Im Zeitalter des Klonens hat der wollige Triumph der Wissenschaft des Roslin Institute in Schottland, von dem Dolly, das berühmte Schaf produziert wurde, dessen Eponym (Gattungsbezeichnung) auf den Vornamen einer kurvenreichen Country & Western Sängerin zurückgeht (1), als exaktes biologisches Double bewiesen, daß der Mensch Leben erschafft. Voltaire hätte nicht glücklicher sein können (als die
Initiatoren), nachdem dieses unheilvollste Meisterstück der Wissenschaft seit der Explosion der Atombombe plaziert wurde. Der Lebens-Stoff, Genetik, Blaupause des Lebens sowohl, als auch unserer Identität, Existenz-Dokumentation und materieller Nachweis der Schufterei, das ist ein junges Feld. Ein einzelnes Haar, ein winziger Tropfen Blut, Speichelreste auf der Rückseite einer Briefmarke oder an Zigarettenenden
könnten heute Verfahren und Entscheidungen der Justiz bestimmen. Die gemeinsamen Stifter der Doppelhelix-Struktur und der DNA sagten: "Wir dachten, unser Schicksal stehe in unseren Sternen geschrieben, nun wissen wir, daß unser Geschick zum allergrößten Teil in unseren Genen enthalten ist." (2) Das Buch der Genesis, ersetzt durch das Lehrbuch der Genetik. Im Hinblick auf schätzungsweise hunderttausend
Gene, von deren Funktionen fünftausend feststehen und fünfzigtausend identifiziert sind, könnte diese revolutionäre Wissenschaft der Genomik (DNA-Forschung) mit dem Beginn der Industriellen Revolution verglichen werden. Der dramatische Fortschritt dieser genomischen Ära plant einen Durchbruch, als dessen Ergebnis jedes menschliche Wesen eine raffinierte (identity) card erhalten soll, die mit dem Audruck seines genetischen Profils versehen ist. Ein daumengroßer Chip kann zehntausend DNA-Punkte
enthalten, deren jeder ein unterschiedliches Gen repräsentiert. Das Human Genome Project hat gemeinsam mit anderen Sparten der Biotechnologie Computer entwickelt, die rund um die Uhr damit beschäftigt sind, unser genetisches Make Up zu dekodieren und aufzulisten. Gen-Kartographie entspricht einem von ihnen. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, das
aufgerufene Gen durch Identifikation von DNA-Sequenzen zu erkennen. Es handelt sich um ein unvergleichliches Werkzeug für das Studium jedes Aspekts menschlicher Funktionen auf der Basis von drei Billionen chemischer Einheiten, aus denen die 46 Chromosomen des Menschen resultieren, deren chromosomatisch hauptsächlich bestimmender Faktor die DNA ist: ein Molekül, dessen Doppelstränge gegenläufig und spiralförmig gewunden sind. Jeder dieser Stränge besteht aus Billionen von Paaren chemischer Sub-Einheiten (Nukleotide), denen die Anleitung für die Herstellung hunderter von Proteinen in Form sogenannter triplets (Dreiheiten) eingeschrieben ist. Gene haben auch mit Politik zu tun. Weder sind die Kosten der Identifikation durch derartige Mega-Wissenschafts-Projekte gerechtfertigt, noch ist es vernünftig, sich im Rahmen der Genom-Politik von der Biologie leiten zu lassen.
Daß eine biologisch benachteiligte Unterklasse (3) entstanden ist, daß eine von zehn Personen genetisch manipulierte Steigerung der Intelligenz akzeptiert, daß daraus bereits der neueste Spielplatz der Anziehungskraft wurde (4), ist allzu offensichtlich. Gene erschaffen nicht nur Leben, sondern lassen die Vergangenheit lebendig auferstehen. Im Namen des Gesetzes der Wiederkehr erlaubten die Juden den verlorenen
Stämmen, nach Israel zurückzukehren. Einige von ihnen wurden in Afrika und Japan aufgespürt. Verborgene Zusammenhänge wurden in Form genetischer Bindeglieder zwischen nicht-jüdischen Spaniern und den Juden der Türkei oder den Lembahs von Zimbabwe aufgedeckt. Gene bewegen sich schneller als irgendjemand quer über den Globus. Sprachliche Affinitäten beweisen vom Transatlantik bis zur Bucht von Bengalen genetische Gemeinsamkeiten. Archäologen bemühen sich um das Wagnis, unsere ferne
Vergangenheit zu entwirren. Durch die Entzifferung unserer DNA mithilfe der neuesten forensischen Technologie könnten wir fähig sein, herauszufinden, woher wir gekommen sind. Pääbo extrahierte die DNA aus den Knochen des ersten Neanderthaler-Skeletts und erbrachte den Nachweis, daß sie einer Sackgasse entspricht, ohne jede Verbindung zur menschlichen DNA. Das paßt zur Theorie der "Afrikanischen Herkunft" menschlicher Urahnen. Daß die Vorfahren der Europäer, lange bevor die
Massen-Abwanderung aus Afrika begann, durch asiatische Steppen zogen, ist im Gegensatz dazu laut Rosalind Harding vom Oxford Institute of Molecular Medicine evident. Nichtsdestoweniger teilen sich Menschen und Schimpansen 98 Prozent des gesamten biologischen Materials. Königin Viktoria bemerkte anläßlich eines Besuches im Zoo, "sie sind peinlich und widerwärtig menschlich". Goethe als Biologe war sich des
Blutes als eines ganz besonderen Safts bewußt, während Freud disputierend die Ansicht vertrat, das Trinken von Christi Blut während der Eucharistie sei ein kannibalisches Ritual und Aufessen Gottes. Die Japaner bewahren die Harmonie, indem sie innerhalb derselben Blutgruppe heiraten. Dem Bewußtsein des Unbewußten ist folglich klar, daß Gene einen spezifischen Einfluß haben. Sie produzieren Proteine, Programme für
Wachstum, Überleben, Fortpflanzung, Alterung und Zersetzung. Jedes Individuum hat eine erbliche Ausstattung von 3 Millionen Stellen (Bausteinen) in seiner DNA, die von Person zu Person variiert, ausgenommen identische Zwillinge (deren Fingerabdrücke aber noch unterschiedlich sind). (5) Jeder bewahrt eine Kopie seiner Gene in jeder seiner Zellen, die gleiche Gesamtheit der Erbmasse, (6) 50 % von jedem der Elternteile, 25 % je Personenanteil der Großeltern. GENETISCHE FEHLFUNKTIONEN (Funktionsstörungen, Unordnung) Sie kommen vor, wenn eine Mutation vorliegt, die in einigen Fällen die Protein-Struktur beeinflußt. Solche Mutanten (Alleles) können durch ein normales Gen maskiert und rezessiv sein (7). Ein einziger Defekt
genügt, um die Gesamtwirkung auf den Plan zu rufen. Strukturelle Proteine werden von den vier Grundelementen der DNA fabriziert: Adenin, Zytosin, Guanin und Thiamin, kartographierten Bestandteilen der Gen-Karte. Daniel Cohen, der Pionier des Human-Genome-Atlas, statuiert: "Die Gen-Kartographierung gibt uns das möglicherweise lebenslange Gesundheits-Ticket in die Hand". Erläuternd fügt er hinzu: "Du
kannst durch Änderung der Lebensweise kein fehlerhaftes genetisches Make-Up reparieren, Aber du kannst durch förderlichen Service seine Entwicklung beeinflussen". (8) Das eröffnet mir nun den Raum, um meine neue Theorie auf dem Feld der Genetik vorzustellen: KARMISCHE GENE. Für körperliches Wachstum und funktionierende Enzyme sind die vitalen chemischen Vorgänge zuständig. Was aber konstituiert mentales
Wachstum? Ich fasse zusammen: Geistige Nahrung und ihre logischen Folgen, deren Einfluß sich auf Individuen bemerkbar macht. Daß das Männliche für "Bewegung" sorgt (Aristoteles), "den Samen" (9) nach den Gesetzen des Manu, "die Erbschaft erworbenen Wesens" laut Darwin und "fällige Veränderungen im Interesse der Populations-Auslese", entspricht einigen Fingerzeigen in Richtung der Karmischen Gene. Karma Bija (Saatkörner) nennt es der Buddhismus mit all
seinen extrasensorischen Begleitumständen, die sich auf die Philosophie der Veränderung (Wechselwirkung) gründen. Einer der aristotelischen Lehrsätze lautet: "Der Philosoph muß mit der Medizin beginnen, und der Arzt muß am Ende zur Philosophie kommen." Ein rückwärts gerichtetes Echo des Entdeckungs-Modells im Bereich der wissenschaftlichen Forschung. Descartes kam zu dem Schluß: "Die Medizin ist die
