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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert


Vorwort 

zu Vijay R. Asrani: "Die Erforschung des menschlichen Geistes - Die Physik des 21. Jahrhunderts"

Dr. Katerina Wolf
 

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Cogito ergo sum - Ich erkenne, also bin ich, mit diesen Worten gab der Mathematiker und Philosoph René Descartes im 17. Jahrhundert einen Denkanstoß, der die Entwicklung der Wissenschaft gravierend beeinflussen sollte. Die Erklärung von Erscheinungsformen in der Natur und das Verständnis universeller Zusammenhänge wurden zentrales Anliegen der Philosophie, Mathematik, Physik, Biologie, Medizin, Chemie und angrenzender Wissenschaften, ein Umstand, der durch die Erkenntnisse Newtons noch entschieden verstärkt wurde. Ein wesentliches Merkmal dieser Weltauffassung war die Trennung von Geist (res cogitans) und Materie (res extensa).

Seitdem ist viel Zeit vergangen und die Wissenschaft hat insbesondere auf dem Gebiet der Physik und Medizin unglaubliche Fortschritte erzielt. Die Erkenntnisse der modernen Teilchenphysik, die in die entlegensten Winkel unseres Universums vorgestoßen ist und der Medizin, die Erfolge in der Entwicklung moderner Heilverfahren erzielen konnte, haben uns Möglichkeiten eröffnet, deren Perspektiven für die Zukunft wir nur staunend erahnen können.

Tatsächlich ist es so, daß wir nun, an der Schwelle zum 21. Jahrhundert, vor der entscheidenden Frage stehen, in welche Richtung sich die künftige Entwicklung der Wissenschaft orientieren soll. Die Verlockungen, aber auch die Verantwortung sind groß.

Es ist genau diese Frage, an der Vijay Asrani seine Überlegungen ansetzt. Er führt uns ganz klar den Konflikt vor Augen, den diese Entwicklung in sich birgt. Der Fortschritt hat neben den zahlreichen positiven Auswirkungen oder vielleicht gerade deswegen zu einer Geisteshaltung des Menschen geführt, die ihn sich als über die Natur erhaben fühlen läßt: Der Mensch kraft seines Geistes als Meister des Universums. Wir wissen, daß wir jetzt vor der schwierigen und dringenden Aufgabe stehen, die Konsequenzen dieser Geisteshaltung auf uns nehmen zu müssen - Umweltverschmutzung, zerstörte Lebensräume, Ozonbelastung, Zivilisationskrankheiten psychosomatischen Ursprungs, Wasserknappheit, was nur einen Bruchteil der gegenwärtigen Problematik aufzeigt.

Asrani sieht die Trennung zwischen Geist und Materie und die hierdurch erzeugte Bezugslosigkeit als wesentliches Problem unserer Gesellschaft an. Der fehlende innere Bezug des Menschen zur Natur und zum Universum läßt ihn seine lebensnotwendige Abhängigkeit von der Natur vergessen. Die Natur kann sehr wohl ohne den Menschen existieren, der Mensch ist ohne die Natur nicht überlebensfähig.

Für den Autor liegt ein wesentlicher Punkt in der Suche nach einer adäquaten wissenschaftlichen Methode. In Indien existieren seit Jahrhunderten Methoden, die die Erfahrung einer Vereinigung des menschlichen Bewußtseins mit kosmischen Zusammenhängen ermöglichen, so zum Beispiel durch die Praxis des Yoga. Die Erforschung der psycho-physio-chemischen Voraussetzungen und Vorgänge im menschlichen Bewußtsein durch die modernen Erkenntnisse der Physik könnten einen entscheidenden Beitrag zur Lösung globaler Probleme eröffnen und sollten aus diesem Grunde das zentrale Anliegen der Physik des 21. Jahrhunderts sein.

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