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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert


UNVERSCHLÜSSELTER BRIEF DES BLAUEN PLANETEN AN SEINE VORLETZTEN BEWOHNER

Kurt Titze
 

Redaktion: Carla Geerdes

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Wesen bedrängen Wesen: siehe,
das ist die große Gefahr in der Welt.
(1)
Mahavira (599 - 527 v. Chr.)

Wie gehen wir mit unserer Erde um? Eine oft diskutierte Frage. - Wie geht unser Planet mit uns um? Wie wird er zu gegebener Zeit mit uns umgehen?

 

Vorbemerkung

Wird es eine zweite Vertreibung aus dem Paradies geben? Mancher Zeitgenosse befürchtet das angesichts der vermeintlich verhängnisvollen Übergangssituation vom zweiten ins dritte christliche Jahrtausend. Jemand - Jahrgang 1922 - hat Überlegungen angestellt, was er als Blauer Planet wohl denken und tun würde, wenn er seine Kreise zöge und dabei dem Leben und Reden seiner aufrechtgehenden Bewohner zuschaute und zuhörte.

Um es vorwegzunehmen: Zeichen für eine Vorwarnung hinsichtlich einer zweiten Vertreibung aus dem Paradies kann er nicht erkennen, im Gegenteil. Die ständig größer werdende Übersichtlichkeit, die er im Verlauf seines Lebens in drei Kontinenten beobachten konnte, erlaubt es jedem, der genau hinschaut - so meint er -, die Zeichen einer Wende zu erkennen, die eigentlich keine Wende von etwas weg zu etwas hin, sondern einfach die nächste Wegstrecke eines von der Mehrzahl der Erdbewohner bereits eingeschlagenen Weges ist - ein Umweg, eingestandenermaßen. Aber auch Umwege führen letztendlich zum Ziel.

Zur Sache

Genau betrachtet, liebe Erdbewohner, ergeht es mir nicht anders als den meisten von euch. Ich muß mich ständig um mich selber drehen. Nur trete ich niemandem dabei auf die Füße, was ihr allmählich kaum noch vermeiden könnt. Solange ihr noch reichlich Raum hattet zum Tanzen um euch selber und um euresgleichen, war es ein kurzweiliges Vergnügen, euch zuzuschauen und die Tritte eurer weichen Fußsohlen zu spüren. Und die blumenübersäten Wiesen und Gärten, die ihr an Stelle der Wälder und Steppen, die ich mir ausgedacht hatte, anzulegen pflegtet, waren und sind schön anzuschauen.

Doch ihr habt angefangen, von mir als von einer immer kleiner werdenden Kugel zu reden, die zu klein werde für eure neuartigen tücherschwingenden Aufmärsche, deren Getöse nicht gut in meinen Ohren klingt. Überdies denkt schon mancher von euch daran, zu einem meiner Geschwisterplaneten auszuwandern, was bedeuten könnte, daß ihr mich am Ende lediglich als Abschußrampe für eure Raumschiffe benutzen möchtet. Daher neige ich nun dazu, es euch nachzumachen und selbstkritisch in mich hineinzuschauen und hineinzuhorchen.

Liegt die Ursache eurer Unruhe und Unzufriedenheit womöglich bei mir? Bin ich anders als ich sein könnte, sein sollte?

War es, frage ich mich weiter, mein Versäumnis, daß heute, vor dem Beginn eines neuen Menschheitsjahrtausend, viele von euch lieber eine andere Welt hätten als mich? Habe ich euch vielleicht zu lange untätig, ja mitunter sogar wohlgefällig zugeschaut bei euren Bemühungen, mich unablässig anders, nämlich fruchtbarer zu machen? Habe ich euch gar den Drang dazu eingepflanzt?

