An einem Tag in den frühen Dreißigern erzählte Sri Aurobindo der Mutter: "Ich bin gezwungen ein neues Abenteuer zu unternehmen ... Ich war am Anfang unsicher, aber jetzt bin ich entschlossen. Immer noch weiß ich nicht, inwieweit ich Erfolg haben werde... Ich habe mich selbst in einem ruderlosen Boot in die Weite des Unbegrenzten gestürzt."
Sri Aurobindo hat sich selbst in ein endloses Abenteuer des Bewußtseins
und der Freude gestürzt und das Savitri war in der Stille der Ewigkeit geboren worden. Natürlich waren fast 30 Jahre zwischen der ersten Vision des einleitenden Gesangs des Savitri und seiner Fortsetzung verstrichen. Am Anfang dieses Jahrhunderts hatte Sri Aurobindo sich in Baroda bemüht, ihm eine neue Form zu geben und in ihm ein neues Bewußtsein nahezubringen, wobei er von der Geschichte des Savitri im Mahabharata
inspiriert wurde. Wie seine anderen Werke, die in der Zeitschrift Arya erschienen, "ging ich Savitri nicht wie ein Gedicht an, das geschrieben und fertig sein sollte, sondern wie ein Experimentierfeld, um zu sehen, wie weit Dichtung aus einem yogischen Bewußtsein schöpferisch geschrieben werden könnte", sagte Sri Aurobindo. In der Tat hat sich sein eigenes yogisches Bewußtsein seit seinen Tagen in Baroda
verstärkt. Am 24. November 1926 fand die Übertragung des übergeordneten Bewußtseins auf sein physisches Bewußtsein statt, die den Weg für die gesamte Übertragung des Supramentalen Lichtes, der Stärke und des Bewußtseins auf seinen Körper ebnete. Es war der machtvolle Aufstieg in das goldene Licht und der Abstieg dieses Lichtes in die Materie, was im Savitri widergespiegelt wird. "Ich benutzte das Savitri
als eine Möglichkeit zum Aufsteigen" sagte Sri Aurobindo. "Ich fing mit einer bestimmten seelischen Ebene an und jedesmal, wenn ich eine höhere Ebene erreichen konnte, schrieb ich die Ebene um... Alles mußte so weit wie möglich aus der selben Prägeanstalt sein."
Nach mehrfachen Überarbeitungen erschien im August 1947 der Eröffnungsgesang "Der Symbolbeginn", und im Editorial
des ‘Advent’ hieß es: "Savitri, die göttliche Gnade in menschlicher Gestalt, ist auf der Erde. Das göttliche Bewußtsein hat seine eigene Supramentale transzendente Stellung aufgegeben, um in das menschliche Bewußtsein einzugehen und am irdischen Leben teilzunehmen... "
Nachdem mehr und mehr Gesänge
hinzugefügt worden waren, beschrieb Sri Krishnaprem (Ronald Nixon) diese dichterische Lawine so: "Savitri ist weder subjektive Einbildungskraft noch rein philosophisches Denken, sondern die Vorstellung und Offenbarung der tatsächlichen inneren Struktur des Weltalls... Es ist ein Vorzeichen von größter Bedeutung und Hoffnung, daß in diesen Jahren der Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit (in der
Nachkriegszeit nach dem II. Weltkrieg) ein solches Gedicht wie Savitri hatte erscheinen sollen. Laßt uns den Beginn begrüßen."(Sri Aurobindo jährliches Mandir, 1948)
Als der Epos des Höchsten in ca. 24.000 Zeilen Kupferstich dem starren Blick der Leute göttliche Liebe und des menschliches Bewußtsein enthüllten, hatten schließlich manche Ehrfurcht davor, während andere, wie Raymond Frank Piper,
bescheiden zugaben: "Ich wage das Urteil, daß es das umfassendste, einheitlichste, schönste und vollendetste kosmische Gedicht ist, das jemals verfaßt worden ist. Es geht von einem ursprünglichen bis zu dem größten
Königreich des supramentalen spirituellen Daseins, und es erklärt jedes wichtige Unternehmen der Menschen, durch jeden Vers unvergleichlicher Wuchtigkeit, Großartigkeit und metaphorischer Brillanz." "Savitri ist vielleicht die stärkste künstlerische Arbeit, um den Geist des Menschen gegenüber dem Absoluten zu erweitern."
Um sich in die mantrischen Zeilen des Savitri zu vertiefen, um über den niemals endenden "Anblick der aus größten Tiefen der Seele hervorbrechenden Schallwellen" zu meditieren, ist es tatsächlich der beste Weg, unser Bewußtsein zu erweitern und in dem zartblauen und goldenen Bewußtsein der Mutter und Sri Aurobindos zu baden. *** "Nur göttliche Liebe kann die Lasten tragen, die ich zu tragen habe und die alle zu tragen haben, die alles andere dem einzigen Ziel geopfert haben, die Erde aus ihrer Dunkelheit zum Göttlichen emporzuheben." Sri Aurobindo
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