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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert

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Erklärung

Artikel

 

 

Hathayoga

 

Im Sanskrit bedeutet dieser Begriff ‚Vereinigung der Kräfte’, was sich in der Yogalehre auf die ‚Mond’- (ha) und ‚Sonnen’- (tha) orientierten, auf- und abwärts fließenden Körperenergien bezieht. Diese Richtung in der indischen Yoga-Philosophie betrachtet die Beherrschung des Körpers als Mittel zur Erreichung spiritueller Perfektion. Die Ursprünge des Hathayoga reichen zurück bis zu Gorakhnath, dem legendären Gründer der Kanphata-Gemeinschaft aus dem 12. Jahrhundert.

 

 

Hindu, Hinduismus

 

Hinduismus ist ein Sammelbegriff, der die beeindruckend zahlreichen und unterschiedlichen religiösen Strömungen und Traditionen (nicht aber Religionen) des indischen Subkontinents von den Anfängen bis zur Gegenwart benennen soll. Insgesamt wird die Zahl der Hindus auf 750 Mill. geschätzt, wovon ca. 650 Mill. in Indien leben. Der Ausdruck Hinduismus ist problematisch: Von der Wortbedeutung her heißt Hinduismus nichts anderes als 'Indertum'. Als Bezeichnung für eine Religion wurde er von Außenstehenden eingeführt und heute auch von den Indern übernommen. Außerdem kann dieser Ausdruck irreführend sein, weil er an eine einheitliche homogene Realität denken läßt. In Wirklichkeit ist er ein Oberbegriff, der die unterschiedlichsten Strömungen und Traditionen Indiens zusammenfaßt. Eine hinduistische Bezeichnung für den Hinduismus ist sanatana (ewige Wahrheit) dharma. Hiermit ist die Kernidee verbunden, daß man zwar Ordnungsstrukturen allgemein anerkennt, aber gleichzeitig versucht, sich von den Fesseln der geschichtlichen Bedingtheiten zu befreien. Eine andere, westliche Art, den Hinduismus zu definieren, spricht von einer Gruppe von Religionen mit jeweils einer dominierenden Gottheit (Krishna, Vishnu, etc.). Man denkt also an so etwas wie verschiedene Sekten mit einem gemeinsamen Nenner. Der Begriff Sekte ist jedoch irreführend, weil zwar jede Tradition ihre eigenen Dogmen besitzt, jedoch keine die andere offiziell ausschließt. Im allgemeinen ist unser Bild von Indien aber von der brahmanischen Sichtweise geprägt. Sie vermittelt uns ein einheitliches Bild des Hinduismus, in dem die Brahmanen im Mittelpunkt stehen. Sie sehen die Schöpfung als ein geregeltes Ganzes, als Verwirklichung einer kosmischen Ordnung, die Ewigkeit garantiert. Wechsel, wo er erscheint, ist nur Illusion. Die vedische Religion ist das universelle Bezugssystem; weil man unvermeidlich zu ihm Stellung beziehen muß, verleiht es allen Werten des Hinduismus Sinn und Gewicht. Es gibt keine fortschreitende Geschichte; der Angelpunkt aller Spekulationen ist das Unvergängliche. Man wendet sich von der Vorstellung eines zeitlich linear fortschreitenden Prozesses mit einem Bezugspunkt in der Vergangenheit ab und zieht einen unendlichen außerzeitlichen Bezugspunkt vor. Dadurch wird das System letztendlich unangreifbar und unwiderlegbar (Maya Burger:1966).
In gewissem Sinne eine Fortsetzung der vedischen Literatur bilden die sog. vedischen Hilfswissenschaften, dazu gehört z.B. die Grammatik. Um das 5. Jh. n. Chr. wird die 'Sprache der Götter', das Sanskrit, grammatikalisch fixiert. Auch die
dharma-sastrasbeanspruchen, das Leben letztlich so zu regeln, daß das vedische Ritual den Mittelpunkt bildet. Das Gesetzbuch Manus (Manusmriti) hat die Jurisprudenz der indischen Gesellschaft bis in das 20. Jh. hinein bestimmt.

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