Grundlage der Ethik, deren Gegenstand es ist, die Menschen zu lehren, sich der Welt auszusetzen, wie sie ist." Karmische Gene liegen in der inneren Welt, von der das Verhalten und die Umgebung direkt beeinflußt werden. Immerhin beschäftigt das Gehirn, der Meister der Ökonomie des Körpers, an die dreißigtausend Gene. Leroy Hood von der Universität in Washington prophezeit, daß es auf der Suche nach Genen, die
für Prostata-Krebs verantwortlich sind, nicht medizinische, sondern Verhaltens-Gene sein würden, denen sich das öffentliche Interesse zuwenden werde. Wir wissen nicht, daß es Gene gibt, die zu Risikobereitschaft, Homosexualität und beinahe unausweichlich zur Gewalt prädisponieren. Karmische Gene werden das Gegenteil der Idee von Schicksal und Vorherbestimmung sein, worüber der Heilige Augustinus sagt, daß nur Gott das erblich Böse verzeihen könne. In Genf, der Stadt des Johannes Calvin, galt
Gott als der ultimative Determinist, sinngemäß: Es gibt niemanden, von dem die genetischen Voraussetzungen der Sünde nicht Besitz ergriffen hätten. Genf war eine Insel der Rechtschaffenheit in einem Meer der Ungeheuerlichkeit. Genf (im Original Geneva) erinnert an Gene. Die Genetik spielt Gott, indem sie Anspruch darauf erhebt, zu kennzeichnen, wer dafür vorgesehen ist, künftig Unrecht zu tun und wer nicht. Wie werden die Gesetzesvorschriften mit einer Generation von gerechtfertigten Sündern
umgehen? Die Dynamik des Karma sorgt sowohl für freien Willen, als auch für individuelle und gesellschaftliche moralische Verantwortung. Denn ein menschliches Wesen ist kein lediglich biologisches Tier. Neben dem genetischen Typus werden wir auch den Phänotyp beachten müssen, der auf komplexen Wechselwirkungen zwischen den Genen und der Umwelt beruht, was in beiden Fällen sowohl für interne, als auch externe Aspekte gilt, die sich augenblicklich ändern können. Die Dinge, die wir erschaffen, entwickeln und entfalten sich für uns. Unsere Gebäude, unsere Computer und unsere Autos verändern sich, passen sich an und verbessern sich mit einem Tempo, von dem sich Darwin niemals hätte träumen lassen. Interessanterweise kümmert sich die homöopathische Medizin nicht nur um mentale, sondern, getrennt vom Bedarf nach
familiengeschichtlichen Einzelheiten, auch um geistige Symptome. Folglich muß sich das genetische Wissen im Rahmen seiner Anwendung um ein ausgeprägteres Empfinden für moralische und ethische Verantwortung bemühen. GENETISCHE SONDIERUNG Genetisches
Sondieren entspricht dem fortgeschrittenen Blick auf die Chromosomen der Eltern, um eine Fehlfunktion zu erkennen. Falls bei einem blutsverwandten (oder früheren) Kind eine Funktionsstörung vorhanden ist (11), können Behandlung oder alternative Wege zur Elternschaft in Erwägung gezogen werden. Jedes Kind einer in Mitleidenschaft gezogenen Person hat üblicherweise eine Chance von Eins zu Zwei, defekte Gene zu erben (autosomal-dominant). In Fällen autosomaler Rezession sind die Eltern zwar
nicht selbst betroffen, fungieren aber als Träger. Auch ohne familiengeschichtliche Voraussetzungen könnten immer noch unerwartete Übertragungen stattfinden. Überdies sind viele angeborene Abnormitäten nicht auf genetische Ursachen zurückzuführen. (Sind einige davon karmisch?) Wenn beide Eltern Träger sind, stehen die Chancen Eins zu Vier, wobei die Zahl der betroffenen männlichen Nachkommen die Zahl der weiblichen
bei weitem überwiegt. In allen Fällen wird die Fehlfunktion von den Müttern auf die Söhne übertragen, während die Töchter Trägerinnen bleiben. Um Erbschäden zu vermeiden, kann über künstliche Befruchtung durch Samenspenden (AID) nachgedacht werden. 1948 nannte das der Erzbischof von Canterbury ein kriminelles Vergehen, obwohl dem Anspruch auf Elternschaft nicht stattgegeben wurde. (Mac Lennan v. Mac Lennan, 1958,
S.C.105). Paare und Spender haben es nötig, ihre Rechte und Pflichten zu kennen. Ein AID-Kind ist illegitim und Benachteiligungen ausgesetzt, die mit seinem Status verbunden sind. Der Ehemann hat gegenüber dem Kind keine elterlichen Rechte und Pflichten, wohl aber der Samenspender. Der Spender könnte zu Unterhaltskosten verpflichtet werden und gerichtlich das Sorgerecht beantragen (12). Für den Fall, daß rezessive Bedingungen auftreten sollten, muß der Rhesusfaktor des Spenders bekannt sein.
Legitimität und vertrauliche Voraussetzungen des Kindes müssen gewahrt bleiben. Falls die Mutter gefährdet ist, kann eine Embryo-Spende folgen. GENETISCHE SCHÄDEN Die Unmöglichkeit, entsprechende Sondierungen vorzunehmen, führte zur
Übertragung von Hämophilie auf die Familie des Zaren und das spanische Herrscherhaus durch königlich-britischen Einfluß. Ihre königliche Hoheit Mylady Porphyria bescherte King George III. das Leiden an Bläschenbefall und Überempfindlichkeit der Haut gegen Sonnenlicht, sowie vampirartig gerötete Augen und rasende Zahnschmerzen, mentales Unvermögen inbegriffen. Durch Mary, die Königin der Schotten, fand diese Übertragung Einlaß in die regierenden Familien der Engländer und Deutschen. King
George III. richtete das Parlament zugrunde. Sein Sohn scheute die Öffentlichkeit und erhob sich selten vor der Hauptmahlzeit aus dem Bett. Viktorias Symptome waren neuralgische Schmerzen, Wutanfälle, nervöse Entkräftung (13) und die schon erwähnte Hämophilie, von der viele Mitglieder der königlichen Familie befallen wurden. Prinz Charles ließ sich in seinem Vorwort zu John Brooke's Biographie König Georg des
Dritten auf die Porphyria-These ein. In den sechziger Jahren bekannte er auf eminent historische Weise: "Es liegt immer noch in der Familie" (14). Prinz William von Gloucester war ein zeitgenössisches Opfer (15). Das Risiko derer, die Brustkrebs haben, könnte durch Gene vermindert werden, von denen die Alzheimer'sche Krankheit ausgelöst wird. Die Hauptfunktion der Gene besteht darin, die
Produktionsanleitung für Proteine zu verschlüsseln, die weitgehend für Struktur und Funktionen des Organismus verantwortlich sind. Es gibt über hundert angeborene Fehlerquellen, Defekte in spezifischen Enzymen, die aber für bestimmte Gen-Mutationen von sekundärer Bedeutung sind. Bakterien entsprechen dem einfachsten genetischen Material, dem Nachweis, veränderlich zu sein und sind deshalb nützlich für das Vorhaben, Gene verstehen zu lernen. DIE TUGENDEN (die Qualitäten) DER BAKTERIEN Eine molekular-genetische Struktur hat bemerkenswerte Flexibilität, kann Sequenzen tragen, für deren benachbarte Positionierung sorgen, das DNA-Gefüge neu ordnen und springende Gene umgruppieren. Aber die mannigfaltige
Bereitschaft, Antikörper zu produzieren, könnte möglicherweise Krebs auslösen. Nun hat allerdings die Evolution durch Änderung von Genfrequenzen stattgefunden, die in Beziehung zu Karmischen Genen stehen. Rekombinante DNA führte zur Entdeckung der E-Coli (gentechnisch erzeugter Bakterien), vergleichbar mit homöopathischen "Nosoden", denen ein hoher Wert für Proteine zukommt. Auch Lymphocyten-Kulturen
können angelegt werden, indem man sie mit dem Epstein-Barr Virus infiziert. Kritiker sagen, daß die Technologen Gott spielen, indem sie das Geheimnis des Lebens vermindern. Erwiderung: Biotechnologie ist (identisch mit dem) Begreifen des Lebens. BEVÖLKERUNGS-GENETIK Der Hardy Weinberg-Theorie zufolge wird das genetische Gleichgewichtsstadium der Populationen aufrechterhalten, wenn bestimme Voraussetzungen zutreffen. Aber der Aufwand, den Führergestalten wie Muammar Ghadafi in einigen Ländern betrieben haben, um den muslimischen Anteil der Bevölkerung zu erhöhen, hat sein Nachspiel (16). Migration (Abwanderung/Gen-Strömung/Fließen der Gene) kann sowohl Zunahme, als auch Nachlassen des Wachstums bewirken.
