenn es einmal eine Arbeit bekommt und darum gibt es sich allen Arten von Lastern hin, obwohl es eigentlich mehr an seiner körperlichen Konstitution interessiert
sein sollte.
- Elternschaft ist eine Sache des Alters. Man erlangt Elternschaft, wenn man heranwächst und Kinder zeugt. Im Gegensatz zu Elternschaft ist Weisheit keine Sache des Alters. Weisheit kann nur durch ein bewußtes Programm des Lernens erreicht werden. Weisheit kann nicht mit der einen oder anderen Sache gleichgesetzt werden außer, daß Meisterung des Lebens ein wahrer Indikator für Weisheit ist. Genau wie
der Mensch nicht versteht, daß Weisheit nicht automatisch kommt, ist sogar eine intelligente Person nicht fähig, die Weisheit in die Praxis umzusetzen, die sie sich im Laufe des Lebens angeeignet hat, oder sie zu verwenden.
IX.(c) Erziehung setzt Weisheit in die Praxis um: - Obwohl es gleich aussieht, ist es nicht
das Gleiche, das im Geiste stattfindende in die Praxis umzusetzen oder das nur zu fühlen, was in die Praxis umgesetzt werden könnte. Um Gedanken in die Tat umzusetzen, braucht man physische Stärke und die Gewohnheit des Arbeitens. Aber um nur solche Gedanken in den Kopf zu bekommen, die in die Tat umgewandelt werden sollten, muß man sich selbst in einer sachlichen Art und Weise kennen und viele Dinge ausprobiert haben, so daß die Überzeugung entsteht, daß „wir dies tun werden".
- Wissen löst nicht das Problem des Lebensunterhalts. Und der Mensch erwirbt heutzutage nicht ernstlich Weisheit und Wissen im wahren Sinne. Der logisch denkende Mensch empfindet die Klemme nicht, daß diese beiden in seinem gesellschaftlichen Leben gebraucht werden.
- Indem wir auf Altes verzichteten oder es zerstörten, opferten wir mit dieser
Handlung den Nutzen des Wissens und der Weisheit. Der Mensch erkennt kaum, daß es etwas gibt, was Gesellschaft genannt wird, sei es gut oder schlecht. Egal was er gelernt hat, er hat damit gelernt, daß Wissen und Weisheit keinen spirituellen Wert haben. Und da er nicht erfahren hat, daß sie von sozialem Wert sind, benimmt er sich zornig. An dieser Stelle sind erzieherische Methoden nicht nützlich. Allein dann, wenn die Gesellschaft als „Gesellschaft" überlebt, würde der Mensch Wissen
erlangen.
X. Schlußfolgerungen: - Es ist nötig, daß das Individuum und die Gesellschaft die Bedeutung sowie die Wichtigkeit ihrer harmonischen gegenseitigen Beeinflussung erkennen. Es wird ein individuelles Verhalten innerhalb des sozialen Gerüstes und eine Gesellschaft vorausgesagt, die das Individuum respektiert.
- Fördernde Umstände, die das Gefühl unter Frauen und Männern erzeugen, daß Weisheit, die für ein glückliches und erfolgreiches Leben wesentlich ist, mit bewußten Bemühungen erworben werden muß.
- Erziehung dient für den Menschen nicht zum Erreichen von akademischen Graden, die ihm eine Arbeit oder einen Beruf verschaffen, sondern im Grunde
beabsichtigt sie, ihn glücklich und erfolgreich zu machen. Geld ist nicht der einzige Faktor für Glück und Wohlstand.
- Das Planen von Strategien, das Entwerfen von Methoden und Systemen der Erziehung, die die oberen Zielsetzungen erfüllen würden und weltweiten Frieden und weltweite Ordnung zustande bringen und diese Erde einen besseren Ort zum Leben machen würden.
