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Wege durch die Zeit ins 21. Jahrhundert


Vorwort 

zu Prof. D. P. Chattopadhyaya: 'Traditionelle Gesellschaft, Moderne Demokratie und Dharma als Religion'

 Dr. Katerina Wolf

Christentum
Feminismus
Frieden
Hinduismus
Komparative
Kultur
Ökonomie

 

Zentrales Anliegen dieses Artikels ist die Auseinandersetzung mit den Begriffen 'Tradition, Demokratie und Religion' im indischen Kontext. Insbesondere soll in diesem Kontext die Bedeutung von Säkularismus in der heutigen indischen Gesellschaft geklärt werden.

Der Autor bemüht sich in erster Linie, die geläufige Auffassung dieser Begriffe aufzubrechen, sie isoliert zu analysieren und sie unter Bezugnahme auf die aktuelle gesellschaftliche Situation in Indien neu zu definieren. Vorrangig geht es ihm darum, diese Begriffe unter ihrem dynamischen und innovativen Aspekt zu erhellen und sie in direkten Bezug zur Moderne zu bringen. Dies ist die Voraussetzung dafür, den so umstrittenen Begriff Säkularismus in der heutigen indischen Gesellschaft in seiner relevanten Bedeutung einzuordnen.

Chattopadhyaya bringt hierzu zahlreiche Beispiele, die die politische und gesellschaftliche Problematik in Südasien widerspiegeln. Seine Darlegung der wesentlichen Inhalte der indischen Verfassung und der hier enthaltenen Problematik bezüglich der Auffassung Indiens als säkularem Staat eröffnen dem Leser interessante Einblicke in das Wesen der größten Demokratie dieser Welt. Es wird einem bewußt, welchen Balanceakt dieser multi-kulturelle und -religiöse Staat in seinem Bemühen begeht, die nahezu unvorstellbare Vielfalt seines Landes und die unzähligen schwelenden Konflikte zu meistern.

Wenn wir von diesen Voraussetzungen ausgehen, verstehen wir, warum der Autor die Notwendigkeit des Säkularismus in Indien so vehement hervorhebt. Ereignisse aus der Vergangenheit und der Gegenwart verdeutlichen das hohe Potential an religiös bedingten Konflikten. Die Betonung der "Weltlichkeit" kann folglich als Versuch gesehen werden, ein Gegengewicht zu der starken religiösen Orientierung des Landes zu bieten und als Weg zur Konfliktbewältigung. Chattopadhyaya führt darüber hinaus zahlreiche Beispiele aus der westlichen Kultur an, die seine Argumente untermauern.

Chattopadhyayas Ausführungen stellen nicht nur einen außerordentlich interessanten und informativen Diskurs über das gesellschaftliche System dieses riesigen Landes dar, vielmehr gelingt es ihm auch, unseren Geist von gängigen Klischeevorstellungen zu befreien und den innovativen Denkansätzen des Autors zu folgen.

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