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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert

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Das Energieproblem als Teil des globalen Problems


Einleitung
Punkt 1
Punkt 2
Punkt 3
Punkt 4
Punkt 5
Punkt 6
Punkt 7
Punkt 8
Punkt 9
Literatur

Das Wachstumsproblem

 

Das Energieproblem ist nach Ansicht vieler Forscher ein Teil der sogenannten Weltproblematik. Andere Teilprobleme sind die Umweltverschmutzung, die Bevölkerungsexplosion oder die drohende Ressourcenverknappung. Alle diese Probleme sind durch viele Abhängigkeiten miteinander verknüpft. Eine Gemeinsamkeit dieser Probleme ist es, daß sie durch exponentielles Wachstum vorangetrieben werden. Daß all diese Probleme auf einmal sehr akut zu werden scheinen, hängt mit der Natur des exponentiellen Wachstums zusammen. Exponentielles Wachstum stellt sich immer dann ein, wenn eine wachsende Größe sich selbst reproduziert oder wenn eine Größe durch eine andere sich selbst reproduzierende Größe zum Wachstum getrieben wird. Zu Anfang des Wachstumsprozesses scheint sich dieses Wachstum noch in engen Grenzen zu bewegen. Mit zunehmender Zeit verschärft es sich aber, da die absoluten Zuwachswerte immer größer werden. Die meisten Menschen denken linear und stellen sich das Wachstum auch als linearen Prozeß vor; deshalb kann man durch simple Demonstrationen exponentiellen Wachstums, wie zum Beispiel das Reiskorn auf dem Schachbrett, immer wieder Verblüffung hervorrufen. Dennoch erwartet man zum Beispiel ein exponentielles Wirtschaftswachstum von einigen Prozent im Jahr.


Exponentielles Wachstum der Weltbevölkerung

Durch dieses ungeahnte Wachstumstempo stößt eine Größe, die exponentiell wächst und feste Grenzen hat, sehr schnell an diese festen Grenzen, ohne daß dies sich im Vorfeld bemerkbar macht. Ein Beispiel hierfür liefert eine französische Denksportaufgabe für Kinder: auf einem Gartenteich wächst eine Seerose, die die Zahl ihrer Blätter täglich verdoppelt. Sie würde nach 30 Tagen den ganzen See bedecken und alle anderen Pflanzen und Fische ersticken. Noch am 21. Tag ihres Wachstums nimmt sie nur 1/128 der Wasseroberfläche ein, am 25. Tag 1/32. Am 29. Tag ist immer noch die Hälfte der Wasseroberfläche frei, was noch nicht sehr bedrohlich wirkt, doch schon am nächsten Tag ist der Teich vollständig zugewachsen. Leider haben fast alle Größen auf der Erde, sei es die Bevölkerung oder die Zahl der Industriebetriebe, feste Grenzen, wenn man diese auch nur sehr selten absolut benennen kann; dies liegt in der begrenzten Natur der Erde begründet. Allmählich machen sich diese Grenzen nun bemerkbar; gleichzeitig muß man feststellen, daß man diese Grenzen viel schneller als erwartet erreichen könnte. In einigen Bereichen hat man diese Grenzen auch schon überschritten.

Viele Menschen meinen, daß durch die Fortschritte der Technologie praktisch alle Grenzen aufgehoben werden könnten. Diese Einstellung ist aber falsch, denn durch technologische Neuerungen können zwar Grenzen verschoben werden, mitunter sogar soweit, daß man sie nicht mehr erkennen kann, an der bloßen Tatsache, daß es sie gibt wird man aber nichts ändern können. Wenn es nun aber Grenzen gibt, so wird man sie durch exponentielles Wachstum mit Sicherheit erreichen können. Die Wurzel der sogenannten Weltproblematik ist es, daß einige Größen wie Energieverbrauch, Bevölkerungszahl oder Belastung der Luft durch Schadstoffe entweder selbst exponentiell zunehmen, wie die Bevölkerungszahl, oder eng mit exponentiell wachsenden Größen gekoppelt sind, wie der Energieverbrauch mit dem Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum. Diese Größen scheinen nun bald ihre Grenzen zu überschreiten.

Nachhaltigkeit oder Zusammenbruch

 

Das Verhalten einiger beschränkter Größen in einem begrenzten System wird seit einiger Zeit von einer relativ jungen Wissenschaftdisziplin, der Systemforschung, untersucht. Dazu erstellt man abstrahierte Computermodelle, in denen die verschiedenen Abhängigkeiten und Korrelationen zwischen diesen Größen berücksichtigt werden. Hieraus gewann man Erkenntnisse über mögliche Entwicklungen der Größen, die unsere Umwelt und unser Leben bestimmen, unter verschiedenen Voraussetzungen. Es hat sich gezeigt, daß das Wachstum der Weg zu sein scheint, der die durchschnittliche Lebensqualität der Menschen auf Dauer senkt.

Durch das Erreichen einiger Grenzen wird unser globales System nämlich wahrscheinlich einen Zusammenbruch erleiden. Ohne irgendeinen Versuch, diesen abzuwenden, sagen die meisten Systemforscher diesen noch innerhalb des nächsten Jahrhunderts voraus. Um diesen Zusammenbruch abzuwenden, muß das System auf Nachhaltigkeit ausgelegt werden. Dies bedeutet, daß auch langfristig die Grenzen für alle begrenzten Größen nicht überschritten werden. Dazu muß zum Beispiel das Bevölkerungswachstum ebenso aufgehalten werden wie das Wachstum des Energieverbrauchs. Wie ein globaler Zusammenbruch aussehen könnte, kann man nicht ohne weiteres vorhersagen. Es ist aber anzunehmen, daß sich die Grenzen durch ihre Überschreitung nach unten verschieben werden und daß die jeweiligen Größen nach der Grenzüberschreitung schnell absinken werden; wenn die Bevölkerungszahl weiter steigt, so kann dies eine so hohe Sterblichkeitsrate (zum Beispiel durch Umweltverschmutzung) nach sich ziehen, daß die Bevölkerung nicht mehr wachsen kann und endlich sehr stark abnimmt, denn in einer zerstörten Umwelt können nun weniger Menschen ernährt werden.

Wenn es uns auf der anderen Seite gelingt, die Problematik der verschiedenen Wachstumsprobleme zu durchschauen und das Wachstum zu begrenzen, bevor es seine Grenzen überschreitet, so scheint es möglich, daß sich das globale System auf einem hohen Niveau einpendelt. Dann könnte es möglich sein, die Lebensqualität aller Menschen dauerhaft zu steigern. Dies ist ein große Herausforderung an die heute junge Generation, denn durch die Eigenschaften des exponentiellen Wachstums werden alle Lösungsmaßnahmen, die nicht so schnell wie möglich eingeleitet werden, wahrscheinlich einen Zusammenbruch nicht mehr verhindern können.

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