Üblichweise verursacht der "Gründer-Effekt" kleinere Gene, was auf Zwänge und selektions-bedingte Arten von Druck zurückzuführen ist, wie laut Tay Sachs zum Beispiel eine seltene, autosomal rezessive Erbkrankheit unter osteuropäischen Juden aufgrund sozialer Ächtung und der Nötigung, isoliert zu leben. Beispiele unausgeglichener Gesamt-Erbmasse sind in Ländern nachzuweisen, wo Unterdrückung herrscht. Populationen
verkörpern (auch) einen Anteil mutierter Gene, die nicht völlig verschwinden, wenn das Stadium der Ausgeglichenheit erreicht wird. Einige Defekte wie der Schwimmhaut-Zehen-Effekt überspringen eine ganze Generation (17). Fachleute der Epidemik vertreten die Ansicht, daß ein Prozent aller Neugeborenen (wenigstens) einen
Gen-Schaden hat. 40% der Kindersterblichkeit sind auf genetische Erbschäden zurückzuführen, bei ungefähr 10% der Eltern sind Defekte nachzuweisen. Gegenwärtig hat einer von tausend männlichen Neugeborenen ein zusätzliches Y-Chromosom (47, XYZ). Dadurch wird die Körpergröße der Betroffenen gesteigert und die Intelligenz vermindert. Britische Statistiken weisen einen höheren Anteil solcher Geschädigten innerhalb der Gruppe von geistesgestörten Kriminellen nach. Wenn ein Kind das Recht hat, nicht mit einem genetischen Handicap geboren zu werden, dann lastet das Gewicht der Verantwortung auf den Eltern.
GENETISCH BEDINGTE ABTREIBUNG Entscheidungen über fötale Abtreibung aufgrund des Down-Syndroms und Abtreibung von Föten mit muskulärer Dystrophie oder Hämophilie, aus Gründen der Unverträglichkeit der Rhesus-Faktoren von Mutter und Fötus, im
Hinblick auf rauchende oder dem Alkoholismus verfallene Eltern entsprechen dem ethisch-moralischen Dilemma der Wahlmöglichkeit. Amniocentesis (der Schwangerschafts-Test während der fünfzehnten bis sechzehnten Woche) oder fötale Blutzellen können bestimmte Leiden in Aussicht stellen. Wie auch immer die ethische Debatte beschaffen sein mag, sie zu führen, ist positiv. Der moralische Konflikt der Eltern und das Wissen
der Ratgeber sind entscheidend. In einer männlich chauvinistischen Welt ist den weiblichen Föten ein übles Schicksal beschieden. Das Mosaische Gesetz schweigt zur Abtreibung, aber der Hippokratische Eid lautet: "Ich werde keiner Frau ein Mittel zur Abtreibung geben". Plato mißfielen Mütter über vierzig, Aristoteles schlug ein Gesetz vor, das jede Art von Fürsorge im Falle von Kindern mit angeborenen Schäden verbieten sollte. Die Pythagoräer waren im Gegensatz dazu die einzige Sekte
in Griechenland, von der die Abtreibung mißbilligt wurde. Das britische Gesetz sieht Strafen für verbotene lebensrettende Hilfeleistung im Falle einer Mutter vor, die Gift oder andere schädliche Substanzen benutzt, gesetzeswidrigerweise irgendwelche Instrumente zur Anwendung bringt oder in welchem Sinn auch immer die Absicht verfolgt, eine Fehlgeburt einzuleiten (Akte Straftaten gegen Personen 1861 und
Abtreibungs-Gesetz1967). Wenn das Leben der Mama in Gefahr ist, gilt therapeutische Abtreibung als legal und wird akzeptiert. Moralische Maßstäbe sind niemals absolut. Die Kostenwirksamkeit unserer Mittel, nicht minder sträflich, ist die Regel. Frauen traditionell christlicher Gesellschaften leiden wegen der Engelmacher-Zunft in den Hintergassen oft unter einem starken Schuldkomplex. Mit Rücksicht darauf wünscht die British Medical Association, der ärztliche Berufsstand möge die öffentliche
Meinung auf vorbildliche Weise beeinflussen (20). Die Gesellschaft bürdet dem Arzt alles auf, wofür allein die Medizin im Ganzen und für sich genommen verantwortlich ist! Während des ersten Weltkriegs, als die Ansteckung mit Syphilis auf Frauen der Forces übertragen wurde, hieß es: Eine deutsche Kugel ist sauberer als eine "Hure"." Ethik im Gefolge der Neigung zu Schrecken und Gewalt. Embryonen, die das Ergebnis von in vitro Befruchtung sind, liefern uns Einsichten über genetische Funktionsstörungen und Geburtsschäden. Und wieder muß die Bewertung kontrovers ausfallen. Sollte die Zygote ein menschliches Wesen sein, so ist die betreffende Forschung unethisch, oder sie ist unmoralisch, weil bei den Follikelsprüngen im Falle der
Super-Ovulation viele Eier übrigbleiben, die zum Sterben verurteilt sind. Denn Unschuldigen das Leben zu nehmen, ist ein moralischer Skandal. Der Infant Life Preservation Act (Erlaß zur Erhaltung frühkindlichenLebens /nicht für Schottland gültig), hat sich zum Ziel gesetzt, das Leben jedes Kindes zu schützen, dessen Voraussetzungen gewährleisten, daß es lebend geboren wird. Andererseits erlaubt das Congenital
Disabilities-Gesetz von 1976 (zum Thema angeborener Behinderung) die Wiedergutmachung von Schäden, falls ein Embryo oder Foetus durch Unachtsamkeit dritter Personen "in utero" verletzt wird. Das Recht auf Leben ist in der Tat ein fundamentales Menschenrecht. EUGENIK Bis zu welchem Grad wir unsere (21) Entwicklungen durch bewußte Einflußnahme kontrollieren sollten, entspricht einem Trilemma. Beziehungsweise, Eugenik ist es wert, in Erwägung gezogen zu werden. Im Rahmen ihrer negativen Ausprägung werden "minderwertige" Gene im Interesse der Fortpflanzung verabscheut, "gute Gene" dagegen konträr gewertet (als höchst willkommen eingestuft). Diese Intention des Gutgemeinten ignoriert die
Rolle der Umwelt, das Milieu, die Umgebung. Darwin's Cousin Francis Galton, der Genius der Erblehre, schrieb: "Es würde ziemlich praktisch sein, eine hochbegabte Rasse von Menschen durch verständiges Verheiraten (Heirats-Strategie) während einiger aufeinander folgender Generationen zu erzeugen." Solche Experimente wurden nicht nur in Hitlers Deutschland (die Herren-Rasse), sondern auch in Lee Kwan Yew's
Singapur versucht. Bosnisch-serbisch-kroatische ethnische Säuberung erscheint wie eine Verlängerung des Führer-Plans in einer unterschiedlichen Dimension. Alle Rassen sind Mixturen vieler Typen, aber die Amerikanische Gesellschaft für Eugenik (American Eugenics Society1926) hielt daran fest, daß die "nordischen Weißen allen anderen Weißen überlegen seien". Es gab aktive, eugenisch begründete Versuche, die Einwanderung einzuschränken, deren belastende Folge die Sterilisation aller
Schadhaften (oder Geschädigten) vorsah. 1931 gab es in 27 amerikanischen Staaten das nötige Gesetz. Diese Art von Sterilisierung fand sich zunächst in Europa. Das Problem erhob sich aufgrund der Werturteile über geistig Behinderte, kriminelle Gewohnheitstäter und Sexualverbrecher, deren verallgemeinernder Charakter mit individueller Beratung (oder Beurteilung) nichts gemein hatte. Nichtsdestoweniger ist (auch) genetische Beratung eine Form eugenischer Aktivität. Ira Levin's "The Boys
from Brazil", ein Buch, in dem es um die genetische Duplikation Hitlers geht, ist die Fiktion der einen Dekade, übersetzt in die Dolly klonende Technologie einer anderen. In China ist das vorgeburtliche Testverfahren obligatorisch. Funktions-Störung ist gleichbedeutend mit Abbruch (22). Während der Jahre dort drüben entstand in dem UCL-Biometriker Karl Pearson die Vorstellung einer Bedrohung der Zivilisation
durch die hohe Geburtenrate der Armen. Sein Lösungsvorschlag: "Höhere" Rassen müssen die "niederen" ablösen. Die Genetik des Blutes verleitet zu solchen Formen der Anmaßung. Einigen scheint die Tatsache entgangen zu sein, daß Variationen innerhalb einer Rasse mehr sind als rasseninterne Differenzen. Selektion aufgrund von Fehlfunktionen mag weniger böse erscheinen, wenn man sie mit Eugenik oder Sexual-Selektion vergleicht. Indessen sind in Begleitung avancierter
Technologie bereits mögliche do-it-yourself-Materialien für die Geschlechts-Auslese in Sicht. Dazu Papst Johannes der Zweite: "Genetische Überprüfung verstößt auf gravierende Weise gegen das Gesetz der Moral, wenn sie mit dem gedanklichen Vorsatz einhergeht, aufgrund der Resultate eine Abtreibung herbeizuführen. Mißbildung oder erbliche Krankheit dürfen nicht gleichgesetzt werden mit einem Todesurteil."