 ANHANG-1 TABELLE 1 A:
Ausgaben für Erziehung in ausgewählten Ländern Land | Ausgaben für einen Studenten 1985 (US$) | Ausgaben in % des BSP 1985 | Afghanistan | 82 | 1.8 | Algeria | 644 | 6.1
| Bangladesh | 2 | 1.9 | Botswana | 292 | 8.4 | Burma | - | 1.6 | China | 42 | 2.9 | Kongo
| 151 | 5.4 | Frankreich | 2912 | 6.0 | Ghana | 67 | 2.3 | Indien | 42 | 3.7 | Iran | 609
| 3.8 | Irak | 428 | 3.8 | Japan | 2694 | 5.2 | Jordanien | 207
| 6.6 | Kenia | 72 | 6.7 | Kuwait | 2658 | 4.2 | Malaysia | 535 | 6.6 | Mauritius | 18I | 3.8 | Nepal | 28 | 3.0 | Pakistan | 63 | 2.1 | Papua-Neu Guinea | 282 | - | Saudi Arabien | 3898 | 8.9
| Singapur | 1252 | 4.4 | Sri Lanka | 47 | 3.1 | Thailand | 138 | 3.9 | V.A.E. | 2131 | 1.9 | U.K. | 2152 | 5.2 | U.S.A. | 5220
| 6.8 | U.d.S.S.R. | 1056 | 6.9 | Jemen | 288 | 7.5 |
|
Quelle: World Education at a Glance. Anhang - 2 Unterbeschäftigung in der Universität und auf der Hochschulebene
Ein Lehrer an der Universität verdient ein 12 Monatsgehalt, wobei er nur 2 oder 2.5 Monate arbeitet. Das akademische Jahr setzt sich in der Praxis aus 187 Tagen oder so zusammen. Der erste Semester (seit dem Eintritt geht es für 2 Wochen weiter, sogar nachdem das College wiedereröffnet) Erstes Semester | (1. August bis zum 30. September) | 2 Monate | Zweites Semester | (10. Oktober bis zum 23. Dezember) | 2 Monate & 1 Woche
| Drittes Semester | (8. Januar bis zum 10. März) | 2 Monate | |
Gesamtbetrag | 6 Monate & 1 Woche | | i.e. | l87 Tage | | Weniger: | | | Sonntage | 26 Tage | | Universitätsruhetage
| 20 Tage (könnte auf 24 steigen) | | freie Tage | 26 Tage |
| Ermessens Ruhetag (einmal in der Woche) i.e. Sporttag, Collegetag, etc. | 4 Tage | |
| 76 Tage | | Bleiben: | | | gelegentlicher Urlaub | 10 Tage | | Verdienter Urlaub | 12 Tage | | Halbbezahlter Urlaub (20) | 10 Tage | | außergewöhnlicher gelegentlicher Urlaub | 4 Tage (Durchschnitt) | | | 112 Tage | | Gesamte Arbeitstage | 75 im Jahr | | Verluste wegen Streik 1980-81 | 11 Tage | | | | | tatsächliche Arbeitstage | 64 Tage |
|
Quelle: Bericht des Komitees zur Untersuchung des Arbeitens der Zentralen Universitäten ,NCT (NIEPA), 1984 BIBLIOGRAPHIE Ashok Kumar 1991.
| Current Trends in Indian Education, Ashish Publishing House, New Delhi. | Graves, F.P. 1993. | A History of Education before the Middle Ages, Vidya Vihar, Kanpur. |
Griffin, Willis H & Pareek, Uday Narayan 1970 | Process of Planned Change in Education, Somaiya Publication, Bombay. | Parnerkar, R.P. 1981 | A monograph on Human Nature, Manakarnika Prakashan, Indore. | Parnerkar R.P. 1991 | 'In the Environment' (Marathi) Manakarnika Prakashan, Indore. | Patel, S.J. 1985 | Educational Miracle in third World 1950-1981 Economic & Poiitical Weekly Aug | Schultz, T.W l961 | Investment
in Human Capital. American Economic Review 51 (1) Mar 1-17 | Singh, Sohan 1967 | The Way of Education, Asia Publishing House, Bombay. | Tilak, J.B.G 1994 |
Education for Development in Asia, Sage Publications, New Delhi. | NCT (NIEPA) 1984 | Reports of the Committee to enquire into the working of the Central Universities, | Govt. of India (1948-49) | University Education Commission Report (Dr. Radhakrishnan Commission Report) | Govt. of India 1964-66 | Kothari Commission Report | Govt. of India. 1986 | The National Policy on Education, |
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