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Die Upanishaden ('Geheimlehren', ca. 800-600 v. Chr.) sind die ältesten philosophischen Traktate der Inder. Da sie
auf die verschiedensten Denker und Schulen zurückgehen, lehren sie kein festumrissenes philosophisches System,
sondern bringen die mannigfaltigsten Anschauungen zum Ausdruck. Während vieles an ihnen deutlich den Wesenszug
primitiv-magischen Denkens trägt, tritt auf der anderen Seite eine tiefsinnige Mystik hervor, die auf die spätere
Entwicklung maßgebenden Einfluß ausgeübt hat. Die Grundanschauungen dieser Gottschau gehen dahin: Die Einzelseele
ist unsterblich. Durch das Gesetz der ewigen Vergeltung gezwungen, irrt sie umher, in die vergänglichen Leiber von
Göttern, Menschen, Tieren und Pflanzen gebannt, und findet nirgends Rast und Ruhe (Glasenapp: 1986). Einen Ausweg
aus dem Kreislauf der Existenzen (vgl. Samsara) bietet nur die
Erkenntnis, daß alles Vergängliche nicht der Seele angehört, daß diese selbst vielmehr mit dem ewigen Weltgeiste
verwandt oder wesenseins ist. Wer diese höchste Wahrheit erfaßt, der ist erhaben über Leben und Tod, er wird nicht
wiedergeboren und geht zu Brahman.
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