Immerhin einleuchtender als die Ansicht des Erzbischofs von Canterbury im Rahmen seiner Verurteilung von A I D . Genetisch bedingtes Überlegenheitsgefühl ist auch unter den Schwarzen, bezw. im Melanin Movement zu finden. Daß die Zivilisation mit schwarzhäutigen Ägyptern begann, Schwarze Amerika vor Kolumbus entdeckten und die ersten Weißen in Afrika auftauchten, sind einige der Aussagen (Vorschläge mit
Behauptungscharakter) dieser Bewegung. Diese Definition fand ihren Weg durch Rundfunk- und Fernsehübertragungen in Detroit und Manchester, sowie in einige Schulen von New York. Melanin, der chemische Schlüssel zur schwarzen Größe (23), beruft sich darauf, daß dieser Bestandteil (Wirkstoff) der Haut Licht absorbiert und in Wissen verwandelt. Natürlich absorbiert ein Schwarzer ein Drittel mehr an Sonnenenergie als ein Weißer, dessen Gefährdung durch Hautkrebs größer ist. Etwa ein Schöpfungsproblem? (Probleme der Schöpfung ?) Die Idee der Apartheit verleitete die Afrika-Weißen zu dem Schluß, daß eingeborene Afrikaner (sie nannten sie Hottentotten) das fehlende Bindeglied zwischen Affen und Menschen sind. 1810 wurde eine eingeborene Afrikanerin fast nackt und in Ketten auf dem Piccadilly Circus in London und später in Manchester
in einem Käfig zur Schau gestellt. Nach ihrem Tod machte man ihr Skelett der französischen Nation zum Geschenk, und in Frankreich wird auch ihre Nachbildung aufbewahrt (24). Wissenschaftlicher Rassismus. Politisch bewußte Afrikaner fordern die Rückführung der Relikte dieser Frau. GENE & KRIMINALISTISCHE WISSENSCHAFT
Genetik hat sich für die Gerichtsmedizin als nützlich erwiesen und die aktuelle Problemstellung beschäftigt sich mit der Frage, ob es ein kriminelles Gen gibt. Eine statistische Schätzung kommt zu folgendem Ergebnis: Detroit ist vierzigmal gewalttätiger als London, und eine 25jährige Frau aus Detroit ist gefährlicher, als ein
gleichaltriger Londoner Mann, trotz des Testosterons, das Männer aggressiver macht. Wird Unterdrückung durch Gene in der Gesellschaft verbreitet? Kriminalität ist jedenfalls nicht nur ein Problem der Natur, sondern gleichwohl eines der Ernährung. Der strafgefangene Kriminelle Stephen Mobley aus Georgia, den die Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl erwartet, kann seinen Anwälten zufolge nicht wegen Mordes zur
Verantwortung gezogen werden. Der Knochen, um den gestritten wird: Das genetische Familien-Erbgut hat seine Fähigkeit vermindert, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Anstatt zum Tode verurteilt zu werden, argumentierten seine Verteidiger, bedürfe er der (therapeutischen) Behandlung. Mobley's Vater reagierte verärgert auf die genetisch fundierte Argumentation, da er sie als Verunglimpfung seines eigenen Charakters empfand. Dr. Lombroso, der gefeierte und berühmte Italiener (25) erkannte "Kriminoloide". Mehr als durchGene waren sie durch soziale Belastung leicht zu beeinflussen. Lombroso ist ein Pionier der Idee, Vergeltung durch Rehabilitation (Eingliederung in die Gesellschaft) zu ersetzen. In einem klassischen amerikanischen Fall erhob eine wegen Muttermordes inhaftierte
Frau aus Georgia Anspruch auf verminderte Zurechnungsfähigkeit, indem sie zur Begründung auf die Huntington'sche Krankheit in ihrer Familie verwies. Dieses Leiden führt zu mentaler Instabilität. Aber der unbeeindruckte Richter konnte keines der erwähnten Symptome an ihr wahrnehmen. Einige Jahre später, nachdem diese aufgetreten waren, wurde sie freigesprochen. Nun sollte man allerdings diese Implikationen
(Verwicklungen und Bedeutungen) nicht allzu weit treiben. Ethik, Gesetz und Medizin sind untereinander verbunden, aufeinander bezogen. Gesetzgebung aber kann die "Ursünde" nicht akzeptieren. Denn die Gesellschaft besteht nicht aus bloßen Genen, sondern aus einer Gruppe von Leuten, die um der guten Ordnung willen Gesetze brauchen. GENETISCHER FINGERABDRUCK Auch genetische Profilierung genannt, ist das Werk von DNA-Detektiven. Es handelt sich um eine forensische Revolution der Verbrechensbekämpfung und hat den Ablauf kriminalistischer Ermittlungen im U.K. (United Kingdom) verändert. Der laufende Bedarf nach Analysen ist gewaltig. Seit 1995 gab es einen Zuwachs von mehr als 20 000
genetischen Fingerabdrücken in der zentralen Datenbank für den Kampf gegen Kriminalität. Ein hoch profiliertes amerikanisches Exempel der neuen DNA-Technik war die Identifikation des Una-Bombenlegers Theodor Kaezynski anhand der Speichelreste auf der Rückseite einer Briefmarke, der eine Historie von 17 Jahren Terrorismus hinter sich hatte. Der erste DNA-Beweis vor einem Gericht des United Kindom wurde geführt, um
eine irrige Identität nachzuweisen. Richard Buckland aus Leicester hatte sich schuldig bekannt, zwei Schulmädchen vergewaltigt und ermordet zu haben, aber seine DNA wies keine Übereinstimmung mit den Samenproben auf, die den Leichen der Mädchen entnommen wurden. Obwohl die Polizei auf seiner Schuld beharrte, eröffnete der Genetiker nach behördlich unterstützter Untersuchung von über 4000 örtlicher Proben, daß ein anderer das Verbrechen begangen habe. In einer Blutprobe wird der DNA-Extrakt durch Enzyme zerschnitten, während die so entstandenen Fragmente durch Elektrophorese (Transport suspendierter Teilchen in nichtleitender Flüssigkeit durch elektrischen Strom) voneinander getrennt werden. Es folgt der Transfer auf eine Nylon-Membran mit radioaktivem Muster, das nach der Röntgenbestrahlung auf einem entwickelten Film wahrzunehmen ist. Dieses Verfahren hilft, Unschuldige in Zweifelsfällen
der Vaterschaft zu schützen. Aus Gründen der sogenannten "patriality" ist es möglich, britischer (26) Bürger zu werden (Einwanderungs- und Nationalitäts-Gesetz, U.K. 1971). GENETISCHE ÜBERPRÜFUNG Es handelt sich um die systematische
Erforschung von Personen eines besonderen Genotypus innerhalb eines begrenzten Anteils der Bevölkerung mithilfe von Sonden oder genetischer Markierung. Als wichtige Hilfsmaßnahme im Interesse präventiver Medizin in Erwägung gezogen, wird dieser Methode zugleich auch Diskriminierung vorgeworfen. Sie hat profunden Einfluß auf soziale und ethische Gesichtspunkte in allen Aspekten menschlicher Tätigkeit und bis zu einem gewissen Grad auf das Environment. Nicht nur Einzelpersonen, sondern auch
deren Sprößlinge werden überprüft. In Fällen pränataler Unterlassung, die Mutter über mögliche angeborene Schäden zu unterrichten, wurden Gerichtsverfahren gegen Geburtshelfer in die Wege geleitet (27). Unbegründete Angst und die folgende Weigerung, kranke Kinder auszutragen, hat in einigen Fällen zur Entscheidung für Sterilisation geführt. Arbeitgeber sind im eigenen Interesse daran interessiert, Angestellte
