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Erklärung | Artikel | | | Dharma | | Nach der Vorstellung der Hindus wird die
Welt durch ein Gesetz (dharma) regiert, das sich gleicherweise in Natur und Sitte offenbart. Es hält nicht nur die Ordnung im Kosmos aufrecht, sondern schreibt auch allen Lebewesen von den Göttern bis zu den Pflanzen ihre Aufgaben und ihr richtiges ethisches Verhalten vor. Es bewirkt ferner im Wege der automatisch wirksamen Vergeltungskausalität allen Tuns, daß gute und böse Taten in einer neuen Daseinsform ihren Lohn oder ihre Strafe finden. So ist der dharma das Prinzip, welches alles 'trägt' , wie seine Ableitung aus der Sanskritwurzel dhr (tragen, halten) besagen soll. Deshalb wird der dharma als die höchste Wahrheit (satya)
bezeichnet, oder es heißt von ihm, daß er auf sich die Wahrheit stützt, oder daß alle Wahrheit auf ihm ruht. Im Zusammenleben der Menschen äußert sich der dharma in einer Fülle von Vorschriften, die gleicherweise die Befolgung sozialer und ethischer Pflichten gegen die Mitmenschen und den Staat, wie die Beobachtung von religiösen Zeremonien, die Einhaltung bestimmter Rechtsnormen wie die Vollziehung der verschiedenartigsten rituellen Begehungen und magischen Praktiken betreffen. Das Gebiet des dharma umfaßt also gleicherweise Religion, Moral, Recht und Sitte; es gibt hier keinen Unterschied zwischen religiösen und profanen Geboten, zwischen Kultvorschriften, Sittenlehren und Rechtssätzen.
| | | | Dharma-sastra
| | Lehrbuch des dharma. Dieses 'Lehrbuch' umfaßt eine Sammlung von Texten, die, in meist
metrischer Form, Vorschriften und Regeln für die vorbildliche Lebensführung der Hindus enthalten. Die dharma-sastras fußen auf der älteren Tradition der dharma-sutras, übernehmen aber stärker als diese Vorschriften aus dem Gewohnheitsrecht, zum Teil auch aus dem Staatsrecht. Es werden hier verschiedene Rechtspunkte, von der Schuldeintreibung bis zu Streit um Felder und Grenzen, Mord, Beleidigung, Diebstahl, etc. behandelt. Darüber hinaus enthält es eine Kosmogonie, die
Beschreibung religiöser Zeremonien und Pflichten für die 4 Stände des Kastensystems während der vier Lebensstadien, Reinigungsvorschriften bei Vergehen gegen diese Pflichten und Festlegungen über Reinheit und Unreinheit der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und Kasten. Obgleich es nicht als Kodex oder Gesetzbuch bezeichnet werden sollte, wurden die dharma-shastras, besonders die des Manu, Narada und Yajnavalkya als Grundlage der Rechtsprechung bis ca. Ende des Mittelalters zugrunde gelegt. | |
| | Dhyanadeva, Dhyaneshwara | | See: Jnanadeva | |
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