Diese Fragen beschweren mich nicht wenig; ja, ich wünschte, jemand würde kommen und nachweisen, daß ihr gar nicht meine leiblichen Kinder seid, sondern irgendwann von irgendwoher gleichsam auf mich abgeworfen wurdet - als mikroskopische Winzlinge. Träfe das zu, könnte ich euch, ohne mich rechtfertigen zu müssen, in einer verärgerten Laune - ausgelöst durch eure ständig wiederkehrende Richterpose - einfach zurück in die Unermeßlichkeit fallen lassen, aus der nicht wenige von euch meinen, hergekommen zu sein. Mögen irgendwelche Götter euch die Augen und Ohren öffnen, mir gelang es bisher offenbar nicht.

Wie auch immer. Ob ihr meine leiblichen Kinder seid oder ungeladene Gastbewohner oder ehemalige Asylsuchende, wage ich nicht zu entscheiden. Das liegt im Dunkeln, welches die eine Sonne, die ich habe, nicht ausleuchten kann oder mag. Bestehen bleibt euer Bemühen, mich täglich fruchtbarer zu machen, und das schon - erst langsam, dann immer verbissener - seit etlichen Jahrtausenden. Gelegentliche Zweifel an eurem Tun schiebt ihr beiseite mit dem Gedanken, auf diese Weise nicht nur euer eigenes Fortbestehen abzusichern, sondern euch gleichzeitig als meine Beschützer verstehen zu dürfen. Meine Verwundbarkeit, beteuert ihr, bereitet euch Sorge. Ihr, die ich einst als mir Anvertraute unter die Fittiche nahm, habt nun mich zu eurem Schützling erklärt. Eine erstaunliche Umkehrung, um nicht Anmaßung zu sagen. -- Da es möglicherweise eine Art Haßliebe ist, die ihr für mich hegt, will ich weiterhin euer Treiben und Reden geduldig über mich ergehen lassen.

Auch im nächsten Jahrtausend, höre ich viele von euch sagen, müsse fortgefahren werden, mich fruchtbarer und größer zu machen, ungeachtet eurer aufkeimenden Ahnung, daß ich, euer blauer Planet, dabei immer kleiner werde - zumindest aus eurer Perspektive.

An der Schönheit der Wüsten habe ich Jahrtausende gearbeitet, doch ihr wollt sie in Nutzlandschaften - wie ihr sie nennt - umwandeln. Aber da ich schon jetzt zu stöhnen beginne unter der Fruchtbarkeit, die ihr mir aufgebürdet habt, bin ich entschlossen, fortan nicht mehr alles hinzunehmen. Ich bin bereit, mich weniger bewohnbar für euch zu machen, genauer gesagt, machen zu lassen - von euch. Woher sollte ich auch die großen Mengen Wassers nehmen, die ich periodisch auf eure wachsende Zahl von verschwitzen Leibern würde schütten müssen, um mir meine saubere Bläue zu erhalten und nicht eines Tages der 'übelriechende Planet' genannt zu werden?

Gemach, eine zweite Vertreibung aus dem Paradies wird es nicht geben. Das 'Um-mich-selber-Drehen' habe ich zwar mit euch gemein, anderes, wie etwa das Ausmalen schrecklicher Endzeiten, aber weniger... Aus meinen frühen Fehlhandlungen, wie dem Herumrücken der Ozeane und Festlandmassen und dem Hervorbringen gigantischer Lebewesen, habe ich gelernt.

Anfangs hatte ich es, getrieben von jugendlicher Kraft, eilig mit dem Erneuern. In solchen Stimmungen läßt man schon mal alle Vulkane auf einmal ausbrechen und alle Ozeane auf einmal ansteigen, nur um zu sehen, was darauf wohl folgen mag.

Heute bewahrt mich meine Erfahrung vor solchen Gemütsausbrüchen. Es sind die langsam wachsenden Bäume und die kleinen schnell fliegenden Lebewesen, um die ich mich am wenigsten sorgen muß. Sie rufen nicht nach noch mehr Fruchtbarkeit, wie ihr es so gerne tut, um eure immer zahlreicher werdenden Mägen zu füllen.

Anderes hingegen, was ich aus überschäumender Fruchtbarkeit hervorgebracht habe, ist mir mißraten. Was davon an Fossilien noch vorhanden ist, bestaunt ihr jetzt in eigens gebauten Häusern.