checken zu lassen, die durch Rauch und Schadstoffe leicht zu beeinflussen sind. Überleben der Tauglichsten? (oder Anfälligsten?) Das Emphysem ist der Sündenbock. Das psychologische Trauma, der Eingriff in die Privatsphäre, die Einbuße an Sicherheitspolitik und Beschäftigung sind einige Punkte, über die bei diesem Verfahren nachgedacht werden sollte. Die Vorteile, auf seine eigene Gesundheit achten zu dürfen und Kindern mit Deformationen aus dem Wege gehen zu können, sind nicht imstande, die
Nachteile aufzuwiegen. Durch präsymptomatische Überprüfung werden Teile der Bevölkerung, die für Umweltbelastungen anfällig sind, umgeleitet (in andere Gebiete dirigiert) wie z.B. laut Tay Sachs die osteuropäischen Juden, was einerseits die Zahl der in Mitleidenschaft Gezogenen verringerte, während es für die Gefährdeten (carriers) andererseits den Verlust von Selbstachtung und sozialer Kommunikation bedeutete. Die latent Thalassemia-Kranken (carriers) in Griechenland leiden unter sozialer
Stigmatisierung und haben Schwierigkeiten, einen Heiratspartner zu finden. Schwarze mit Sichelzellen-Anämie werden geächtet. Da sie verstanden haben, daß Leben Leiden bedeutet, wollen die Betroffenen nichts wissen vom "Skelett im Schrank". Selbst gelegentliche Kontrolle durch Röntgen ist den biologischen Kostenaufwand nicht wert. KLONEN (Genklonung, Genetisches Engineering, Genmanipulation, rekombinante DNA - Technologie) Die Gentik ist dafür bekannt, daß sie erneuert, ersetzt und repariert, was kaputt ist. Was Teil der gegenwärtig umfassenden kulturellen Debatte wurde, war das
Klonen von Dolly, einer epochalen und kataklysmischen Kreatur, geklont aus einer Zelle eines sechsjährigen Finn-Dorset-Mutterschafes und einem Ei eines schottischen Blackface-Mutterschafs. Dieser Erfolg stellte sich nach 277 Versuchen ein. Die Klonung multipliziert Zellen, um daraus diskrete Kolonien herzustellen. Alle Zellen jeder einzelnen dieser Ansammlungen (Kolonien) formen einen Klon, dessen genetische
Konstitution mit derjenigen der Stammzelle identisch ist. Mit anderen Worten, alle beliebigen, durch Spaltung produzierten jeweils zwei DANN-Fragmente können miteinander verbunden und das Ergebnis kann für ungezählte Organismen eingesetzt werden, um in erneuerter Zusammenstellung der Entstehung einer seltenen Kombination zu dienen. In Dolly's Fall war die Zelle keine embryonale. Die Zelle eines Säugetieres kehrte ins embryonale Stadium zurück und brachte ein vollständig neues Wesen hervor.
Dolly pflanzte sich nicht fort, sondern reproduzierte einen Zwilling, eine Kohlenstoff-Kopie, ein höchst präzises Konterfei, eine Fotokopie (seiner/ihrer selbst). Zehn Jahre harter Arbeit mit Unterstützung des PPL Therapeutic Fonds ermöglichten dem Embryologen Dr. Ian Milmut das Gelingen dieser nuklearen Transplantation. Wirbellose (Seesterne) reproduzieren sich geschlechtslos, Ambhibien (z.B. Frösche) erfolgreich aus
embryonalen Zellen, nicht aber aus roten Blutzellen ausgewachsener Exemplare. Der Wert dieses Ingenieurwesens der Fortpflanzungs-Technik ist immens. Nieren- und Knochenmark-Transplantationen, Insulin, Wachstumshormone Faktor VIII (bei Hämophilie), Enzym-Ersatz, Gewebs-Plasminogen Anreger (zur Verflüssigung von Blutgerinnsel), etc.,.dies alles könnte gefährdete Arten erhalten helfen, die Gemüseerträge steigern, Krankheiten verhindern und die Lagerfähigkeit (oder Haltbarkeit) verlängern.
Die Technologie ist zu real, um (nicht) von Kritikern als gefährlich, widernatürlich und unmoralisch eingestuft zu werden. Soweit Chromosomen manipuliert werden, gibt es teilweise unverfälschtes Interesse. Denn niemand würde einem anderen BSE wünschen. Es könnten aber auch hochgradig gefährliche Mikro-Organismen auftauchen. Der Wunsch eines U.S. Wissenschaftlers, reiche Patienten zu klonen, veranlaßte den Präsidenten,
umgehend nach einem Verbot des Menschen-Klonens zu verlangen. Da die Wissenschaft nicht fähig ist, sich an ethische Höchstmaßstäbe zu halten, müssen Recht und strenge Gesetze den Schutz moralischer Wesen gewährleisten. Arme Schafe! Seit biblischen Zeiten (28) Tiere, die uns belasten, (identisch mit unserer Bürde oder Schuld / Anm.d.Übers.), mehr als wildgewordene Kühe. Die Gier nach Vorherrschaft wird mit Gewißheit
einen Menschen dazu verleiten, sich klonen zu lassen. Arthur Caplan, Leiter des Zentrums für Bio-Ethik an der Universität von Pennsylvanien, prophezeit dessen Manifestation in sieben Jahren (29). Alle Befürchtungen bezüglich ihres Gesundheitszustands entkräftend, gebar Dolly vier Monate später nach der Paarung mit Polly ein gesundes reizendes Lamm namens Bonnie. Ein Lamm, dessen Genom menschliche Gene enthält (30), Polly stammt aus einer anderen Zucht. Seitdem es Dolly gibt, hat das
Roslin Institute über zwanzig Drohungen erhalten und Öko-Aktivisten planen, das Schaf zu entführen (31). Die Regierung der Niederlande hat die Doppel-Einfrier-Methode der Nuklear-Übertragung verboten, aber in den Vereinigten Staaten wird diese Forschung fortgesetzt. Klein-Bonnie mag süß aussehen und Dolly's Sweater mag attraktiv sein, aber die Angst vor einem neuen Virus aufgrund des unbefugten Herumfälschens
innerhalb einer Spezies ist vernünftig. Der Traum von Hybrid-Menschen, geklonten Armeen, Sklaven-Brutstätten, Aldous Huxley's "delta" und "epsilon" Unterwesen (Schöne Neue Welt), einer zweiten Existenz, um das eigene Fleisch zu hüten, der Entmystifikation des Denkens bezeichnet einige der Schrecken, die den Kritikern vor Augen stehen. Dolly's Schöpfer appellierte kategorisch "...in jeder Situation, und sei es eine strikt mögliche, gleichartige Techniken auf Menschen
anzuwenden..." dürfe das nicht anvisiert werden. Selbst, wenn er sich unbewußt schuldig gefühlt haben sollte, war sein moralisches Gewissen kristallklar (32). Jedes Kind weiß, daß der abgetrennte Schwanz einer Eidechse wieder nachwächst. Aber nach dem Antrieb hinter den Differenzierungen (Moleküle eingeschlossen) zu suchen, die den Zellen Anweisung geben, Leber zu werden, das Skelett zu bilden etc., bedeutet,
sich allzu tief in den Gegenstand hineinlesen zu wollen. XENOTRANSPLANTATION Genetisch modifizierte und vorsichtig in Menschen verpflanzte tierische Organe könnten tödliche Viren einschleusen, die für die betreffenden Tiere harmlos sind.
