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Glossar
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Bhagavadgita |
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Bhagavadgita bedeutet ‚Lied Gottes' in Sanskrit. Die Bhagavadgita ist eine der heiligen und schönsten
Hindu-Schriften und in Form eines Dialoges zwischen dem Prinzen
Arjuna und Lord Krishna geschrieben.
Sie ist ein Teil des berühmten indischen Epos Mahabharata und besteht aus 700 Sanskritversen, die in 18 Kapitel
unterteilt sind. Vermutlich entstand sie im 2. oder 1. Jahrhundert vor Christus, also später als die anderen Teile
des Hauptteils der Mahabharata. Der Dialog findet zum Ausbruch des grossen Krieges zwischen den Pandavas und den Kauravas auf dem Schlachtfeld statt. Die beiden Armeen stehen sich gegenüber, doch Arjuna zögert, als er auf der anderen Seite viele Freunde und Verwandte erkennt. Er überlegt, ob es nicht besser sei, seine Waffen fallen und sich lieber von seinen Feinden abschlachten zu lassen, als einen gerechten, aber grausamen Krieg zu führen. Krishna, der ihm als Wagenlenker in diesem Krieg zur Seite steht, erinnert ihn an seine Pflicht als Krieger und Anführer des Heeres und macht ihm dabei klar, dass leidenschaftslose, auf Gott und die gerechte Sache vertrauende Pflichterfüllung verantwortungsvoller sei, als sich von Freunden und Verwandten auf die falsche Seite ziehen zu lassen und nur das persönliche Glücksstreben zu realisieren. |
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Bhagavan, Bhagvan |
| Der Begriff bhagavan ist abgeleitet von der Sanskritwurzel bhaj, die man übersetzen kann als teilnehmen, austeilen, aber auch zu- oder verteilen. Bhagavan bedeutet 'einer, der Teil hat'. Bhagavan kennzeichnet jedoch nicht nur das Glück, er ist jemand, der teilhat an etwas und gleichzeitig einen Teil abgibt. Für die Bhagavatas, die Geweihten des Bhagavan ist er sowohl Wohltäter, von dem sie göttliche Gnade empfangen, als auch Empfänger ihres Dienstes und ihrer Hingaben. |
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Bhakta |
| Anhänger der Bhaktilehre |
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Bhakti |
| Der Terminus bhakti wird aus dem Sanskrit von der Wurzel bhaj (verehren) abgeleitet. Die primäre Bedeutung von bhakti ist demzufolge Verehrung. Bhakti-marga (der Weg der bhakti) kennzeichnet in der Regel die Bezeichnung für diejenigen hinduistischen Glaubensgemeinschaften, die den Weg der Hingabe als Weg der Erlösung gewählt haben - im Gegensatz zu karma-marga (dem Weg der Arbeit, oder Taten) und jnana-marga (dem Weg des Wissens). Die Lehre der bhakti, die vor allem im modernen Vishnuismus befolgt wird, wird von einer breiten Anhängerschaft (ca. 150 Mill.) genährt. Aber auch in der Richtung des Shivaismus gibt es den Weg der bhakti. Das Konzept der bhakti beinhaltet die liebende Hingabe und Verpflichtung des Menschen gegenüber Gott und allen Mitmenschen. Im Mittelpunkt dieses monotheistischen Glaubens steht die absolute Verehrung einer persönlichen Gottheit, wobei die einzelnen Bhakti-Schulen unterschiedlichen Göttern dienen. In der Regel steht jedoch der Gott Vishnu oder eine seiner Inkarnationen, besonders Krishna im Zentrum. Das Ziel des Gläubigen ist die Kommunion mit Gott und die individuelle Befreiung, die durch den Dienst an dieser Gottheit und die devotionale Rezitation ihres Namens (kirtana, sankirtana) erreicht werden soll. Im Gegensatz zu den Unpersönlichkeitslehren (advaita, samkhya), die eine ewige Existenz Gottes verneinen, existiert hier der Glaube an ein paradiesisches Jenseits, in das die Seele nach der Befreiung eingehen soll. |
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Bhakti-marga |
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vgl. hierzu: bhakti
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Bhedabheda |
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Bezeichnung für ein hinduistisches philosophisches System. Es wird auch 'unausdenkbare
Sonder-Unsonderheits-Lehre'genannt, weil nach ihm die gleichzeitige Identität und Verschiedenheit von Gott, Seelen
und Ungeistigem rational faßbar wird.