Irgendein Gesetz will es - vielleicht durch meine Kugelgestalt bedingt - daß Bewegungen entweder auslaufen oder nach einer aufwärts- und anschließend abwärts gerichteten Phase wieder dort anlangen, wo sie ihren Anfang genommen haben. Möglicherweise verhält es sich auch ein wenig anders; Bewegungen haben ja nicht immer nur eine einzige Ursache. Sicher ist, daß mein bewußtes Tun - mich für euch zu unser aller Nutzen weniger bewohnbar zu machen - bereits eure Anstrengungen in Richtung Fruchtbarkeitsvermehrung begleitet.

Von jetzt an lasse ich einfach alles geschehen. Manche Wüste wächst heute schneller als ihr sie bewässern könnt, weil ihr andere Planquadrate meiner Oberfläche noch umfassender nutzen wollt.

Ich muß nicht handeln, kann mich weiter um mich selber drehen und euch dabei gelassen zuschauen, wie euer selbst gewählter Umweg zu dem von mir als notwendig erachteten Ziel führt - zu weniger Fruchtbarkeit und damit zu weniger Bewohnbarkeit.

Verminderung der Fruchtbarkeit bei gleichbleibender Bewohnbarkeit hätte euch den langen Umweg erspart. Einige von euch hatten das zwar als Möglichkeit erkannt, doch da wart ihr schon den Erfolgen eurer Fruchtbarkeitsvermehrung erlegen und nicht mehr gewillt, über andere Wege nachzudenken.

Jahrhundertelang konntet ihr bestimmen, wie viele Menschenmägen sich jeweils auf meine Kosten füllen ließen. Für eine geraume Weile länger werdet ihr das weiter bestimmen. Dann aber - anstelle einer zweiten Vertreibung aus dem Paradies - werde ich von Tag zu Tag ein wenig unfruchtbarer werden. Eure Wortführer werden diesen Wandel zum Anlaß nehmen, euch zu überreden, eure Äcker noch intensiver zu bewirtschaften,euer Schlachtvieh noch schneller zu mästen und noch mehr Nachkommen zu zeugen.

Gleichzeitig wird euch euer Umweg immer öfter und immer länger durch ausgemergelte Landschaften führen. Schließlich, am Ende des Umwegs, wird sich allmählich ein Gleichgewicht einpendeln zwischen meiner und eurer Fruchtbarkeit.

Auf diesen noch vor euch liegenden Wegstrecken werdet ihr immer wieder zum Verweilen und Ausruhen genötigt werden, und eine wachsende Zahl von euch wird fragen: Was hat uns abgehalten, den anderen, kürzeren Weg zu gehen? Was stand auf den Wegweisern, denen wir unbedacht gefolgt, und was auf jenen, an denen wir mit offenen Augen achtlos vorbeigegangen sind? Wann und wo war es, als uns das Vertrauen in weise Wegbereiter und deren Wegweisungen abhanden kam?

Solche Fragen werden euch im Schatten der immer weniger werdenden Bäume zu nachdenklichen Gesprächen anregen. Der eine oder andere unter euch wird sich dann an Aufschriften von Wegweisern erinnern, an denen ihr blind vorübergegangen seid. Alte Wortwendungen wie 'Und dir ist gesagt, Mensch, was gut ist', Worte wie Himmel, Seele und Ewigkeit werden wieder gedacht und ausgesprochen werden. Und obwohl ihr dann eure Mägen nicht mehr dreimal täglich werdet füllen können, werdet ihr euch nicht leer, sondern leicht, nicht bedrängt, sondern gelöst vorkommen. Und wenn sich dann jemand unter euch laut denkend der Wegweisung erinnert: 'Und alle Lust will Ewigkeit, will tiefe, tiefe Ewigkeit' (Nietzsche, Zarathustra),werdet ihr nicht mehr an die vielen kleinen Lüste denken, die befriedigt sein wollten, aber immer nur Augenblicke währten, sondern an die Lust, die jener Wegbereiter mit seien Worten im Sinn hatte, nämlich die Lust zu sein, nicht die Lust zu fühlen.