Zwei dieser Virusarten identifizierte Prof. Robin Weiss in Schweinen. Bereits 150 Personen wurden Hauttransplantate in Form von Schweinegewebe und kleine Inselchen von Bauchspeicheldrüsen übertragen, Zellen gegen Diabetes. Ein Makel für Moslems und Juden. Judaismus ist die am meisten von Genetik geprägte aller Religionen. Denn Jude ist einer, dessen Mutter Jüdin ist, biologische (biologisch geprägte Auffassung von)
Abstammung. Forscher in Melbourne erheben Anspruch darauf, eine Übertragungsform von Schweine-Organen entdeckt zu haben, die nicht mit Problemen der (Fremdgewebe) Abstoßung verbunden ist. Die neue DNA-Technik verspricht humanes Insulin in der Milch von Kühen. Bis heute wurden 2500 Patienten im Rahmen von 250 Versuchen weltweit gegen über 30 Krankheiten verschiedene Formen veränderter Gene injiziert. Egoismus,
Individualismus und Konsumismus. Eine geklonte Herde wird gezüchtet, um den Human-Faktor IX für den Weltmarkt (33) mit einem geschätzten Wert von 160 Millionen Dollar US Dollar sicherzustellen. Im Zusammenhang mit der Lieferung von rekombinanten Proteinen wird ein Gewinn von 8 Billionen derselben Währung erwartet! Auf diese Weise haben die ethischen, legalitätsbedingten, moralischen und ökonomischen Folgen,
Verwicklungen und Begleiterscheinungen die Zitternden bewogen, den Abzug (oder Auslöser) zu betätigen. Die Klonung eines Menschen gilt nicht nur in den USA als abstoßend widerlich (34), sondern auch in Frankreich (35), Deutschland (36), Japan (37) und für den Europarat (38). Da die Technologie im Begriff ist, die Biologie zu überwältigen, werden bezüglich der Anwendung auf Menschen Prinzipien der Qualitätskontrolle
und Vorhersagbarkeit benötigt. Die Frage, ob künftig Maschinen oder Menschen im Zentrum der Biologie stehen sollen, wird der Zankapfel bleiben und der Knochen sein, um den gestritten wird. Angenommen, die Chance einer anderen Seele hat mit deinem eigenen Leben zu tun - im Falle einer Herztransplantation muß diese Erkenntnis ausgeschlossen werden können. John Fletcher ( Ex-NHI-Ethiker) bemerkte dazu: "Gründe, dies abzulehnen, sind in der Diskussion nicht leicht zu vermitteln". Im
Falle bewilligter Erlaubnis könnten sich die Schleusentore öffnen. Ein gewisses Maß an ethischer Betrachtungsweise und Übereinstimmung muß jedenfalls erreicht werden. Könnten wir einer "Wiederbelebung" Christi widerstehen, dessen Blutgruppe anhand des Leichentuches von Turin als A-B identifiziert wurde, oder der Versuchung, Einstein zu klonen? Bevor aus allem Ersinnen, Ausdenken und In-Gedanken-Fassen ein
purer Akt des Fotokopierens wird, bedarf die Technologie der Steuerung und Regulation. "Die Perfektion des Klonens würde den Menschen überflüssig machen." (39) Jungfräuliche Geburten, Frauen, die sich selbst gebären, könnten zum Gemeinplatz werden. Denn du kannst zwar die Technik für vogelfrei erklären, aber nicht die Biologie außer Kraft setzen... Klonen wird scheitern, ... zu simpel, ... zu sehr Kopie (40). Dolly's Institut ist nun an einem "Super-Huhn" interessiert,
Schaf-Farmer und Wollfabrikanten lechzen nach Spitzen-Lämmern, Bauern setzen auf Meister-Kühe (mehr Milch!)... Wenn dann auch noch Menschen geklont werden, wird sich das moralische Dilemma als hirnzersetzend entpuppen und größtmögliche geistige Verwirrung stiften. In dem, was wir gern "Biologisches Klonen" oder "Psychologisches Klonen" nennen, findet sich etwas von der Praxis des inzestuösen
Typus (41), sich mit Cousinen und Vettern ersten Grades, mit Brüdern und Schwestern zu paaren. Ohne theologische Voreingenommenheit muß man in diesem Zusammenhang ökonomische Gründe, Stammesbräuche, Anlässe der Sympathie (42) in Betracht ziehen, Ursachen dieser Art von Inzucht. Deren unbewußt wirksames: "Die gleiche Sippe muß geschützt werden, das gleiche Erbgut soll sich fortpflanzen." Verteilt über 65
Jahre bedurfte es einer Summe von 46 Parlamentsdebatten, bevor einem Hinterbliebenen gestattet wurde, die nächste Verwandte seiner früheren Gattin zu heiraten... unnatürliche Natur der Wissenschaft, das Offensichtliche ist gewöhnlich nicht wahr. Dieser Gen-Pool innerhalb zahlmäßig kleiner Rassen ist eine Form der Fortpflanzungs-Auslese, wenn nicht sogar Ausdruck des Freud'schen Ödipus-Komplexes. In Ägypten und Peru
nahmen die Herrscher ihre Schwestern zur Frau, ohne daß etwas über (daraus resultierende) Krankheiten bekannt wäre. Wie bereits erwähnt, heiraten einige Japaner Angehörige derselben Blutgruppe. Die Shakyan's (das genealogische Potential) des Gautama Buddha (43), heirateten ihre Cousins und Cousinen. GENETISCHE BERATUNG
Das ist nun die Sphäre, die Schmerzen lindert und Ungewißheit klärt. Die direkte Methode, erbliche Funktionsstörungen zu vermeiden, das mögliche Aussehen eines betroffenen Kindes zu besprechen, die Last der Verantwortung im Rahmen der Fortpflanzung, Wahlmöglichkeit und Anleitung auf sich zu nehmen. Die beratende Instanz bedarf gewissenhafter Genauigkeit, um einen Stammbaum zu entwerfen, aus dem hervorgeht, ob die
Erblichkeit rein genetisch, chromosomatisch oder multifaktorell bedingt ist. Zwei alternative Möglichkeiten sind Die
dritte macht sich in Fällen muskulärer Dystrophie geltend. Beratung hilft Totgeburten, Hasenscharten, angeborene Hörschäden, geistige Unterentwicklung, Fehlgeburten und abnorme sexuelle Entwicklung zu vermeiden. Bei einer Adoption muß man sich bemühen, Verwandte ausfindig zu machen, die von einer Funktionsstörung entweder nichts wissen oder darüber falsch informiert sind (44). Dies ist das am schnellsten sich ausbreitende Gebiet der medizinischen Wissenschaft, die dadurch von einer auf
Behandlung gegründeten in Richtung einer vorbeugend basierten Disziplin transformiert wird. GENTHERAPIE Ein Durchbruch der Manipulation (im Sinne positiver Einflußnahme), bei dem Stammzellen (neue Blutzellen) ins Blut injiziert werden, um
eine Bewegung auszulösen, die der Heilung dient. Im embryonalen Stadium ist dadurch vollständige Genesung zu erwarten. Reparaturen dieser Art kommen der nächsten Generation zugute. Ein präventives und kurierendes Maß gewaltiger Möglichkeiten, das zu den Modalitäten der Therapie gezählt wird. Der Fall Ashanti DeSilva (USA) hat durch die gelungene Korrektur seiner von defekten Genen verursachten Defizienz des Immunsystems Geschichte gemacht. DAS KÖNIGREICH DER TIERE UND PFLANZEN Seit vorgeschichtlichen Zeiten wußten die Babylonier, daß die Blütenstempel eines weiblichen Baumes mit den Pollen einer männlichen Dattelpalme bestäubt werden müssen, um Früchte hervorzubringen. Der Gen-Fluß (oder das Fließen der
Gene) ist nicht auf den Menschen beschränkt. Selbstbefruchtung oder Selbstbestäubung ist für Weizen gewöhnlich die Regel, was Menschen und Korn stark unterscheidet. Hybride Getreidesorten sind aber robuster. Modifizierte Feldfrüchte sind widerstandsfähiger gegen Herbizide und Insektenfraß. Die Erträge sind höher. Umweltschützer bekämpfen das als schädlich für die Umwelt. Naturwissenschaftler nehmen an, daß dadurch
die Standorte im Verbreitungsgebiet der Lerche, des Hänflings, der Kornfalter und Insekten gefährdet werden. Auf der anderen Seite reduzieren diese Anbausorten den Bedarf an Pestiziden. Ein Problem tauchte auf, nachdem die Vereinigten Staaten darauf bestanden hatten, andere Staaten sollten die amerikanische Überproduktion an Soya, Mais und etliche andere Überschüsse akzeptieren. Deutsche und Österreicher empfanden dieses "unnatürliche" Produzieren (auf Teufel komm raus) als
ethisches Problem. Hersteller und Bauern müssen Sorge tragen, Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Trotz der Unterernährung in den Entwicklungsgebieten der Welt produzieren die sogenannten entwickelten Nationen bis zum Exzeß. Oxfam und christliche Hilfsorganisationen mißtrauen den vereinigten Ansprüchen darauf, daß dies dem Hunger der Welt abhelfen werde. Aktivisten in Frankreich und Irland zogen vor Gericht. Holländer und Dänen bringen gewaltige Mißbilligung zum Ausdruck. Das Schweizer Referendum zur Bio-Technologie wurde erst genehmigt, nachdem eine massive Lobby Fuß fassen konnte und sowohl Pharma- als auch Chemiekonzerne gedroht hatten, das Land zu verlassen. Inder sind darauf vorbereitet, daß es Aufstände geben wird und Pakistan zog sich aus seinen Projekten mit dem Monsanto-Unternehmen zurück, das zugeben mußte,
"zu schnell" zu weit gegangen zu sein (mehr als hundert Millionen Hektar modifizierter Feldfrüchte, verteilt über vier Kontinente) und die Europäische Kultur unterschätzt zu haben. Die Forderung nach einem Moratorium über genetisch modifizierte Getreide- und Gemüsesorten besteht weiterhin und wird fortgesetzt (45). Um die Qual des zahnärztlichen Bohrers überflüssig zu machen, wurde ein schmerzloser
Impfstoff aus einer modifizerten Tabakpflanze hergestellt, der die Zähne vor Zahnfäule und Zersetzung schützen soll (46). Durch Experimente wurde die Dauer der Schutzwirkung für einen Zeitraum von immerhin vier Monaten anschaulich gemacht. In anderen Zusammenhängen hofft Daniel Cohen, der Pionier der Gen-Kartographie (des Genom-Atlas), palästinensische und israelische Forscher zu animieren, durch die Entdeckung neuer Techniken das Niveau der Landwirtschaft hochzutreiben; ein Friedensprojekt!
