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Glossar
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Sadhaka |
| (fem. sadhika): jemand, der sich bemüht bzw. religiöse Übungen ausführt |
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Sadhana |
| von ‚sadh', ausführen, sich dienstbar machen: Instrument, Mittel (besonders zur Heilsgewinnung), Komplex religiöser Übungen, Erfüllung, Verehrung |
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Sadhu |
| Im Hinduismus verwendeter Begriff für 'heiligen' Menschen, Wandermönch. |
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Samadhi |
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Völlige Konzentration auf das Selbst, in der Hindu, Jain und buddhistischen Religion und Philosophie bezeichnet es den höchsten Zustand geistiger Konzentration, der erreicht werden kann, wenn man noch an den Körper gebunden ist. Auf einer bestimmten geistigen Stufe kann der Körper auch verlassen werden, ohne zu ihm zurückzukehren. Samadhi ist der Zustand tiefer Kontemplation des Absoluten, der nicht mehr von Verlangen, Begierden, Ärger oder anderen aus dem Ego generierten Gedanken oder Emotionen gestört werden kann. |
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Samkhya, Sankhya |
| Das dem mythischen hinduistischen Weisen Kapila zugeschriebene Samkhya ist eine Philosophie, die, wie ihr Name besagen soll, die Weltprinzipien aufzählt. In seiner klassischen Gestalt, die sich wahrscheinlich aus älteren Formen, wie sie in den Upanishaden und in der Bhagavadgita auftreten, entwickelt hat, liegt es in der Samkhya-Karika des Ishvarakrishna (um 350. v. Chr.) vor. Danach gibt es unzählige geistige, untätige Einzelseelen und eine aktive Urmaterie (Prakriti). Aus letzterer hat sich durch Evolution alles Stoffliche entfaltet. Dadurch, daß die Seele mit dem materiellen Körper verknüpft zu sein glaubt, ist sie dem Leid, dem karma und beständiger Wiederverkörperung unterworfen (vgl. Samsara). Erkennt sie, daß sie mit allem Materiellem ebenso wenig zu tun hat, wie der Mond mit dem Wasser eines Teiches, in dem er sich spiegelt, so löst sich diese scheinbare, unheilvolle Verbindung: die Seele verharrt nun, vom samsara befreit, für immer als reines Bewußtseinslicht; da ihr aber die materiellen Organe fehlen, ist sie außerstande, noch etwas zu erkennen, zu denken, zu fühlen, zu wollen oder zu wirken. Sie wird deshalb mit einem Spiegel verglichen, in den kein Reflex mehr fällt (Glasenapp: 1966). Der ganze Weltprozeß geht ohne Einwirkung eines Gottes durch das dem Kosmos immanente Weltgesetz vor sich. Die Annahme eines Weltregierers wird als logisch unhaltbar abgelehnt. |
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Samsara |
| Der Terminus samsara bedeutet 'das Wandern oder Durchleben einer Serie von Zuständen'. Mit diesem Begriff wird die Theorie der Wiedergeburten, wie sie in den drei Religionen: Hinduismus, Buddhismus, Jainismusenthalten sind, gekennzeichnet. Samsara ist der anfanglose Zyklus von Geburt, Tod und Wiedergeburt, einem Prozeß, der durch das karma in Bewegung gehalten wird und nur durch die Befolgung bzw. Erkenntnis der wesentlichen Prinzipien dieser Lehren durchbrochen werden und zur Befreiung führen kann. |
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Sangh |
| Vierfältige, von einem Tirthankara gegründete Gemeinschaft, die aus männlichen und weiblichen Asketen und Haushältern besteht, die alle den Grundsätzen des Jainismus folgen. |
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Sannyasa |
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wörtl. abwerfen, niederlegen, vierter Lebensabschnitt bzw. völlige Weltentsagung des Asketen. Nach einer gewissen
Zeit der Schülerschaft (brahmacharya) erhält der Asket in Verbindung mit einem entsprechenden
Initiationsritus von seinem Lehrer Sannyasa.