Doch ich bin ein großes Stück Weges vorausgeeilt, derweil ihr euch noch auf der ersten Hälfte der Strecke befindet, wo es euch immer wieder gelingt, meine Fruchtbarkeit zu steigern, und auf der ihr euch von niemandem, der nicht euresgleichen ist, dreinreden laßt. Auch ich, euer blauer Planet, mußte und muß euch ziehen lassen auf euren selbstgewählten Neben-, Irr- und Umwegen.

Doch das ist nicht ganz den Tatsachen entsprechend formuliert. Es gibt Wege, die ich euch aufnötigen könnte: Wege und Mittel, von denen eure Endzeitdenker ausschweifend zu reden verstehen. Nicht wenige von ihnen hängen mir sogar Rachegelüste an, vor denen sie meinen, euch warnen zu müssen. Furchterregende Maßnahmen würde ich im Schilde führen, sagen sie, mit denen ich euch zu gegebener Zeit für eure Uneinsichtigkeit zu strafen gedenke.

Im Sinne dieser Endzeitpropheten wäre ich schon dazu berechtigt, euch durch eine neue Eiszeit oder eine lange Schwarze Pest oder durch periodisch wiederkehrende Mißernten dazu zu bringen, die Grenzen eurer Wachstumserwartungen zu erkennen und umzukehren.

Andererseits aber seid ihr mir so ans Herz gewachsen, daß ich derartig grausame Mittel nicht anwenden möchte. Anstelle mich zu rächen, würde ich euch schon eher dafür loben wollen, aus eigenem Antrieb - wenn auch mit verstelltem Blick und ohne es eigentlich zu wollen - dem von mir erkannten Ziel zuzustreben: Einem mäßig fruchtbaren Erdball mit weniger Menschen. Beschäftigt euch - wenn ihr das unbedingt wollt - ruhig noch eine lange oder kurze Weile weiter mit dem Vorhaben, Wüsten in Viehweiden und Kartoffeläcker zu verwandeln. Schließlich, und für den einzelnen von euch kaum merklich, wird euch und euren Nachkommen das Wasser und manches andere ausgehen, und wie von selbst wird immer öfter die 'Lust zu sein'und weniger die 'Lust zu fühlen' eure Gemüter ausfüllen.

Euer blauer Planet, der euch nach jeder Nacht auch künftig mit einem neuen Tag zu beschenken gedenkt, wird wieder die Größe wie in eurer frühen Jugend annehmen. Unübersichtlich und auf geheimnisvolle Weise rätselhaft wird er wieder sein, zum Träumen von noch nie Gedachtem einladen, zum Malen bei Fackellicht in langen Winternächten, zum Schnitzen von Bechern für das Quellwasser, zum Singen von Lobliedern an den vollen Mond. Die Prophezeihung: 'Die Erde war dann klein geworden und auf ihr hüpfte der vorletzte Mensch', (Nietzsche) liegt dann verstaubt in alten Kellergewölben.

In diesem Sinne, ihr lieben vorletzten Erdbewohner, grüßt euch euer Blauer Planet, von dem ihr meint, er sei zu klein geworden für euch.

Nachbemerkung:

Daß dieser Brief seine Adressaten erreichte, belegt ein Gespräch zwischen einer noch jungen Empfängerin der Botschaft und einem schon betagten Manne.

  • Sag, wie begann es deiner Auffassung nach nun eigentlich mit den Menschen?
  • Mit uns, die wir nicht so recht zu wissen scheinen, wie das umzusetzen ist, was wir als richtig und notwendig erkannt haben.

Der so angesprochene alte Mann schlug ein in Reichweite liegendes Buch auf und las:

Als Gott, der Herr, die Erde machte und den Himmel, da gab es noch keinen Steppenstrauch auf Erden, und Grünkraut sproß noch nicht auf dem Felde; denn Gott, der Herr, hatte es noch nicht regnen lassen auf die Erde, und kein Mensch war da, den Boden zu bebauen. Nur Feuchtigkeit stieg von der Erde auf und bewässerte die gesamte Fläche des Erdbodens.