Innerhalb der technischen Fähigkeiten der gegenwärtigen Generation von Wissenschaftlern ist die inter-fachspezifische Zusammenarbeit am Werk (mehr Vorteile für Menschen). Ein Enzym, das für die Funktion des menschlichen Immunsystems wesentlich ist, hat sich bei der Anwendung auf Knochenmark-Zellen von Mäusen (47) und Affen erfolgreich erwiesen. Keimlinien-Gen-Trans-plantation hat Mäuse fruchtbar gemacht und
Hämoglobin-Mängel korrigiert. Dolly's Klonung war Zeichen und Auftakt für viele Möglichkeiten. Im Falle der Transgenesis wird ein menschliches Gen in die DNA befruchteter Eier einer Sau eingebaut. In der menschlichen Leber überlistet es das Immunsystem, die Schweineleber zu akzeptieren. Der nächste Schritt des Roslin Instituts gilt dem "Gen-Scheibenschießen, der Fähigkeit, dadurch eliminierte Gene zu
ersetzen", sagt sein assistierender Leiter Dr. Harry Griffin. Aber wahrscheinlich führte der Versuch, Malaria-Mücken durch DDT auszurotten, zu DDT-resistenten Mosquitos. Pferdezüchter sind an Gewinnern interessiert. WIRKENDE UMWELT Die
Umwelt verändert Pflanzen, Tiere und Menschen. Vererbung ist nicht gleichbedeutend mit den Würfeln des Schicksals. Der Milchertrag unterschiedlicher Rinderrassen, die Kapazität des Eierlegens, die Form des Kopfes, der Blutdruck und die Intelligenz haben mit der Beschaffenheit der Umwelt zu tun. Weit mehr als von biologischem Erbgut hängen Gewicht, Statur und Anfälligkeit etc. von ökonomischen Voraussetzungen und Ernährungsbedingungen ab. Charakterliche, physische, psychische oder
Verschiedenheit des Verhaltens kann auf veränderliche genetische und Umwelteinflüsse zurückzuführen sein. Durch Klimaverschiebungen, andere Nahrung oder neue Raubtiere und bedeutenden Wechsel der Umwelt kann es sein, daß ein bestimmter Genotyp mehr favorisiert wird als andere. Gerichtete natürliche Auslese wird sich angesichts der Forderungen einer neuen Umwelt im Sinne der Rekonstruktion verhalten. Jahreszeitliche
Veränderungen werden bei einigen Formen der Drosophilia-Pflanzen in den Vereinigten Staaten beobachtet. Das Werk der Naturgesetze (48) läßt innerhalb der Ambitionen einer Philosophie der Abwechslung, Anpassungsfähigkeit und Unbeständigkeit Raum für das Karmische Gesetz. Ein daraus gefolgerter Stil der Lebensführung könnte nicht zuletzt einer Form präventiver Medizin entsprechen. Beides - Natur (Erblichkeit) und Ernährung (Umwelt) - ist wechselseitig voneinander abhängig. Warum sind moderne Japaner größer? Während der letzten 50 Jahre ist deren durchschnittlicher IQ von 100 auf 112 angestiegen. Es mag richtig sein, daß Anfälligkeits- und Beeinflussungs-Studien irreführend sein können, solange die Umweltfaktoren nicht (korrekt) taxiert werden. Umwelteinflüsse verschieben den genetischen Determinismus, so sind z.B. 90 % der Krebsfälle mit umweltbedingten Einwirkungen verbunden und nur 5 % davon
ausschließlich genetisch bedingt. Rauchen und Alkohol verursachen Krebs, Geburtsschäden, verzögerte Entwicklung, Lungenkrankheiten, Infarkt-Risiko und andere Herzschäden, Lernunfähigkeit, geistige Zurückgebliebenheit, Hyperaktivität und Ähnliches. Haben Kinder die Möglichkeit, ihre Eltern später wegen Rauchens und Alkoholismus zu verklagen ? Vor sehr kurzer Zeit (49) identifizierten die Schotten ein einzelnes Gen,
das vor den Karzinogenen im Tabakrauch und vor Lungenkrebs schützt. Kinder mit ADHD (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Defekt) sind ein klassisches Beispiel für den Einfluß von Chemikalien. In der extremsten Form, bei Auftreten des Tourette-Syndroms, sind Schweißausbrüche, Spuck-Anfälle und störendes Benehmen die Regel. Ein Viertel aller kalifornischen Studenten ist davon betroffen, ein Teil davon hat Kontakt mit Psychiatern, um sich therapieren zu lassen. Multifaktorelle Schäden sind zum Teil auf die Umwelt zurückzuführen, z.B. Asthma schizophrenia, Klumpfuß, etc. In solchen Fällen ist die Anfälligkeit erblich. Nukleare Unfälle (z.B. Tschernobyl) und lebensverkürzende Strahlung sind Probleme moralisch basierter Einschätzung. Der Hiroshima-Effekt wurde erst viel später empfunden. Wir mögen der Umwelt keine ethische Verantwortung schuldig sein, aber wir tragen die ethische Verantwortung f ü r die
Umwelt. ETHISCHE DROGEN ??? Der Grund für den Alarm bezüglich der durch genetische Ingenieurkunst erzeugten Bakterien, war, wie wir gesehen haben, die mögliche Entstehung von krebserzeugenden Viren, etc. Seit dem Berg-Brief von 1974, der zu
einer Beendigung der Arbeit auf dem Gebiet des Genetic Engineering aufrief, ist soweit klar, daß Organismen durch Manipulation kein größeres Risiko eingehen als durch ihre Existenz als Organismus. Die Pharmazeutik bewegt sich rapide darauf zu, Blockbuster-Drogen zu entwickeln (mit der Wirkung schwerer Bomben). Glaxo Wellcome hat Anti-Gen-Strategien im Visier. Anstatt auf das umherirrende Gen zu zielen, wird die
Boten-RNA aufs Korn genommen (MRNA), die der zellularen Maschinerie Anweisungen übermittelt, Proteine aufzubereiten. Der Drogenplan dieser Firma sieht vor, den Boten zu neutralisieren und dadurch die Produktion des fehlerhaften Proteins zu stoppen. Pharmazeutische Unternehmen werden gegen eine gewisse Scheu zu kämpfen haben, im Rahmen der ethische Debatte verbraten zu werden, die sich darüber entspinnen wird, wie man mit einer derart explosiven Information umgehen soll. Normalerweise erreicht eines von zehn geprüften Medikamenten den Markt. Glaxo prüft wöchentlich 500 000 chemische Bestandteile, denn kommerzielle Erwägungen haben den Vorrang. Wenn das der Fall ist, muß die Frage lauten: Wird die Wissenschaft das Gesetz zwingen, sich mit einem moralischen Dilemma konfrontiert zu sehen? Ein Mann legt ein Samendepot an, bevor er sich der Chemotherapie unterzieht, eine Frau einen Vorrat an Eiern vor der
Eierstock-Operation, eine Witwe (50) bedient sich des Samens ihres toten Gatten, die Ethik der Nützlichkeit hat wirklich moralischen Gehalt. Psychologische Ethik dagegen hat im Unterschied zur Doppel-Helix keinen. Die Suche nach Möglichkeiten, das Leben zu verlängern, hat zwar die Todesrate reduziert, aber nicht die Geburtenrate, die das Gleichgewicht stört. Die Unantastbarkeit des Lebens fordert die Würde des