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Sannyasi, Sannyasin vergl. auch: Sannyasa |
| Der Terminus 'sannyasi' bedeutet 'Weltentsagung'. Mit diesem Begriff wird sowohl der hiermit verbundene Initiationsritus, als auch die anschließende Lebensform als sannyasi bezeichnet. Er wird exklusiv in der brahmanischen und hinduistischen Tradition etwa ab dem 2. Jh. n. Chr. gebraucht und benennt in diesen Traditionen die Praxis der Weltentsagung. In den vedischen Texten sowie in der buddhistischen und jainistischen Literatur wird er nicht verwendet. |
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Sastra, Shastra |
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'Lehrtext', der ähnlich wie ein Handbuch Wissen über ein bestimmtes Gebiet, z. B. über Medizin, Astronomie oder
Baukunst, aber auch über Politik oder Morallehre, vermittelte. Die sastras waren häufig in metrischer Form
abgefaßt. Die bekanntesten Werke der Sastra-Literatur sind das
dharma-sastra des Manu, welches etwa zwischen 200 v. Chr. -300 n. Chr. entstanden ist und das
artha-sastra des Kaultilya (ca. 400 v.-300 n. Chr.). vgl. Manusmriti. |
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Shiva, Siva, Shivaismus, Sivaismus |
| Der Mythos des Gottes Shiva wurde im Rigveda (ca. 1200-1000 v. Chr. in den Hymnen 10.61 un 1, 71) formuliert. Shiva ist seit alters her von vielen Hindus als der höchste Gott verehrt worden. Die shivaitischen Sekten sind von großer Mannigfaltigkeit. Sie stimmen meist darin überein, daß sie das Verhältnis von Shiva als Pashupati (Herr der Tiere, hier als Herr der Seelen verstanden, pashu, eigentlich: Tier) zu den Seelen zu ergründen suchen und den Strick (pasha) beschreiben, der die Seelen an die Welt fesselt. |
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Shudra, Sudra |
| Dieser Begriff kennzeichnet den vierten Stand innerhalb des hinduistischen Kastenwesens. Er umfaßte ursprünglich die unterste Schicht der ab ca. 1500 v. Chr. nach Indien einwandernden indo-europäischen Stämme der Arier. Die in den dharma-sastras formulierte Varnatheorie schrieb den Shudras das Dienen bei den drei oberen Ständen und das Ausüben verschiedener Handwerke als angemessene Art des Lebensunterhaltes vor. Gemeinsam mit den Vaishyas, dem dritten Stand, bildeten sie die Masse der altindischen Produzenten, waren also Bauern, Handwerker, usw. Obgleich sie den Rechtsnormen der dharma-sastras zufolge in vielerlei Hinsicht gegenüber den höheren Kasten benachteiligt bleiben, führte ihre wirtschaftliche Position langsam zu einem sozialen Aufstieg, besonders seit den Jahrhunderten des Fernhandels mit der Mittelmeerwelt im Zusammenhang mit der geachteten Stellung der städtischen Handwerker in dieser Zeit. |
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Sikh, Sikhismus |
| Das Wort sikh ( aus dem Pali: sikha und dem Sanskrit: sisya) bedeutet 'Schüler'. Die Glaubensgemeinde der Sikh sind die Nachfolger der zehn gurus, die mit Nanak (geb. 1469 n. Chr.) begannen und mit Gobindh Singh (gest. 1708) endeten. In einer Schrift des fünften guru Arjun Dev, im Jahre 1604 wurde der Begriff sikh im Sinne von 'einer, der an die zehn gurus und an den Granth Sahib glaubt' definiert. |
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Smriti, Smrti |
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Während der Zeit der Einwanderungen der indo-europäischen Stämme der Arier entstanden die Veden ( ab 1500 v. Chr.)
Sie wurden über Jahrtausende mündlich überliefert, bevor sie schriftlich fixiert wurden. Diese Hymnen waren für die
Arier Mittelpunkt ihrer Religion und begleiten vor allem ihre zahlreichen Opfer. Das vedische Korpus (Veden,
Brahmanas, Upanishaden) gilt als
Offenbarung, eine Offenbarung, die von Heiligen (Rishis) 'gehört' worden ist
(sruti). Diese Texte werden als die Garanten von Orthodoxie und als zeitlose Wahrheit angesehen. Die Veden stellten
damals (und auch heute noch) die absolute Autorität dar. Spätere Teile der Überlieferung werden als Erinnerung
(smriti) angesehen. D. h. als menschliche Versuche, die Wahrheiten der Offenbarung zu verstehen, auszulegen und
weiterzuentwickeln.
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