Da bildete Gott, der Herr, den Menschen, Staub vom Ackerboden und blies in seine Nase den Odem des Lebens; so ward der Mensch zu einem lebendigen Wesen. - Und Gott, der Herr, nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bebaue und erhalte.

  • Als der Gott, von dem hier die Rede ist - fuhr der Mann fort, während er das Buch beiseite legte - erkannte, daß das zukünftige Wohlergehen seiner zuletzt geschaffenen Geschöpfe, die er als einzige mit der Fähigkeit ausgestattet hatte, sich frei entscheiden zu können, von ihrer Bereitschaft abhängen würde, bestehende Grenzen - selbst gesetzte eingeschlossen - zu respektieren, beschloß er, sie zu prüfen. Und zwar anhand des ersten Gebotes, das auf unserem blauen Planeten aufgestellt wurde. Später gaben weitsichtige Menschen auf kleinen Inseln in einem fernen Meer dieser Verhaltensregel den einprägsamen Namen Tabu.

Du kennst die Erzählung von der ersten Übertretung dieses Gebotes und der damit eingehandelten Strafe, der Ausweisung aus dem Garten Eden. Eine Erzählung, ausgeschmückt - wie's so geht - von Deutern und Geschichtenerzählern. Als angehende Ethnologin weißt du, daß es dann und wann und hier und dort kleine Völker gab (und noch gibt), die Tabus gewissenhaft beachtet haben und bis heute beachten, bei anderen aber - zu denen wir gehören - sind sie nie so recht heimisch geworden.

Doch da wir die weise Regelung, die das entlehnte Wort benennt, umgedeutet haben und ungenau interpretieren, nämlich als etwas, das es unter freien Menschen eigentlich nicht geben dürfe, haben wir uns zu den Grenzüberschreitern entwickelt, die wir heute sind - ständig darauf bedacht, neue Grenzen zu ziehen, um sie dann zu mißachten. Das führt unvermeidbar zu den Neben-, Irr- und Umwegen, auf die uns unser blauer Planet in seinem Brief hingewiesen hat. - Hast du seine Botschaft verstanden?

  • Wo er von Grenzen der Fruchtbarkeit spricht, vermag ich ihm zu folgen. Wir würden wohl Grenzen des Wachstums sagen. Und nun, da du das Tabugebot ins Gespräch gebracht hast in Verbindung mit der Vertreibung des ersten Menschenpaares aus dem Paradies, was ich immer für eine überzogen strenge Strafe eines eifersüchtigen Gottes betrachtet habe, beginne ich zu verstehen, daß diese Verbannung verdient und berechtigt war, und daß wir es uns zu leicht gemacht haben und noch immer zu leicht machen mit der schnell hingesagten Bemerkung: Tabus sind dazu da, gebrochen zu werden. Wenn ich's recht bedenke, stehen wir erneut vor einer Prüfung in Sachen Tabueinhaltung, von der wir noch nicht wissen, ob wir sie bestehen werden. Dürfen wir die naturgegebene Gesetzmäßigkeit von Mutter- und Vaterschaft nach Belieben außer Kraft setzen?
  • Du wirst es wahrscheinlich noch erleben, ob wir das dürfen, ohne Schaden zu erleiden. Gegenwärtig sieht es so aus, als wäre die Antwort auf diese Frage der Anfang eines neuen Irrwegs, der den Umweg noch um ein beschwerliches Stück verlängern wird. Glücklicherweise leben wir auf einem Planeten, von dem wir - wie in dem Brief versprochen - annehmen dürfen, daß er keine Kurzschlußlösungen an uns ausprobieren wird. Eine davon könnte lauten: Keine Menschen mehr.

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(1) Seite 30 in: Kurt Titze Keine Gewalt gegen Mensch, Tier, Pflanze - Worte des Furtbereiters Mahavira. Verlag Clemens Zerling, Berlin 1993. ISBN 3-88468-054-4

Anmerkung der Redaktion: Dieses Buch stellen wir demnächst unseren Lesern vor.


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