Individuums (51). Lukretius betrachtete Alter und Tod als Weisung der Natur, die Überbevölkerung zu verhindern. Descartes bekannte, seine eigenen medizinischen Studien hätten dem gedanklichen Vorsatz gegolten, Wege zu finden, um die Hilflosigkeit des Alters zu lindern und das Leben zu verlängern. Jede Stunde erschafft unser Körper zehntausende von Meilen der DNA. Last und Tränen des Alters häufen Mutationen. Sollte
das lange Leben wie erwartet erreicht oder zustande gebracht werden, wird es dann auch nur sein Salz wert sein? Für einige mag das dem wahren moralischen Weg entsprechen, für andere nicht. Wenn Vernunft und logische Argumente in der Ethik eine Rolle spielen, dann muß jeder daraus gute Gründe schöpfen, um eigene und Fehler in den Begründungen der anderen aufzuspüren. Denn jeder Mensch hat das Recht, über sich selbst
zu urteilen. Zwar kann es keinen moralischen Experten geben, wohl aber einen Experten der Ethik. David Hume erläuterte, Moral werde gründlicher empfunden, als irgendjemand es für möglich halten würde (52). Vom Standpunkt des Moralisten aus könnte man behaupten, daß es nicht die Vernunft ist, die das eigene Gewissen anspricht, sondern eine moralische Empfindung. Das führt trotz der fehlenden Existenz einer
allgemeinen Moralität oder Übereinstimmung dazu, daß moralische Ansichten geteilt (oder vermittelt) werden können. Angelegenheiten, die ultimative (grundlegende, endgültige) Werte betreffen, sind durch Beweisführung nicht leicht zu beeinflussen und das Gesetz selbst ist die Verkörperung einer allgemein gültigen moralischen Position.
REFERENZEN (1) Dolly Parton (2) Nach dem dänischen Biologen Wilhelm Ludvig Johannsen 1909 benannte Gene. (3) Charles Murray (Harvard), The Bell Curve, Best Seller, 1994.
(4) 1994 wurde ein junger amerikanischer Mörder vom elektrischen Stuhl verschont im Zuge eines Gnadenaktes. (5) 1985 an der Münchener Universität. Sein schwedisches Team an der Universität von Upsala extrahierte die DNA einer 2400 Jahre alten ägyptischen Mumie. Später extrahierte ein Oxford-Team die DNA eines 5.500 Jahre
alten menschlichen Knochens. (6) Eineiige Zwillinge zeigten Gewichtsunterschiede, wenn sie in unterschiedlichen Umgebungen aufgewachsen waren. TIME, Special Issue, Winter 1997-98. (7) Von den Eltern vererbte genetische Konstitution. (8) 100-300 n. Chr. (9) Epistatische Gene maskieren die Erscheinungsform eines anderen Gens, z.B. Albinismus (Pigmentmangel). (10) In Fällen von cystischer Fibrose, Haemophilia, Trisomie 21, Epilepsie, etc... (11) See, Mary Warnock, The Warnock Report on Human Fertilisation & Embryology, Basil Blackwell, 1984, 0xford. (12) Red Purple Secret, John C. J. Rohl, Martin Warren and David Hunt, Bantarn, U.K. 1998. Injektionen von anti-haemophilischem Globulin ist jetzt in großer Anzahl durch recombinante DNA-Technologie erhältlich. (13) Der Thronerbe, Prinz von Wales. (14) Ein Cousin Ihrer Majestät, der Königin Elizabeth. Dr. Henry Bellringer fand 1968 die Symptome bei ihm. (15) Z. B. Sri Lanka. (16) Vorhandene, aber nicht demonstrable Gene.
(17) Mama negativ, wenn positiv, Dauerschäden beim Foetus. (18) Negative Auswirkungen des aktiven und passiven Rauchens. (19) 25 July, 1935. See Medicine and Man, Nöel Poynter, The New Thinker’s Library series, London, C. A. Watts & Co.Ltd.,1971
(20) Eugenik, als Bezeichnung gebräuchlich seit 1883. (21) Gesetz zur Gesundheit von Mutter und Kind, China 1995. (22) Carol Barnes (23) Saarrje
Bartmann, The savage creature. See in Steve Jones, In the Blood. God, Genes and Destiny, Harper Collins, London, 1996,p.203. (24) Dr. Cesare Lombroso, 19. Jahrhundert, Pavia, Italien. Er fand im Schädel eines Kriminellen eine große Anzahl atavistischer Nomalien, die denen niederer Rückenwirbel entsprachen. (25) 1984 zuerst in England benutzt.
(26) Wird die genetische Überprüfung zum 'survival of the fittest'? Dr. Sujeewa Wijesuriya, U.S.A. (27) Book of Genesis, e.g. Laban produced spotted or strip progeny in sheep by showing the pregnant ewes striped hazel rods (Superstition though) (28) Vgl. Ethik des Clonens. (Webtime.com/cloning) (29) Ihre Milch produziert den menschlichen Faktor IX, ein blutgerinnendes Protein, das vielleicht Haemophilia B Patienten hilft. (30) Guardian, Wed., July 8, 1998 London). (31) TIME, Special Issue, Winter 1997-98. (32) Zur Zeit wird menschliches Plasma benutzt. (33) Harold Varmus, Direktor des amerikanischen National Institute of Health. (34) Unterstaatssekretär der französischen Regierung.
(35) Minister für Forschung R und Technologie. (36) Embryo-Experte, Prof. Akira von der Kinki Universität in Osaka (37) Generalsekretär (38)
Ursula Googenough, (New York Times), Zell-Biologin, Washington Universität in Missouri. (39) Charles Krauthammer, TIME, March 10,1997,Vo1.149.No:10. (40) In Ehen zwischen Cousins ersten Grades resultiert Homozygosis zu 6.25% aus den Gene in Progenie. Mißbildung hängt davon ab, inwieweit der gemeinsame Vorfahr Träger
der rezessiven Gene war. Bei den Tamilen in Südindien beispielsweise war es Brauch, daß der Onkel in einigen Ethnien die Nichte heiratete. (41) Manchmal wurde die verwitwete Schwägerin mit dem jüngeren Bruder des verstorbenen Ehemannes wieder verheiratet. (42) In The Blood, God, Genes and Destiny, Steve Jones, Harper Collins, London 1996.
(43) Eine Möglichkeit ist, post mortem die Untersuchungsberichte verstorbener Angehörige zu prüfen. (44) Trashing the Crops, John Vidal, Genetic Engineering (Analysis). The Guardian, Friday, July 31, 1998. (45) The Express, Wednesday, April 29,1998.
(46) ADA = Adenosinedeaminase. (47) Dhamma niyama and Kamma niyama im buddhistischen Denken. (48) TIME, May 11, 1998, Vol.151, NO:19. 49. Controversial news recently in the U.K. (49) Medical Ethics, Revised and enlarged edition, edited by A. S. Duncan, G. R. Dunstan and R. B. Welbourn, Darton, Longman & Todd London 1977, p. 76-77. (50) David Hume, Treatise of Human Understanding, 1738.
top |