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Brahman, Brahma |
| In den altindischen Brahmanas (1000-800 v. Chr.) kennzeichnete brahma das als heilig geltende Wort des Opferrituals, dem magische Wirkung auf das Geschehen in der Gesellschaft und im Kosmos zugeschrieben wurde. In den Überlegungen der Upanishaden (ca. 800-600 v. Chr.) über den Zusammenhang von Mikro- und Makrokosmos ist brahma das absolute Sein, dem das individuelle Sein, atma, gegenübergestellt wird. Jedoch galt atma auch gleichzeitig als Teil von brahma, in das es nach der Beendigung der physischen Existenz zurückkehrt, ebenso wie brahmaals eine kosmische Entsprechung des atma als 'Weltseele' galt. |
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Brahmacharya |
| Erste der vier Lebensaltersstufen eines männlichen Angehörigen der drei oberen Stände, die Phase des Schülers, die mit dem strikten Gebot sexueller Enthaltsamkeit verbunden ist. Innerhalb der Asketenlaufbahn ist die Novizenschaft gleichfalls durch das Gelübde der Keuschheit charakterisiert. |
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Brahmanas |
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Die Brahmanas, deren Abfassungszeit bis etwa 1000 v. Chr. heraufgehen mag, schließen sich als
Erläuterungstexte an den Veda an. Bei diesen Texten handelt es sich um umfangreiche Abhandlungen, in denen
für die Ausführung der heiligen Zeremonien genaue Anweisungen gegeben und ihre Bedeutung sowie die für ihre
Durchführung zu erwartenden himmlischen Belohnungen auseinandergesetzt werden. Diese Texte sind der Niederschlag
eines priesterlichen Denkens, das allen Riten einen ungeheuren Wert zuschrieb, weil die kosmische und kultische
Ordnung einander entsprechen. Die Vorstellung, daß das Opfer eine Größe von metaphysischer Dignität sei, führte
dazu, daß die Götter, denen die Opfer dargebracht wurden, diesen gegenüber in den Hintergrund traten. Der Priester,
der in der richtigen Weise die heiligen Handlungen ausführte, war Herr über die Götter, weil diese nach dem
magischen Gesetz, das die Welt regiert, gezwungen waren, sich seinem Willen zu fügen. Diese neue Auffassung hatte
naturgemäß eine außerordentliche Steigerung des Ansehens des Priestertums zur Folge. Die
Brahmanen wurden zu 'Göttern in Menschengestalt', die die himmlischen Götter zur Erfüllung aller Wünsche
zwingen konnten. In den Brahmanas sind auch zahlreiche Legenden enthalten.
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Brahmane |
| Angehöriger des obersten der vier Stände im hinduistischen Kastensystem (varna). In den Rechtsbüchern (dharma) waren ihm das Lernen und Lehren der heiligen Schriften sowie das Vollziehen von Opfern als hauptsächliche Tätigkeiten vorgeschrieben. Das Wort Brahmane ist abgeleitet von brahma, der magischen Macht des beim Opfer gesungenen Wortes, die in den Upanishaden (ca. 800-600 v. Chr.) als Anfang und Ursache aller Schöpfung gelehrt und zum Charisma des Brahmanenstandes erhoben wurde. In den gleichen Texten wurde gelehrt, daß nicht mehr, wie in den vedischen Texten (ca. 1200-900 v. Chr.) das Opfer selbst der beste Weg zur Erlangung geistiger und materieller Güter sei, sondern daß schon das Wissen um die Bedeutung des Opfers und seiner mikro- und makrokosmischen Bezüge dafür ausreiche. Dieses Wissen zu erwerben war aber vornehmlich den Brahmanen vorbehalten. Damit begann die Schaffung einer Ideologie, die den Brahmanen mit verschiedenen Mitteln eine privilegierte Stellung in der Gesellschaft sichern wollte. Mit der Zeit differenzierte sich der Stand der Brahmanen und sie konnten auch andere Berufe ausüben. Der Vorrang der Brahmanenkaste vor den anderen Kasten ist bis heute ein wesentlicher Zug des indischen Kastenwesens. |
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